In den Maintaler Ratsstuben stehen auch kroatische Gerichte auf der Speisekarte. Als Nachtisch hat unser Testesser Palatschinken gewählt. Foto: HA

Maintal

"Tischlein, deck dich": Fleischparadies in den "Ratsstuben"

Maintal. Wir haben uns einmal die Ratsstuben im Bischofsheimer Bürgerhaus genauer angesehen. Hier erfahren Sie, welchen kulinarischen Eindruck wir gewonnen haben.

Es ist Mittwochabend, als wir die Ratsstuben in Bischofsheim betreten. Nur einer der Tische in dem Gastraum, der laut eigenen Angaben Platz für 90 Leute hat, ist besetzt. Die Einrichtung ist im Großen und Ganzen altmodisch. Vor allem die Bezüge der Bänke und Stühle haben ein wenig ansprechendes Muster. Lediglich die Theke wirkt mit ihrer hellen Holzfassade modern. Dafür sind die Tische mit weißen Stofftischdecken und jeweils einer kleinen Vase eingedeckt und dekoriert.

Schnell bekommen wir die sehr umfangreiche Speisekarte gebracht, durch die wir uns erst einmal durcharbeiten müssen. Während wir dies tun, bestellen wir schon einmal eine große Apfelsaftschorle (3,40 Euro) und ein alkoholfreies Bier (2,70 Euro). Beim Blättern durch die Karte fällt uns auf, dass die Gerichte zumeist sehr fleischlastig sind. Als Vorspeise entscheiden wir uns für frische, überbackene Champignonköpfe (6,90 Euro). Zum Hauptgang bestelle ich ein „Schnitzel Dubrovnik“ (13,90 Euro), während meine Begleitung das Rumpsteak „Altdeutsche Art“ (18,90 Euro) wählt.

Frische Champignons

Als wir andeuten, dass wir uns die Vorspeise gerne teilen möchten, fragt der Kellner aufmerksam, ob wir gerne zwei Teller haben möchten. Dieses Angebot nehmen wir an. Es dauert einige Minuten, bis uns unsere Vorspeise gebracht wird. Zudem reicht uns der Kellner, wie angeboten, jeweils einen eigenen Teller. Die Vorspeise besteht aus acht frischen Champignonköpfen, die mit Schinken und Zwiebeln gefüllt und mit Käse sowie Soße Hollandaise überbacken sind.

Die Champignons sind frisch und haben einen hervorragenden Eigengeschmack. Nur mit dem Salz hätte der Koch etwas großzügiger umgehen können. Ansonsten gibt es an dieser überaus üppigen Vorspeise nichts auszusetzen.

Das Essen kommt Schlag auf Schlag

Kaum sind unsere leeren Vorspeisenteller abgeräumt, steht der Kellner auch schon mit den Beilagensalaten bereit. Diese bestehen aus Eisbergsalat, Mais, Karotten und Krautsalat und sind mit einem Sauerrahm-Dressing angemacht worden. Vor allem der Krautsalat sticht hier mit seiner knackigen Frische hervor.

Wir sind gerade noch mit den Salaten beschäftigt, als man uns auch schon unsere Hauptgerichte reicht. Mein Schnitzel ist paniert und mit Schafskäse gefüllt. Dazu gibt es Pommes und eine Rahmsoße. Das Rumpsteak meiner Begleitung wird mit gebratenen Zwiebeln und Bratkartoffeln serviert.

Ganz tolle Fleischqualität

Das Fleisch des Schnitzels ist sehr zart und die Panade knusprig. Während man schneidet, läuft der flüssige Schafskäse heraus. Er hat einen außergewöhnlich starken, aber aromatischen Eigengeschmack. Leider überdeckt er so etwas den Geschmack der Soße. Aber eigentlich gibt es hier keinen Grund, sich groß zu beklagen.

Das Rumpsteak meiner Begleitung ist perfekt medium gebraten; wie gewünscht. Auch die Qualität des Fleisches ist sehr hoch, was man auch daran bemerkt, wie butterzart es zu schneiden ist. Lediglich die Bratkartoffeln sind etwas fettig. Trotzdem ist meine Begleitung von ihrem Hauptgang sehr angetan. „Vielleicht hätte man das Fleisch noch etwas länger ruhen lassen können“, gibt sie zu bedenken, „dann wäre nicht so viel Fleischsaft ausgetreten.“

Lob für den Pfannkuchen

Nach dem Hauptgang möchte meine Begleitung ein weiteres Bier bestellen. Leider ist zu diesem Zeitpunkt kein Kellner zu sehen. Nach ein paar Minuten kommt endlich jemand an unseren Tisch gehuscht, um nicht nur die Getränkebestellung, sondern auch unser Dessert aufzunehmen.

Wie es sich bei einer kroatisch angehauchten Küche gehört, teilen wir uns einen Palatschinken (7,20 Euro), also einen gefüllten Pfannkuchen. Dieser wird mit einer zartbitteren Schokoladensoße und Vanilleeis serviert. Zwar ist dies für ein Dessert in einem Bürgerhaus nicht ganz billig, aber man muss eingestehen, dass es sich lohnt. Der Pfannkuchen ist hauchzart, und der warme Teig ergibt einen schönen Kontrast zu dem kalten Eis. Insgesamt bezahlen wir keine 60 Euro. Gesättigt und zufrieden treten wir unseren Heimweg an.

Das könnte Sie auch interessieren