Von außen unscheinbar, innen rustikal und gemütlich: Im Thierrys Küche Zum Neuen Bau schmeckt es gut. Nur Zeit sollte man mitbringen. Foto: HA

Maintal

"Tischlein, Deck dich!": Elsass in "Thierrys Küche Zum Neuen Bau"

Maintal. ​Das Elsass in Maintal? Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Direkt an der Hauptstraße im historischen Hochstädter Ortskern, dort, wo sich im Sommer die Ironman-Teilnehmer auf ihren Fahrrädern entlang quälen, liegt Thierrys Küche Zum Neuen Bau. Parkplätze gibt’s auf der Hauptstraße und im Hinterhof.

Dem Chefkoch Thierry Zuchner, der hier seit einigen Jahren Messer und Löffel schwingt, eilt ein hervorragender Ruf voraus. Wir sind gespannt. Und ziemlich überrascht, als wir das Lokal kurz nach 12 Uhr an einem Freitag betreten, denn fast alle Tische sind belegt. Die, die es noch nicht sind, sind reserviert. Meine Begleitungen (wir haben heute noch den Nachwuchs dabei) und ich ergattern den letzten freien Platz – reservieren scheint sich hier also zu lohnen.

Das Restaurant ist rustikal und gemütlich, mit viel Holz und hält verschieden große Tische bereit. Mittags gibt’s hier Angebote zum kleinen Preis (8,30 Euro mit Suppe oder Salat), was vor allem Maintals Senioren anzunehmen scheinen, denn der Lachs mit Reis (9,30 Euro mit Vorspeise), den es heute gibt, fliegt tellerweise aus der Küche an uns vorbei zu den Gästen.

Eine gestresst wirkende Bedienung

Da die Weihnachtstage und das Silvester-Schlemmen gerade erst hinter uns liegen und die Hose zugegebenermaßen noch drückt, verzichten wir auf eine Vorspeise und halten uns auch beim Hauptgang zurück. Die Bedienung ist schnell am Tisch, wirkt ob der vielen Gäste aber ein wenig gestresst und nicht ganz so freundlich, wie wir es aus anderen Lokalen kennen. Ich wähle den Salatteller mit gebratener Poulardenbrust und Mangostreifen zum Preis von 10,20 Euro, mein Begleiter ein Schnitzel mit Tomaten und Käse überbacken und dazu Bratkartoffeln als kleine Portion zum Preis von 12,50 Euro, die große würde zwei Euro mehr kosten. Und der Nachwuchs, für den es hier keine eigenen Speisen gibt, bestellt einmal Spätzle mit Rahmsauce, was der Service netterweise auch möglich macht.

Während wir den Küchenchef das Schnitzel klopfen hören, lassen wir den Blick über die Karte schweifen. Das Elsass lässt grüßen: ein halbes Dutzend Schnecken Elsässer Art finden wir (Kostenpunkt 8,90 Euro), Straßburger Rindfleischsalat mit Bratkartoffeln (11,50 Euro), Käse zum Dessert. Und wie es sich für die gute Elsässer Küche gehört, steht auch Crémant d’Alsace auf der Getränkekarte.

Alles sehr lecker

Mittlerweile sind alle Tische belegt, und unsere Mittagspause ist einigermaßen weit fortgeschritten. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, Zeit mitzubringen bei einem Besuch in Thierrys Küche. Nach 30 Minuten – die Spätzle sind schon komplett aufgefuttert und für gut befunden – kommt unser Essen, und das kann man so zusammenfassen: Das Warten hat sich gelohnt. Der Salat – der mit Baguette gereicht wird – ist super lecker mit gevierteltem Ei, Tomaten, Gurken, Mangostreifen und einem Dressing mit Pfiff, das geschmacklich ganz wunderbar zu den kross angebratenen Poularden-Stücken passt. Auch mein Begleiter probiert und lächelt. Die Bratkartoffeln sind O-Ton „so wie Bratkartoffeln sein müssen“, also schön dunkel und knusprig. Das Schnitzel ist saftig, Tomaten und Käse obendrauf genau richtig portioniert. Wir essen alles ratzeputz leer.

Ein Dessert muss es dann doch noch sein. Das Mousse au Chocolat auf der Karte gibt es heute leider nicht, dafür Crème Brulée zum Preis von 6,80 Euro. Angerichtet mit drei filettierten Orangenscheiben und Heidelbeeren ist auch der Abschluss eine wahre Gaumenfreude. Das Beste: Niemand will kosten, also habe ich den Nachtisch für mich. Dass der Knopf danach wieder drückt, nehme ich da doch gern in Kauf.

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