In Handschellen abgeführt: Der mutmaßliche Tankstellenräuber ist am Donnerstag in Untersuchungshaft geschickt worden.  Symbolfoto: Thorsten Becker

Maintal

Tankstellenräuber: U-Haft im vierten Anlauf

Maintal/Hanau. Das juristische Tauziehen ist nach elf Tagen vorerst beendet: Der 23-Jährige, der im dringenden Tatverdacht steht, vergangene Woche einen bewaffneten Überfall auf eine Tankstelle versucht zu haben und mit einem Amoklauf gedroht haben soll, sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft.

Von Thorsten Becker„Wir sind von Anfang an davon überzeugt gewesen, dass der Verdächtige gefährlich ist und sich dem Strafverfahren entziehen will. Deshalb haben wir in den vergangenen elf Tagen alles daran gesetzt, einen Untersuchungshaftbefehl zu erreichen“, so Oberstaatsanwalt Dominik Mies. Am Tag zuvor hatte die zuständige Beschwerdekammer des Hanauer Landgerichts den Beschluss des Amtsgerichts gekippt und einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 23-Jährigen erlassen. Umgehend rückten Zivilfahnder aus und stießen auf dem den Dörnigheimer in dessen Wohnung.

„Zivilkräfte der Hanauer Polizei nahmen den Maintaler noch am Donnerstag fest“, bestätigt Mies, sieht in in den Umständen der Festnahme seine Ansicht auch noch bestätigt. Denn die Beamten hatten etwas Mühe. „Zwar versuchte der 23-Jährige, zu flüchten, konnte aber nach wenigen Metern eingeholt werden“, heißt es im Polizeibericht.

Zuständige Richterin sah keinen Haftgrund

„Dabei bestätigte sich einmal mehr die Gefährlichkeit, denn bei der Durchsuchung haben die Beamten ein verbotenes Messer bei dem Mann gefunden“, so Mies. Dass der 23-Jährige zunächst bis zur Hauptverhandlung hinter Gittern sitzt, liegt vor allem an der Staatsanwaltschaft, die vier juristische Ankäufe unternommen hatte und mit ihrer erneuten Beschwerde Erfolg hatte.

Der Mann soll am Montag, 30. September, gegen 1.45 Uhr in der Tankstelle eine Kassiererin mit einer Waffe bedroht haben, um sie auszurauben. Eine Polizeistreife, die zufällig vorbeikam, vereitelte den Überfall und überwältigte ihn. Weil der Maskierte seine Pistole auf die Beamten richtete, gab eine Polizistin einen Schuss ab. Die zuständige Richterin ließ den Tatverdächtigen jedoch laufen, weil sie keinen Haftgrund sah, was zunächst durch das Landgericht Hanau bestätigt wurde.

Landgericht revidierte den Beschluss

Nur zwei Tage später rückte der Dörnigheimer erneut in den Fokus, denn er soll in einer Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei eine Amok-Tat mit Waffen angekündigt haben, woraufhin er von Spezialkräften der Polizei noch in der Kanzlei festgenommen wurde. Nächster Schauplatz war die Wohnung des Maintalers: Dort wurden neben einer größeren Menge Drogen zahlreiche Waffen wie Butterflymesser und Schreckschusswaffen sichergestellt. Doch selbst nach diesen Funden wurde ein erneuter Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft abgelehnt.

Doch die Anklagebehörde ließ nicht locker, legte gegen diese Entscheidung erneut Beschwerde ein. Das Landgericht untersuchte den Fall, revidierte den Beschluss und verfügte den Haftbefehl.

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