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Freut sich auf die Öffnung der Tafel: Leiter Wolfgang Kampe. Nach rund vierwöchiger Zwangspause aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie öffnet die Lebensmittelausgabe unter dem Dach der Bürgerhilfe Maintal wieder. Zum ersten Mal in der Geschichte der Maintaler Tafel wird es auch eine Ausgabe in Bischofsheim geben.

Ehrenamtliche Helfer werden dringend gesucht

Neue Ausgabestelle in Bischofsheim: Maintaler Tafel öffnet wieder

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74 Jahre – das ist das Durchschnittsalter der Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig bei der Maintaler Tafel engagieren. „Es gibt keinen, der nicht zur Risikogruppe für das Coronavirus gehört“, sagt Tafel-Leiter Wolfgang Kampe im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von den rund 100 Helfern seien ihm nur noch 40 geblieben – einer der Gründe, weshalb die Lebensmittelausgabe der Bürgerhilfe Maintal seit Mitte März geschlossen ist. Doch jetzt nimmt das Team wieder seine Arbeit auf, die erste Ausgabe ist für Mittwoch, 22. April, geplant.

Ehrenamtliche Helfer werden dringend gesucht

„Wir suchen dringend noch ehrenamtliche Helfer“, sagt Kampe. Auf einen Aufruf bei Facebook haben sich bereits einige Freiwillige gemeldet. Doch laut Kampe ist es wichtig, dass die Ehrenamtlichen nicht nur punktuell aushelfen. „Ich muss die Leute ja ausbilden“, sagt Kampe. Viele hätten gerade jetzt in der Corona-Krise mehr Zeit als sonst, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Aber es lohnt sich für uns erst, wenn jemand etwa vier Wochen dabei bleibt“, so Kampe.

Gesucht werden Ehrenamtliche für alle Bereiche der Tafel-Arbeit: Beim Einsammeln der nicht mehr handelsfähigen Ware in Maintaler Supermärkten, beim Vorsortieren und letztlich bei der Ausgabe der Nahrungsmittel. „Wobei wir bei der Ausgabe bislang noch gut aufgestellt sind“, sagt Kampe.

Maskenpflicht und räumliche Trennung der Mitarbeiter

Um die Helfer und auch die Kunden der Maintaler Tafel zu schützen, hat das Team strenge Sicherheitsvorkehrungen erarbeitet. „Es arbeitet niemand ohne Maske bei uns“, sagt Kampe. Zudem werde die Ausgabe räumlich getrennt. Freitags verteilt das Team die Lebensmittel von 15 bis 17 Uhr wie gewohnt im Haus der Bürgerhilfe, Neckarstraße 13 in Dörnigheim.

Und mittwochs findet die Ausgabe nun von 10 bis 12 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Bischofsheim, Bertha-von-Suttner-Weg 2, statt. Die Ausgabe von Freitag, 1. Mai, wird wegen des Feiertags auf Donnerstag, 30. April, vorverlegt. 

Räumlichkeiten in Bischofsheim bieten mehr Platz

„In der Neckarstraße werden die vorsortierten und fertig gepackten Waren nur noch aus dem Fenster ausgegeben“, sagt Kampe. Und in die neuen Räume in Bischofsheim, die ein wenig mehr Platz bieten, wird immer nur eine Person zur Ausgabe hineingelassen. „So haben alle Beteiligten so wenig Kontakt miteinander wie möglich“, sagt der Tafel-Leiter.

Die neue Ausgabe in Bischofsheim könnte laut Kampe auch längerfristig bestehen bleiben. „Das hängt aber davon ab, wie gut es angenommen wird und natürlich auch davon, wie gut wir das organisiert bekommen.“ Doch für ihn und sein Team sei es nicht infrage gekommen, die Maintaler Tafel länger geschlossen zu lassen. „In dieser Zeit ist es besser, wenn man ein bisschen macht als gar nichts“, ist er sicher.

Weit über 1000 Maintaler werden von der Tafel versorgt

500 Haushalte mit rund 1300 Personen hat die Maintaler Tafel im Februar mir Lebensmitteln und Dingen für den täglichen Bedarf versorgt. Im Januar waren es 600 Haushalte mit insgesamt mehr als 1500 Maintalern. Durch die Corona-Krise rechnen Kampe und sein Team auch mit einem größeren Ansturm auf die Tafel. „Zumindest temporär“, sagt der Leiter. „Denn viele Haushalte geraten durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder durch Kurzarbeit in finanzielle Schieflage.“

Schon allein deshalb sei es wichtig, dass die Tafel nach rund vierwöchiger Pause wieder öffne. „Denn Corona wird auch in einem Dreivierteljahr nicht vorbei sein“, so Kampe. Und je länger die Tafel geschlossen bleibe, desto schwieriger würde es, irgendwann wieder zu öffnen. Interessierte, die das Tafel-Team nachhaltig verstärken möchten, melden sich per E-Mail unter tafel@buergerhilfe-maintal.de. Mitbringen muss man laut Kampe nicht viel: „Nur Flexibilität und Zeit“, sagt er.

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