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Strom wird teurer

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Hauptverantwortlich für die steigenden Strompreise sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Errichtung von teuren Höchstspannungsmasten, um den erzeugten Strom zu transportieren. J Foto: 	Uwe Schlick/pixelio.de
Hauptverantwortlich für die steigenden Strompreise sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Errichtung von teuren Höchstspannungsmasten, um den erzeugten Strom zu transportieren. J Foto:  Uwe Schlick/pixelio.de

Maintal. Für die Kunden der Maintal-Werke GmbH (MWG) wird der Strom zum Jahreswechsel teurer. Und das, obwohl sich der Strompreis an der Börse auf einem niedrigen Niveau befindet. Verantwortlich für die steigenden Entgelte sind stattdessen vor allem staatliche Abgaben.

Von Martina Faust

„Dem Privatkunden ist dieses System nicht mehr zu vermitteln“, kommentiert Wilfried Weber, Geschäftsführer der MWG, die Entwicklung. Denn der Energieversorger selbst kann auf die Entwicklung der Strompreise nur bedingt Einfluss nehmen. „Die MWG kann lediglich 20 Prozent des Tarifs beeinflussen“, erläutert Weber.Knapp 60 Prozent des Preises machen staatliche Abgaben aus. Etwa die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). „So ist mittlerweile der Anteil der Erneuerbare-Energien-Umlage mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde größer als der Beschaffungs- und Verwaltungsanteil mit 5,70 Cent pro Kilowattstunde im Grundversorgungstarif“, heißt es seitens der MWG.

Bei einem Strompreis von 20,76 Cent pro Kilowattstunde entfallen 15,57 Cent auf staatliche Abgaben. 5,70 Cent kostet der Einkauf an der Strombörse. Die Differenz von 5,19 Cent wird fällig für die Netzentgelte. „Hier gibt es massive Kostensteigerungen durch die vorgelagerten Netzbetreiber, insbesondere durch die kostenintensiven Maßnahmen für die Stabilisierung des Stromnetzes. Diese sind notwendig, weil der Ausbau der Übertragungsnetze nicht in dem Umfang voran schreitet wie der Anlagenzubau der erneuerbaren Energien“, berichtet Wilfried Weber.

Kostenintensiver Ausbau von Höchstspannungsmasten

Bei dem vorgelagerten Netzbetreiber handelt es sich um die Energie-Netz Mitte GmbH aus Kassel. „Der Verursacher für die Kostensteigerung ist jedoch der zuständige Übertragungsnetzbetreiber“, erklärt der Vertriebs- und Marketingleiter Timo Geibel auf Nachfrage unserer Zeitung. „Diese Steigerung liegt begründet im Transport der immer steigenden Energiemengen aus erneuerbaren Quellen mit dem Bau der Höchstspannungsmasten“, fügt Geibel hinzu. Denn die stark schwankenden Einspeisungen aus erneuerbarer Energie wie Wind oder Photovoltaik benötigen eine teure, flexible und stark regelbare Einspeisung, um die Spannung in den Netzen stabil zu halten.

Von der Erhöhung ausgenommen sind die Arbeitspreise für Heizstrom und Wärmepumpentarife. Und für die Gaskunden dürfte am Ende des Jahres sogar etwas mehr im Portemonnaie bleiben. Denn nach einer Senkung im Vorjahr wird der Gaspreis 2017 erneut günstiger.

„Wir geben mit der Preissenkung um 0,36 Cent pro Kilowattstunde brutto in allen Tarifen die geringeren Großhandelspreise auf dem Gasmarkt an unsere Kunden weiter“, so Wilfried Weber und fügt hinzu, dass der MWG an „marktkonformen und fairen Endkundenpreisen“ gelegen sei.

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