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Als Streckenposten beim Ironman: HA-Reporter im Selbstversuch

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Warten auf die Radfahrer: Unser Reporter Jan Max Gepperth hat sich trotz der gestrigen großen Hitze selbst als Streckenposten beim Ironman in Maintal betätigt. Ein großer Schirm spendet ihm den ersehnten Schatten. Foto: TAP
Warten auf die Radfahrer: Unser Reporter Jan Max Gepperth hat sich trotz der gestrigen großen Hitze selbst als Streckenposten beim Ironman in Maintal betätigt. Ein großer Schirm spendet ihm den ersehnten Schatten. Foto: TAP

Maintal. Der Ironman Frankfurt ist eines der sportlichen Großereignisse der Region und vor allem auch für Maintal. Dort verläuft die Strecke nämlich durch einige Hauptverkehrsstraßen.

Von Jan Max Gepperth

Aus diesem Grund braucht es ehrenamtliche Streckenposten, die sich um Autofahrer, Radler und Fußgänger kümmern und diese auf den „richtigen“ Weg schicken. Unser Reporter Jan Max Gepperth hat den Versuch gewagt und ist selbst als Streckenposten eingesprungen.

Es ist Sonntagmorgen. Mein Wecker klingelt um 6.30 Uhr. In einer Stunde bin ich mit Thomas Giesel verabredet. Er ist der Stationsleiter Wachenbuchen und somit für die Einteilung der Streckenposten zuständig. Für mich hat er hier eine Ausnahme gemacht. Normalerweise müssten die Streckenposten bereits um 7 Uhr vor Ort sein.

Mit Schirm, Charme und Sonnencreme

Doch der eigentliche Ablauf beginnt schon einige Tage früher. Bereits am Freitagabend hole ich mir einem offiziellen Iron-Man-Beutel ab mit allem, was ich für den Tag auf der Strecke brauche. Neben einigen Sandwiches bekomme ich unter anderem auch Protokollbögen, eine Mütze, eine Warnweste, Sonnencreme, eine Brotbox und sogar ein offizielles Team-Shirt.

Auch insgesamt drei Liter Wasser händigt mir Giesel aus. „Am Sonntag soll es so heiß werden, da sollen alle genug zu trinken haben“, erklärt er freundlich. Nicht erst im Nachhinein bin ich sehr froh über diese Anordnung.

Als ich auf der Strecke ankomme, herrscht schon reger Trubel. An der sogenannten Bottle Station werden bereits Wasserflaschen für die Radfahrer präpariert. Die Stimmung ist gut und ausgelassen. „Wir haben noch sehr viel Zeit“, sagt der zuständige Stationsleiter Norbert Bischoff.

Fahrrad- und Autofahrer sind meistens kooperativ

„Die Fahrer kommen nah an uns ran und bekommen von uns die Flaschen gereicht. Wir müssen dann die Bewegung mitgehen, so dass sie nicht so stark bremsen müssen“, erläutert er den Ablauf und fügt schmunzelnd hinzu: „Am Abend spürt man das dann schon.“

Um 7.30 Uhr ist auch Giesel da und bringt mich zu meiner Station, die ich mit ihm zusammen betreuen werde. „Es haben spontan einige abgesagt. Deshalb bin ich heute etwas im Stress“, entschuldigt er sich. Von den zwölf angekündigten Ehrenamtlichen seien insgesamt nur neun erschienen.

Unsere Station ist an der Ronneburger Straße. Dort müssen wir alle Fahrrad- und Autofahrer abfangen und zur sogenannten Schleuse schicken. Dort stehen zwei Polizeibeamte, die bei entsprechender Verkehrslage die Strecke öffnen, sodass der Verkehr passieren kann. „Im Normalfall sind die Leute da sehr kooperativ“, berichtet Giesel, „nur einige Ältere sind manchmal etwas uneinsichtig, und hängen dir dann ein bös' Maul an.“

Online-Schulung für die Tätigkeit als Streckenposten

Wichtig bei der Tätigkeit als Streckenposten ist der Umfang der Befugnis, wie ich aus der Online-Schulung erfahre. Bereits vor einigen Tagen hatte ich diese per E-Mail zugesendet bekommen und musste mich selbstständig damit auseinandersetzen. Ich darf in meiner Position keinen Verkehr lenken oder ähnliches. Mir ist es lediglich erlaubt, in Dialog zu treten und, wie bereits erwähnt, die Personen auf den richtigen Weg zu schicken.

Um 7.54 Uhr passiert eine Polizeikarawane unsere Station. In vorderster Front fährt ein Polizeibus, an dem zwei rote Fahnen befestigt sind. „Jetzt ist die Strecke gesperrt“, fasst Giesel kurz zusammen. „Jetzt muss bald der erste kommen.“

Aus der Ferne hört man schon den Hubschrauber mit der Kamera seine Runden drehen. Laut Giesel ein weiteres Zeichen dafür, dass es bald los geht. Und er hat Recht. Um Punkt 8 Uhr passiert der erste offizielle Radfahrer unsere Station. Vor ihm fährt ein Auto mit der offiziellen Fahrzeit, neben ihm ein Kamerawagen.

Es bleibt Zeit, den Sportlern zuzuschauen

Nach und nach tröpfeln immer wieder einige Radler ein, bis gegen 9 Uhr die Fahrer Schlag auf Schlag kommen. Für mich gibt es verhältnismäßig wenig zu tun. Ab und zu weise ich ein paar verirrten Ausflüglern den Weg zur Schleuse, aber die meiste Zeit befinde ich mich unter meinem Schirm und schaue den Sportlern beim Fahren zu.

Nach zwei Stunden und einer Minute kommt der erste Radfahrer bereits zur zweiten Runde vorbei, wohingegen manche zu dieser Zeit noch nicht die erste beendet haben.

Insgesamt war es eine spannende Erfahrung für mich, als ich um 12 Uhr meinen Dienst beende. Es war heiß, und ich habe mich sehr über die Sonnencreme und vor allem das Wasser gefreut. Auch einen Schirm mitzunehmen war eine gute Entscheidung. Zwar hatte ich nicht so unglaublich viel zu tun, jedoch habe ich mich nett mit den Leuten unterhalten.

Zudem war es schön den Besuchern zuzusehen, wie sie voll Spannung die Triathleten beobachten und mit ihnen mitfiebern. Zwar seien es, laut Giesel, nicht so viele gewesen wie die Jahre zuvor, trotzdem war es ein erfolgreicher Iron Man. Ich werde vielleicht im neuen Jahr wieder als Helfer zurückkehren. Wir werden sehen.

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