Freuen sich über den gelungenen Start des Projekts: Verantwortliche, Ehrenamtliche und Sponsoren ziehen gemeinsam an einem Strang. Foto: Pongratz

Maintal

"StichWort - Nähkurs mit Perspektive" soll bei Integration helfen

Maintal. „StichWort – Nähkurs mit Perspektive“ lautet das Motto eines neuen Projekts für geflüchtete Frauen. Ins Leben gerufen hat das Integrationsprojekt der Malteser Hilfsdienst im Main-Kinzig-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Main-Kinzig, der Stadt Maintal, dem Sportkreis Main-Kinzig sowie der Hessischen Sportjugend.

Von Ulrike Pongratz

Bürgermeisterin Monika Böttcher freut sich, „dass zum Projektstart so viele Unterstützer gekommen sind. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können wir den Flüchtlingen eine Perspektive eröffnen.“ Nach den ersten Fragen der Unterkunft und Verpflegung ist dies nun die Aufgabe aller. Denn trotz aller Aktivitäten und Programme von Bund, Land und Kommune, ohne die ehrenamtlichen Integrationslotsen ginge es nicht, da sind sich alle Projektbeteiligten einig.

„Das Ziel des Näh- und Deutschkurses ist es, 15 geflüchtete Frauen, die hier in Maintal in der Unterkunft leben, für den Arbeitsmarkt fit zu machen“, sagt Projektleiterin Waldtraud Born. Als hauptamtliche Kraft wird sie unterstützt von ehrenamtlichen Integrationslotsen und durch den Fachdienst Asylbewerberbetreuung der Stadt Maintal.

Sprachliche und handwerkliche EntwicklungAnknüpfungspunkt für die Frauen ist eine sinnvolle und praxisnahe Tätigkeit. Sie lernen das Nähen an Haushaltsnähmaschinen, die ein Hersteller zu günstigen Konditionen abgegeben hat. Fortgeschrittene Näherinnen üben an einer halbprofessionellen Nähmaschine. Hergestellt werden unter anderem Sport- und Brotbeutel, die gemeinnützigen Organisationen, Sportvereinen und Verbänden zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig erlernen die Frauen die deutsche Sprache, sie erfahren etwas über Ausbildung und Berufsbild von Schneiderin, Näher und verwandten Tätigkeiten.

Der Geschäftsführer des Malteser Hilfsdiensts, Thomas Peffermann, erläutert kurz den Kontext, in dem auch dieses Integrationsprojekt steht. Auf einen Vorschlag des Malteser Hilfsdiensts ist unter anderem das Förderprogramm für ehrenamtliche Integrationslotsen zurückzuführen. Nach diesem Modell bildet ein Koordinator etwa 30 bis 50 Ehrenamtliche aus, die wiederum eine gelingende Integration ermöglichen. Auch das Projekt Nähkurs, für das Sabine Kroh, die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin weder Aufwand noch Kosten gescheut hat, gehört in diese Rubrik.

Unter anderem finanziert der Main-Kinzig-Kreis das Projekt mit 5000 Euro. Davon konnten Nähmaschinen und Arbeitsmaterialien wie Arbeitslampen, Nähgarn, Scheren, Nadeln gekauft und darüber hinaus eine Kinderbetreuung organisiert werden. Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler betont, dass mit diesem Projekt vor allem Frauen mit kleinen Kindern ein Weg geebnet wird, gesellschaftliche Strukturen kennenzulernen und die Sprache zu lernen. Letztlich sollen die Frauen selbstständig Arbeit suchen. Erika Kollmann vom Kommunalen Center für Arbeit (KCA) wird die Frauen ihren potenziellen Arbeitgebern vorstellen und zu Praktika begleiten.

Unterstützung kann das Projekt in vielfacher Hinsicht gebrauchen: Gesucht werden ehrenamtliche Näh-Lotsen und Stoffreste aller Art, aber auch Unterstützung bei Praktika.www.malteser.de www.maintal.de

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