Hat Ralf Sachtleber als Erster Stadtrat in Maintal eine Zukunft? Die Antwort werden die Stadtverordneten am kommenden Montag geben. Archivfoto: Kalle Meyer

Maintal

Stadtverordnete wollen Entscheidung über eine Wiederwahl treffen

Maintal. Der 23. September ist der Tag der Entscheidung. Zumindest für Ralf Sachtleber. Denn an diesem Abend werden die Stadtverordneten beschließen, ob der Erste Stadtrat in Maintal in seine dritte Amtszeit geht oder nicht.

Von Martina Faust

Sachtleber selbst hatte zuletzt im Gespräch mit unserer Zeitung unterstrichen, dass er sich zur Wiederwahl stellen würde. Ob ihm die nötige Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung sicher ist, ist allerdings fraglich.

Die Fraktionsspitzen von SPD und CDU hatten zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass sie Ralf Sachtleber nicht unterstützen wollen. Mit Blick auf die Sozialdemokraten überrascht dies nicht. Ralf Sachtleber beerbte mit seiner ersten Wahl im September 2007 nicht nur den Ersten Stadtrat Erik Schächer von der CDU, sondern ebenfalls den zweiten sozialdemokratischen Stadtrat Günter Wassermann. Auch bei der Wiederwahl sechs Jahre später votierte die SPD nicht für Sachtleber. „Wir haben ihn damals nicht gewählt und wir werden ihn auch dieses Mal nicht wählen“, machte SPD-Fraktionschef Sebastian Maier im Sommer im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Umgeschwenkt ist indessen die CDU. Während deren Partei- und Fraktionschef Martin Fischer zu Jahresbeginn noch betont hatte „das Beste für Maintal ist aus unserer Sicht die Wiederwahl Sachtlebers“, ist er von dieser Überzeugung zwischenzeitlich abgerückt. Unzufriedenheit mit der Arbeit des Amtsinhabers und die Überzeugung, dass im Hauptamt ein Vertreter aus der Politik sitzen sollte, sind wesentliche Gründe, mit denen Fischer für einen personellen Wechsel eintritt.

Sachtleber oder gar keinen

Für den Fraktionschef der Wahlalternative Maintal (WAM) gibt es nur Sachtleber oder gar keinen. So kündigte Jörg Schuschkow kürzlich an, dass man sich – wie bereits in der Vergangenheit – für die Abschaffung des Postens einsetzen werde, sollte Sachtleber nicht wiedergewählt werden.

Die FDP wiederum hat mit ihrem Antrag zur Gründung eines Wahlvorbereitungsausschusses im August die Weichen gestellt, um im Kontext der anstehenden Wahl den Kandidatenkreis zu erweitern. „Damit kann die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, ob sie durch die Besetzung des hauptamtlichen Magistrates Veränderungen in der Ausrichtung der Arbeit des Magistrates vornehmen möchte“, begründete FDP-Fraktionschef Thomas Schäfer den Vorstoß der Liberalen aus dem August.

Rückhalt findet Sachtleber weiterhin bei den Grünen, die ihn 2007 als Kandidaten nominiert hatten. Die Fraktionsvorsitzende Monika Vogel stellt daher für die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag, 23. September, den Antrag auf Wiederwahl. „Für Maintals Zukunft ist es unerlässlich, dass Bürgerinnen und Bürger, Stadtverordnete und Verwaltung weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten. Für diese integrative Aufgabe ist aus Sicht von B90/ Die Grünen niemand besser geeignet als Ralf Sachtleber“, lautet die Begründung.

Appell an die Stadtverordneten

Das sehen auch über 300 Maintaler so, die mit ihrer Unterschrift an die Stadtverordneten appellieren, Sachtleber „im Interesse unserer Stadt“ wiederzuwählen. „Die Unterzeichner wollen, dass Ralf Sachtleber gerade jetzt, wo Maintal vor den größten Bau- und Entwicklungsprojekten (Erneuerung Schwimmbad, Bürgerhaus Bischofsheim, Stadtverwaltung und anderen) seit seiner Gründung steht, weiterhin seine Erfahrung und Kompetenz zum Wohl Maintals einbringen kann“, heißt es dort.

Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, hängt maßgeblich davon ab, ob die beiden großen Fraktionen geschlossen hinter ihren Vorsitzenden stehen. Denn CDU und SPD hätten gemeinsam mit 26 von 45 Stimmen eine klare Mehrheit. Es sei denn, es gäbe Abweichler . . .

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