So stellte sich der Investor die zwei Einzel- und acht Doppelhäuser vor. Den Vorwurf aus dem Parlament, die Bebauung sei zu dicht, konterte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber mit dem Hinweis, dass die selben Dichtewerte wie bei allen Neubaugebieten in Maintal angewandt worden seien. Visualisierung: Effizienz Haus GmbH

Maintal

Stadtverordnete lehnen Bebauungsplanvorlage für Bischofsheim ab

Maintal. Maintal braucht Wohnraum – darüber sind sich Magistrat und Stadtpolitik einig. Doch die Frage, wo dieser Wohnraum entstehen soll und vor allem in welcher Form, sorgte dafür, dass die Stadtverordneten ein städtebauliches Konzept für ein Gebiet im westlichen Teil von Bischofsheim in der vorgelegten Form ablehnten.

Von David Scheck

„In der Plättenweide, Waldstraße“ lautet die Bezeichnung des Plangebiets, für das der Magistrat gerne seinen Bebauungsplan verabschiedet gesehen hätte. Eine Gegend, am nordwestlichen Ortsrand von Bischofsheim gelegen, vornehmlich mit Einfamilienhäusern.

Das städtebauliche Konzept sieht eine ein- bis zweigeschossige Bebauung mit Einfamilienhäusern als Einzel- und Doppelhäuser vor. Neben einer zum Feldrand hin abnehmenden Gebäudehöhe sollen gemäß Konzept die Randbereiche von Bebauung freigehalten werden, um einen gärtnerisch gestalteten Übergang zu den landschaftlichen Freiflächen zu ermöglichen. Projektentwickler ist die Firma Effizienz Haus GmbH aus Zwingenberg.

Drei große KritikpunkteSowohl in der Sitzung des zuständigen Ausschusses für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Klimaschutz in der Vorwoche als auch in der Diskussion im Stadtparlament am Montag taten sich in der Kritik der Parlamentarier drei Punkte auf: Bebauungsdichte, Zufahrtswege und Form des Bauens.

Die Bebauung sei viel zu dicht, findet der Bischofs‧heimer Klaus Gerhard, Parteivorsitzender der FDP Maintal und Mitglied der Stadtparlamentsfraktion. Die Pläne würden sich zu sehr von der bestehenden Bebauung unterscheiden. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer betonte, seine Fraktion wolle Maintal nicht als „Stadt der Hasenställe“.

Hartmut König von den Grünen monierte die vorgesehenen Zufahrtsstraßen beziehungsweise deren geplante Breite. Man dürfe nicht einfach Konzepte von Bauträgern übernehmen, so König.

Man brauche Miet- und SozialwohnungenBereits in der Sitzung des Bauausschusses hatte SPD-Vertreter Tobias Lehnert beklagt, dass wieder einmal geplant sei, Einzel- und Doppelhäuser zu errichten, wo doch bekanntlich der dringlichste Bedarf im Bereich bezahlbare Miet- und auch Sozialwohnungen bestehe. Von den vorgebrachten Argumenten ließ sich Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) als verantwortlicher Baudezernent freilich nicht beirren. Das ‧Bebauungskonzept passe durchaus in das bestehende Umfeld, was die Bebauungsdichte angehe, seien die selben Werte wie in den anderen Neubaugebieten in Maintal angewandt worden, konterte der Stadtrat.

Man müsse sorgsam und sparsam mit Boden umgehen, so Sachtleber. Und das Recht auf einen freien Blick in die Natur – der einigen Anliegern mit den neuen Häusern verbaut würde –, das gebe es nicht, weder juristisch noch moralisch, wie er finde.

Dennoch: Schnell war klar, dass das vorgelegte städtebauliche Konzept keine Zustimmung bei Maintals Parlamentariern finden würde.

Fischers Vorschlag „gar nicht so schlecht“Das sah auch der Erste Stadtrat ein, der Martin Fischers Vorschlag dann als „gar nicht so schlecht“ bezeichnete. Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU hatte einen Änderungsantrag eingebracht, der letztlich mit einer Mehrheit im Parlament verabschiedet wurde. Demnach sollen zunächst Vorstellungen erarbeitet werden, wie eine Bebauung aussehen soll. Der Magistrat soll anschließend das Konzept nach diesen Vorgaben überarbeiten.

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