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Rund hundert Interessierte waren am Montagabend der Einladung von Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser gefolgt.

Stadtratswahl in Maintal

Auch der zweite Anlauf geht ohne Ergebnis zu Ende

  • Carolin-Christin Czichowski
    vonCarolin-Christin Czichowski
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Es war ein Ringen um jede Stimme, schließlich ging es am Montagabend im Bürgerhaus Bischofsheim um eine der wichtigsten Personalentscheidungen für die Stadt Maintal der nächsten Jahre. Doch blieb auch der zweite Anlauf der Stadtratswahl ohne Ergebnis.

Weil keiner der vier Kandidaten in den ersten beiden Wahlgängen die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen erhielt, beantragte die Grünen-Fraktion den Abbruch der Wahl. Damit wird es im Mai einen dritten Anlauf geben. 

Doch zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung sorgte die SPD-Fraktion zunächst für eine Überraschung: Nachdem die ursprüngliche Kandidatin, die Frankfurterin Marlies von der Malsburg, ihre Kandidatur kurzfristig zurückgezogen hatte, präsentierten die Maintaler Sozialdemokraten eine Alternative: ihren Fraktionsvorsitzenden Sebastian Maier. 

Der SPD-Fraktionschef setzte sich wie die parteilose Kandidatin Sabine Freter im ersten Wahlgang durch – beide kamen aber mit jeweils 15 (Maier) und 14 (Freter) Stimmen im zweiten Wahlgang nicht auf die notwendige absolute Mehrheit der insgesamt 44 gültigen Stimmen. 

Friedhelm Duch (Grüne) stellte den Antrag auf Abbruch der Wahl

„Da abzusehen ist, dass im dritten Wahlgang ein ähnliches Ergebnis erzielt wird und somit ein Erster Stadtrat nicht die Unterstützung der Mehrheit im Parlament hätte, beantragen wir den Abbruch der Wahl“, begründete Grünen-Fraktionsvize Friedhelm Duch den Antrag. Denn im dritten Wahlgang hätte ein Kandidat nur noch eine einfache Mehrheit benötigt. 

Im ersten Wahlgang standen neben Maier und Freter, die jeweils 13 Stimmen erhielten, auch Martin Fischer (CDU, zwölf Stimmen) und Anahit Schäfer (FDP, sechs Stimmen) auf dem Wahlzettel. Da der Wahlvorbereitungsausschuss, zu dem neun Parlamentarier aller Fraktionen und Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) gehören, keine Empfehlung für einen oder mehrere Kandidaten abgegeben hatte und sie auch von keiner Fraktion nachträglich nominiert wurden, standen die beiden parteilosen Kandidaten Ahmet Cetiner und Ioannis Sarigiannidis nicht zur Wahl. Beide hatten sich im Herbst fristgerecht beim Wahlvorbereitungsausschuss um das Hauptamt beworben. 

Doch bevor es für die 44 stimmberechtigten Stadtverordneten an die Wahlurne ging, warben die Fraktionen noch einmal für ihren jeweiligen Kandidaten. Jörg Schuschkow, Fraktionsvorsitzender der Wahlalternative Maintal (WAM), betonte, dass die parteilose Kandidatin Sabine Freter die größte Fachkunde für das Hauptamt mitbringe. „Wir haben uns alle Kandidaten angeschaut und sind mit allen ins Gespräch gekommen“, so Schuschkow. „Den besten Eindruck hat auf uns aber Sabine Freter gemacht.“ 

Fraktionen warben für ihre Kandidaten - Monika Vogel machte ihrem Frust Luft

Der FDP-Parteivorsitzende Klaus Gerhard hob die Erfahrungen von Anahit Schäfer hervor. Schließlich sei die 49-Jährige langjähriges Mitglied im ehrenamtlichen Magistrat. Seine Fraktion wolle einen Ersten Stadtrat, der ein Bindeglied zwischen Magistrat, Stadtverordneten und Bürgern darstelle. „Wir halten Anahit Schäfer für die richtige Wahl“, so Gerhard. 

Grünen-Fraktionschefin Monika Vogel machte erneut ihrem Ärger über die nicht erfolgte Wiederwahl von Amtsinhaber Ralf Sachtleber Luft: „Dieser Verlust für unsere Stadt ist kaum wieder gut zu machen“, sagte sie. Ihrer Meinung nach verfüge keiner der Kandidaten über eine ähnliche Fachkompetenz wie Sachtleber. 

Götz Winter (CDU): Martin Fischer könnte ab dem ersten Tag Leistung zeigen

Jochen Spaeth warb für die SPD-Fraktion um Stimmen für Sebastian Maier. „Wir als größte Fraktion wollen Maintal mitgestalten“, sagte er. Deshalb sei es für seine Fraktion auch nach dem Rückzug der ursprünglichen Kandidatin Marlies von der Malsburg eine logische Konsequenz gewesen, einen alternativen Kandidaten ins Rennen zu schicken. „Ich bin mir sicher, dass Sebastian Maier der richtige Kandidat für das Amt ist“, so Spaeth. 

„Wir möchten, dass ein erfahrener Kommunalpolitiker das Amt bekleidet“, sagte Götz Winter (CDU). Die Maintaler Christdemokraten halten deshalb Martin Fischer für die beste Wahl. Dieser könne als neuer Erster Stadtrat ab dem ersten Tag Leistung zeigen und müsste nicht erst angelernt werden. Zudem sei Fischer „hervorragend vernetzt“. Am Ende wurde es aber keiner der vier Kandidaten – und es bleibt abzuwarten, ob einer im Mai mehrheitsfähig sein wird.

Das ausführliche Minutenprotokoll finden Sie hier.

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