Ioannis Sarigiannidis bewirbt sich als parteiloser Kandidat um den Posten des Ersten Maintaler Stadtrats. Foto: Martina Faust

Maintal

Stadtratswahl: Ioannis Sarigiannidis wirft seinen Hut in den Ring

Maintal. „Wir haben ein Kommunikationsproblem“, sagt Ioannis Sarigiannidis und meint den mangelhaften Austausch zwischen Politik, Bürgern und Verwaltung. Stattdessen wünscht er sich einen lebendigen Dialog, am besten an einem zentralen Ort der Begegnung in Maintal. Beides würde er gerne etablieren – und zwar als Erster Stadtrat.

Von Martina FaustMit dem 48-Jährigen gibt ein weiterer Bewerber seine offizielle Kandidatur um die Position im Hauptamt bekannt. Dabei ist Sarigiannidis ebenfalls ein parteiloser Kandidat. Aus Sicht des Dörnigheimers ein klarer Vorteil, insbesondere dann, wenn es darum geht, zwischen verschiedenen Interessen zu vermitteln. Hier sieht er deutlichen Verbesserungsbedarf – bei allen Akteuren in Maintal.

Gegen die Politikverdrossenheit

„Die Vertreter der Parteien sitzen auf ihrer politischen Farbe und verlieren dabei das Gemeinwohl aus den Augen“, sagt er. Ohnehin könne eine Partei nicht „für die Bürger“ sprechen, allenfalls für jene Bürger ihrer politischen Coleur. Aber auch dann werde zu oft über den Bürger, aber nicht mit ihm gesprochen. Für Sarigiannidis ein wesentlicher Grund für die wachsende Politikverdrossenheit. Kommunikation ist für ihn der Schlüssel, um diese Distanz zu überwinden. „Wir müssen Politik wieder zurück ins Gespräch und damit in den Alltag der Menschen holen“, ist er überzeugt.

Auch mit Blick auf die Maintaler Stadtverwaltung wünscht er sich einen besseren Austausch mit den Bürgern. „Es kann nicht sein, dass E-Mails einfach nicht beantwortet werden. Das sollte doch zum guten Ton gehören“, sagt er und bezieht sich auf Erfahrungen, die er selbst als Vereinsvertreter gemacht hat.

Zentraler Treffpunkt gefordert

Für diese enge und lebendige Kommunikation würde sich Sarigiannidis idealerweise einen zentralen Treffpunkt in der Mitte Maintals wünschen, einen Ort der Begegnung, an dem Menschen unterschiedlicher Interessen zusammenkommen können. Der Dörnigheimer spricht hier von einem Vereins- oder einem Sozialhaus, etwa im Bereich der Grünen Mitte hinter dem Schwimmbad.

Damit könnte jener städtische Mittelpunkt entstehen, den es aufgrund der historisch gewachsenen Struktur der vier Stadtteile bislang nicht gibt. Digital hat Sarigiannidis diesen Ort bereits geschaffen und die Website www.maintal-marktplatz.de eingerichtet, als Kommunikationsplattform für politische Debatten, um digitale Geschäfte zu besuchen, Veranstaltungen zu b​ewerben und sich zu verschiedenen Themen auszutauschen.

Maintaler seit 1972

Den Wert der Kommunikation, um gemeinsam Lösungen zu finden, hat der Dörnigheimer, der seit 1972 „in jedem Stadtteil, bis auf Wachenbuchen gelebt hat“, vor allem in seinem Berufsleben schätzen gelernt. Nach einer Ausbildung als Industriemechaniker und einem Studium der Sozialarbeit war Sarigiannidis zunächst als Personaldisponent in einer Zeitarbeitsfirma tätig, ehe er zu einem großen amerikanischen Telekommunikationsunternehmen wechselte.

Dort war er Mitglied im Betriebsrat und kam erstmals mit Gremienarbeit in Kontakt und lernte die Kunst des Verhandelns und des Kompromisses kennen. Nachdem er zwischenzeitlich in der Flüchtlingsbetreuung tätig war, arbeitet er aktuell bei einem Bildungsträger in Hanau. „Aber auch weiterhin an einer Tankstelle, weil ich es einfach mag, mit Menschen in Kontakt zu kommen“, erzählt er.

Sarigiannidis gibt sich entspannt

Die Entscheidung, den Wechsel in den Magistrat anzustreben, fiel spät und spontan. „Natürlich verfolge ich das Thema der Stadtratswahl seit Sommer intensiv“, erzählt er. Den entscheidenden Anstoß für die Bewerbung gab der Austausch in den sozialen Medien.

Mitte November hat Sarigiannidis die erforderlichen Unterlagen eingereicht. Mittlerweile hat er Kontakt zu den Fraktionen aufgenommen und Gespräche angeboten. Nun ist er neugierig, wie es weitergeht. „Sollte es klappen, wäre das super. Aber ich bleibe entspannt“, sagt er.

Das sind die bisherigen Bewerber

Die Steuerung des Bewerbungsverfahrens liegt qua Stadtverordnetenbeschluss in den Händen des Wahlvorbereitungsausschusses, der sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit trifft, um die Bewerbungen zu sichten, Kandidaten zum Gespräch einzuladen und einen Bericht für die Stadtverordnetenversammlung zu verfassen. Damit obliegt es den Bewerbern selbst, ihr Interesse am Stadtratsposten kundzutun. Dies haben bisher getan:

  • Ahmet Cetiner (41, selbständiger Unternehmer aus Maintal, parteilos)
  • Sabine Freter (51, Bauingenieurin aus Mörfelden-Walldorf, parteilos)
  • Anahit Schäfer (49, ehrenamtliche Stadträtin für die FDP aus Maintal)
  • Andreas Bühner (51, Unternehmer aus Hanau, parteilos)
  • Ioannis Sarigiannidis​ (48, Angestellter aus Maintal, parteilos)

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