Trotz ihrer Beliebtheit bei der Bevölkerung war die Mainkultur bisher ein Minusgeschäft. Um sie auf eine breitere Basis zu stellen, soll Geld in die Infrastruktur fließen. Archivfoto: Bielesch

Maintal

Stadtparlament beschließt Finanzspritze für Mainkultur

Maintal. Das gastronomische und kulturelle Angebot am Dörnigheimer Mainufer, das sich unter dem Namen Mainkultur etabliert hat, soll erhalten bleiben: Das ist die Meinung der Mehrheit des Stadtparlaments.

Von David Scheck

Deshalb beschlossen die Fraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen einen von ihnen gemeinsam eingebrachten Antrag zu einer Finanzspritze über insgesamt 110 000 Euro. Hintergrund ist, dass die Mainkultur bisher nicht rentierlich betrieben werden konnte.

Die Mainkultur ist ein Minusgeschäft und auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten – diese Erkenntnis hatte der Initiator der Außengastronomie, Ahmet Cetiner, bereits bei seinem Resümee der Sommersaison 2018 gegenüber unserer Zeitung geäußert. Auf einer Informationsveranstaltung vor einigen Wochen, zu der neben dem Magistrat der Stadt Maintal und dem Stadtverordnetenvorsteher auch die Vorsitzenden der Fraktionen eingeladen waren, untermauerte Cetiner nochmals die düstere Perspektive der Mainkultur – verbunden mit einem Konzept, wie es ab 2019 weitergehen könnte.

Die Zahlen, die Cetiner präsentierte, haben anscheinend Eindruck bei den meisten Fraktionen hinterlassen. Einzig die WAM stimmte gegen den Antrag. Schon immer sei es bei Versuchen, am Mainufer ein Angebot zu etablieren, das Fazit gewesen: Das klappt nur, wenn es subventioniert wird, begründete Jörg Schuschkow, der Fraktionsvorsitzende der Wahlalternative, die ablehnende Haltung seiner Fraktion. Manche „Vereine hätten auch gerne 110 000 Euro“, so Schuschkow.

Förderung soll Zukunft des gastronomischen Angebots sichern

Dem Vorwurf, mit dem Geld fördere man einen privaten Unternehmer, entgegneten die Befürworter wie etwa der Fraktionsvorsitzende der SPD Sebastian Maier, dass die Förderung nicht dem derzeitigen Betreiber, sondern dem vom Stadtparlament beschlossenen Angebot Mainkultur zugute komme. Nun müsse man bei diesem Angebot – unabhängig vom Betreiber – eben „nachjustieren“, so Maier.

Bereits im Gespräch mit unserer Zeitung hatte der aktuelle Betreiber der Mainkultur, Ahmet Cetiner, die Gründe für das Minusgeschäft dargelegt: Es fehlten vor allem Essensmöglichkeiten, außerdem würde Cetiner das kulturelle Angebot gerne ausweiten. Doch um die Mainkultur auf breitere Beine zu stellen, brauche es mehr Stände – heißt: mehr Fläche. Mit der Förderung soll die nötige Infrastruktur dafür geschaffen werden.

Dafür sollen die 110 000 Euro verwendet werden

Mit der Mehrheit von SPD, CDU, FDP und Grünen hat das Stadtparlament beschlossen, das Angebot Mainkultur unabhängig vom derzeitigen Betreiber mit 110 000 Euro zu fördern. Diese teilen sich wie folgt auf: Bestehend aus Unternehmern, Politik und Verwaltung wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die im neuen Jahr ein Konzept und weiterführende Planungen für den Ausbau der Angebote ausarbeitet. Für externe Planer werden aus Resten des Haushalts 2018 10 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Bis Juli 2019 soll der Stadtverordnetenversammlung das Konzept zur Beschlussfassung vorliegen. Darüber hinaus wird in den Haushalt 2019 im Produkt Kulturförderung eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 100 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen eingestellt, die den langfristigen Betrieb der Mainkultur in den Sommermonaten ermöglichen soll. Die Mittel werden mit einem Sperrvermerk versehen, die Freigabe erfolgt dann durch den Haupt- und Finanzausschuss nach der Vorstellung der Planungen.

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