Ortstermin in Sachen Sicherheit: Am Freitagmittag hatte die Maintaler Stadtspitze auf den Vorplatz des Kinder- und Jugendhauses Bischofsheim eingeladen. Bürgern wurde das umfassende Sicherheitskonzept für den Ortsteil vorgestellt. Foto: Christian Balke

Maintal

Stadt sieht sicheres Bischofsheim

Maintal. Nein, sagt Polizeihauptkommissar Markus Adam, stellvertretender Dienststellenleiter der Maintaler Polizei, Bischofsheim sei kein so genannter „Hot-Spot“ in Sachen Kriminalität.

Von Christian Balke

„Nachweislich laut Kriminalitätsstatistik haben wir einen solchen in Maintal gar nicht“, sagt der erfahrene Polizeibeamte, „und selbst wenn man davon ausgeht, dass uns nicht jedes Delikt gemeldet wird, sind wir von einer Brennpunkt-Problematik weit entfernt.“

Allerdings, sagt der Polizist und wendet sich hier der Zustimmung signalisierenden Bürgermeisterin Monika Böttcher zu, solle dies auch so bleiben. „Auch deswegen sind wir hier“, sagt die erste Frau der Stadt, die an diesem sonnigen Freitagmittag nach Bischofsheim geladen hat.

Vorstellung des umfassenden Sicherheitskonzepts für den Ortsteil

Auf dem Vorplatz des Kinder- und Jugendhauses Bischofsheim hat der Fachdienst für Allgemeine Ordnungsaufgaben der Stadt einen Pavillon mit umfangreichem Informationsmaterial aufgebaut.

Fachdienstleiter Frank Meisinger, gleichzeitig auch Präventionsbeauftragter der Stadt, begrüßt gemeinsam mit der Bürgermeisterin Vertreter von Polizei und Ordnungsbehörde, der Landes-Sicherheitsinitiative „Kompass“, der angrenzenden Schulen, von Träger-Vereinen und (einige wenige) interessierte Bürger.

Bürgermeisterin beim Ortstermin stolz auf engmaschiges Präventions-Netz

Im Laufe der Veranstaltung wird immer klarer, was die Bürgermeisterin meint, wenn sie sagt, Maintal habe für Bischofsheim ein „engmaschiges Präventionsnetz“ geknüpft.

Beginnend auf der Landesebene gibt es mit „Kompass“ eine effektive, starke Sicherheitsinitiative, die Maintal die Rolle einer Modellkommune zugedacht hat. Dies ermöglichte die Gründung der Arbeitsgruppe „Rund um das Schulzentrum“, der es unter anderem zu verdanken ist, dass für eine regelmäßige Nachtstreife des städtischen Ordnungsdienstes ein neues Fahrzeug angeschafft und drei neue Stellen geschaffen wurden: „Das ist während meiner Amtszeit realisiert worden“, sagt Monika Böttcher.

Außerdem gibt es einen neuen Kontaktbeamten in Bischofsheim, der sowohl den Schulleitungen als auch der Leitungen des Jugendhauses und anderer Präventionseinrichtungen als Ansprechpartner dient.

Mobile Tempo-Anzeigetafel zeigt Wirkung

„Dann möchte ich noch darauf hinweisen“, sagt Monika Böttcher, „dass wir an der Goethestraße eine mobile Tempo-Anzeigentafel aufgestellt haben, die dort absolut ihren Zweck erfüllt.“ Geradezu begeistert nickt bei diesen Worten Claus Wörn, Schulleiter der Albert-Einstein-Schule. Das Schild habe tatsächlich dazu geführt, dass das sprichwörtliche „Elterntaxi“ nun langsamer in Richtung Schule fahre: „Ich weiß das, denn ich stehe da regelmäßig morgens und schaue mir das Schauspiel an.“

Dies trage freilich auch dazu bei, sagt Frank Meisinger lachend, dass Eltern am Steuer diszipliniert würden: „Die sehen da den Rektor stehen und stehen innerlich stramm.“ Die Stadt werde weitere Schilder anschaffen, kündigen Böttcher und ihr Fachdienstleiter an.

Bischofsheimer Netzwerk wird gelobt

Vom „Elterntaxi“ ganz abgesehen, sagt Pädagoge Wörn weiter, müsse man dem Bischofsheimer Netzwerk hervorragende Wirkung attestieren: „Man merkt, dass jetzt Leute zusammen an einem Tisch sitzen, die vorher nicht an einem Tisch gesessen haben.“ Dies bestätigt auch Birgit Hurst, die Schulleiterin der benachbarten Erich-Kästner-Gesamtschule: „Es ist was passiert und das ist gut so.“ Wenn Probleme in Verzug seien, greife das Präventionsnetz sofort.

Einer der wenigen zum Ortstermin erschienenen Bürger sieht Lücken bei der Prävention und sagt das auch. Der nach eigenen Angaben ehemals ranghohe Feuerwehrmann in Pension beklagt, dass er vor vier Jahren am Hinterausgang des Bürgerhauses Bischofsheim zusammengeschlagen worden sei: „Das ist eine dreckige und dunkle Ecke und das ist nach wie vor ein Treffpunkt höchst zwielichtiger Personen.“

Frank Meisinger und Polizist Markus Adam kennen den Mann und sie kennen auch den Fall. Ohne ins Details zu gehen, gibt Adam dem Anwohner einen guten Rat mit: „Verlassen sie bitte nicht ihre Wohnung, um mutmaßlich Störer zur Rede zu stellen.“ Werde er in Zukunft auch nicht machen, sagt der Mann. Ein Ärgernis bleibe die finstere Ecke den

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