Außenansicht des "m5-Business-Centers" an der Max-Planck-Straße. Hier hat die Stadt Maintal derzeit etwas mehr als 200 Quadratmeter angemietet. Für das "Gründerzentrum 2.0" sollen es bald 700 Quadratmeter sein. Foto: PM

Maintal

Stadt Maintal will das Gründerzentrum erweitern

Maintal. Seit dem Jahr 2008 betreibt die Stadt ein Zentrum für Existenzgründer. An der Max-Planck-Straße 11 stehen derzeit auf 285 Quadratmetern Büros zur Verfügung. Am gleichen Standort will der Magistrat jetzt am Standort M5 Businesscenter weitere 700 Quadratmeter Bürofläche anmieten.

Von Christian Balke

Der Schwerpunkt der künftigen Existenzgründungen – zumindest hofft der Magistrat dies – soll im Bereich innovativer Digitalwirtschaft liegen. Existenzgründer sollen so nach Maintal gelockt und in Maintal gehalten werden. Unterstützen will die Stadtspitze mit dem vorgestellten Konzept auch die Vernetzung von etablierten Unternehmen, ambitionierten Gründern und regionalen Institutionen der Wirtschaftsförderung.

Vorgestellt wurde das Konzept in den vergangenen Wochen gleich an zwei wichtigen Orten: Im Haupt- und Finanzausschuss stellte Bürgermeisterin Monika Böttcher das Papier im Rahmen einer Präsentation persönlich vor. Bei einer gutbesuchten Pressekonferenz Ende September im Rathaus ließ die Bürgermeisterin der städtischen Wirtschaftsförderin Anke Prätzas den Vortritt.

Impulse für die lokale Wirtschaft

Der Tenor war freilich bei beiden Frauen fast identisch: Gerade in Zeiten eines möglichen konjunkturellen Abschwungs sei es wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern, indem man möglichst gute Bedingungen für Unternehmensgründer schafft: „Beratung, Coaching und Netzwerken sind Teil des Pakets, das wir anbieten“, sagte Bürgermeisterin Böttcher. Wobei die Bürgermeisterin freilich hofft, dass Gründer und Gründerinnen als Innovationsmotor Impulse für die lokale Wirtschaft geben und so die Attraktivität des Standorts weiter steigern. Während Existenzgründer mit digitalem Schwerpunkt bevorzugt werden, ist das Konzept auch für alle anderen Branchen offen.

Der günstige Mietpreis für ein Büro mit schnellem Internet und WLAN ist derzeit gestaffelt von zwei bis sechs Euro pro Monat und Quadratmeter. Maximal fünf Jahre kann ein Unternehmen an der Max-Planck-Straße bleiben, dann sollte es auf dem Markt etabliert sein und sich neue Büroräume suchen können. Freilich sei dann das gebildete Netzwerk ebenfalls ein großer Vorteil: „Wir sind zuversichtlich, die Unternehmen auch in Maintal zu halten“, sagte Monika Böttcher.

Nicht nur Einzelbüros sollen entstehen

Während der Startphase sollen die Unternehmen im städtischen Gründerzentrum unter anderem vernetzt werden mit dem Forum Existenzgründung Main-Kinzig, der Frankfurt Rhein Main Marketing GmbH, Handwerks- und Industrie- und Handelskammer, Banken und Wirtschaftspaten. Begleitet werden soll das Ganze von Schulungen zu Themen wie Unternehmensführung, Vertrieb, Marketing und Buchführung.

Um das Konzept zu realisieren, seien folgende Schritte notwendig: Erstens die Anmietung von 700 Quadratmetern zusammenhängender moderner Bürofläche am Standort Max-Planck-Straße 11 bis 13. „Der Vermieter“, sagte Monika Böttcher, „wird die Räumlichkeiten gemäß unseren Ansprüchen umbauen.“ Eine Anmietung sei dann ab dem dritten Quartal 2020 möglich. Die derzeit genutzten 235 Quadratmeter Bürofläche würden dann aufgegeben werden. Entstehen würden so 15 Einzelbüros, ein Raum mit sechs so genannten „Co-Working“-Arbeitsplätzen – quasi Kurzzeit-Büros für temporäre Nutzung. Ein Konferenzraum, ein zentraler Treffpunkt mit offener Küche, sowie Toiletten, Serverraum und Abstellraum. Angemietet würden die Räume zu einem Preis von zehn Euro pro Quadratmeter, sagte Bürgermeisterin Böttcher, was einer Monatskaltmiete von 7000 Euro entspräche.

Eine Investition in die Zukunft

In den Haushaltsberatungen wird die Maintaler Politik entscheiden müssen, ob sie den damit verbundenen Kosten zustimmt: 65 000 Euro für Einrichtung und Möblierung, 141 000 Euro an jährlichen Betriebskosten, inklusive einer Vollzeitstelle für die Leitung der Einrichtung, die Koordination und Projektmanagement umfasst.

Nach der festen Überzeugung des Magistrats ist das Geld eine hervorragende Investition in die Zukunft der Stadt. Mit dem Konzept werden die schon lange von Seiten der Politik geäußerte Nachfrage an ein modernes Gründerzentrum bedient.

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