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Die Sieger des Turniers: Die Kicker der Freunde Maintal freuen sich mit Bürgermeisterin Monika Böttcher und Schirmherr Dragoslav Stepanovic (rechts). Preise gab es am Ende aber für alle Mannschaften – schließlich stand der Spaß im Vordergrund.

Anpfiff für Integration und Respekt

Bei Fußball-Turnier für Geflüchtete treffen Kampfgeist, Kulturen und ein starker Zusammenhalt aufeinander

  • vonLena Bellon
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Der Verein Freunde Maintal hat ein Fußball-Turnier organisiert. Der Clou: Es treten ausschließlich Mannschaften an, die sich aus Geflüchteten zusammensetzen. 

Mitfiebernde Jubelschreie und eine ausgelassene Stimmung im Publikum und am Spielrand dominieren die Halle. Das Fußball-Turnier der Freunde Maintal läuft auf Hochtouren, als das vorletzte Spiel des Nachmittags angepfiffen wird. Es spielen Mannschaften, die ausschließlich aus geflüchteten jungen Männern zusammengestellt sind und sich in diesem Rahmen duellieren. 

„Wie man sieht, ist es kein Problem zu harmonieren“, sagt Philipp Eibelshäuser stolz. Der Leiter und Organisator des Turniers ist sichtlich zufrieden mit den Spielen. „Man sieht die Leidenschaft der Jungs und den Zusammenhalt. Da macht sich die ganze Arbeit bezahlt, die ich hier hineingesteckt habe“, erzählt er. Der 83-Jährige zeigt mit seinem Turnier, dass Integration und gegenseitiger Respekt ganz einfach sein können. Hier treffen nicht nur verschiedene Kulturen aufeinander, sondern auch verschiedene Altersklassen. 

Mehmet Bagci findet selbst im Training feste Regeln wichtig

„Durch den Sport kommen hier alle zusammen. Die Jungs kommen aus Syrien, Kenia, Äthiopien und vielen weiteren afrikanischen und asiatischen Ländern“, erklärt Mehmet Bagci, der einige der Spieler trainiert. Aber er ist nicht nur einfach Fußballtrainer, sondern auch Mentor. „Nach und nach habe ich so viel Entwicklungen bei jedem Einzelnen gesehen. Die Sprachkenntnisse wurden viel besser und der Umgang miteinander auch. Mit der Zeit haben einige jetzt auch einen Ausbildungsplatz bekommen, das ist schön zu sehen“, erzählt Bagci stolz. 

Der Spaß soll natürlich im Vordergrund stehen, aber in seinem Training gibt es auch feste Regeln. „Sie dürfen nur Deutsch sprechen und müssen achtsam miteinander umgehen, das ist mir wichtig und bringt die Jungs weiter“, sagt er weiterhin. Bagci sieht aber auch noch viel Handlungsbedarf in den Vereinen. „Viele sind nicht so aufgeschlossen wie ich mir das für die Spieler wünschen würde. Da könnte es mehr Unterstützung geben. Im Gegenzug dazu bekämen sie ja auch tolle Spieler“, erzählt er. 

Geflüchtete würden gern ein solches Turnier wiederholen

Aus der Mannschaft „Ü40“ erheben sich ebenfalls positive Stimmen: „Die Jugend war einfach stärker, da konnten wir nicht mithalten“, gibt Paul Robinson, der Betreuer der „Ü40“-Mannschaft, zu. Im Publikum ist auch Bernd Friedrich, der seit 28 Jahren im Rollstuhl sitzt. „Als ich ‧damals den Unfall hatte, wurden direkt Benefiz-Spiele für mich veranstaltet. Dafür bin ich bis heute so dankbar“, erzählt er. Friedrich war früher selbst Torwart im Verein und auch nach dem Unfall ist die Leidenschaft für Fußball geblieben. „Dass Philipp mich heute zu dem Spiel eingeladen hat, finde ich toll“, freut er sich. 

Das Finalspiel ist spannend bis zum Schluss. Nach einem Siebenmeterschießen gewinnt die Mannschaft „Maintal Freunde I“. „Wir hatten Spaß und sind natürlich super zufrieden dass wir gewonnen haben“, freut sich die Siegermannschaft. „Wichtig war aber nicht nur das Spiel. Wir haben auch viele Leute kennengelernt und so jetzt ein paar neue Kontakte“, erzählt Jalil Jafari, Spieler aus der Siegermannschaft. „Wir würden das auf jeden Fall gerne wiederholen“, fügt er schließlich noch hinzu. 

Preise gab es am Ende für alle Mannschaften. In den Teams herrscht Einigkeit darüber, dass alle gerne wieder an einem solchen Turnier teilnehmen würden.

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