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Spielplätze sollen hundefreie Zone werden

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Noch sind Hunde auf Spielplätzen erlaubt: Sollte das Stadtparlament dem Ausschussvotum folgen, würde sich das ändern.  Foto: Carolin-Christin Czichowski
Noch sind Hunde auf Spielplätzen erlaubt: Sollte das Stadtparlament dem Ausschussvotum folgen, würde sich das ändern.  Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Hunde werden bald auf Maintaler Spielplätzen ein seltener Anblick sein. Denn die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Kultur haben in ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich einer Magistratsvorlage zugestimmt, die ein Verbot der Vierbeiner auf städtischen Spielplätzen vorsieht.

Von Carolin-Christin Czichowski

Dafür soll die Satzung zur Gefahrenabwehrverordnung über die Sicherung der Sauberkeit und über das Verhalten in öffentlichen Anlagen geändert werden. Aktuell gilt auf Spielplätzen eine Leinenpflicht für Hunde. Wie Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) erklärte, habe das zum einen hygienische Gründe. Und zum anderen könnten Kinder sich von Hunden, auch wenn sie angeleint wären, bedroht fühlen.

Friederike Steinmetz ist regelmäßig mit ihren Kindern auf dem Spielplatz am Dörnigheimer Mainufer, unterhalb der Mainterrassen, und begrüßt die Entscheidung. „Der Spielplatz soll ja ein Ort sein, an dem sich Kinder frei ausleben und wohlfühlen können“, sagt die dreifache Mutter bei einen Besuch unserer Zeitung vor Ort. Gerade als ihre Kinder noch kleiner waren, hätten sie schon Angst vor Hunden gehabt. „Es gibt ja genügend Plätze in der Natur, an denen sich Hunde aufhalten können.“ Sie selbst und ihre Kinder hätten auf Maintaler Spielplätzen allerdings noch nie Probleme mit Hunden gehabt.

Keine lückenlose Überwachung möglich

Eine andere Maintalerin sitzt mit ihren Kindern auf einer Bank etwas außerhalb des Spielplatzgeländes, denn sie hat ihre Hündin Maja dabei. „Ich finde das komplette Verbot übertrieben“, sagt sie. „Solange Hunde angeleint sind, sollten sie für die spielenden Kinder doch kein Problem sein.“ Die Mutter vermutet, dass die Stadt nun so rigoros durchgreife, weil sich viele andere Hundehalter nicht an die Leinenpflicht halten würden. „Und viele machen auch die Haufen nicht weg, das ist schon ein Problem.“ Dass sich die Hundehalter nicht an die Vorgaben halten, hat ihrer Meinung nach mit fehlender Kontrolle zu tun. „Noch mehr Verbote bringen da rein gar nichts.“

Ähnlich sieht das auch Sozialausschussmitglied Leo Hoffmann (FDP). „Es ist auf den Spielplätzen keine lückenlose Überwachung möglich“, sagte er am Dienstagabend. Außerdem halte seine Fraktion das Verbot für unverhältnismäßig. „Ein kleiner Hund ist ja schon etwas anderes als zum Beispiel ein Bernhardiner.“ Zudem gebe es einige Hundehalter, die sich schon jetzt nicht an die Leinenpflicht halten würden. „Die werden sich von einem grundsätzlichen Hundeverbot sicherlich auch nicht beeindrucken lassen.“ In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeisterin Böttcher auf die soziale Kontrolle. Es gebe einige Bürger, die andere auf Verbote und Fehlverhalten hinweisen würden.

Stadtverordnete entscheiden am Montag

Grünen-Fraktionsvorsitzende Monika Vogel begrüßt die Magistratsvorlage: „Ich finde das Verbot richtig und wichtig“, sagte sie. Letztlich stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich für die Vorlage. Nun obliegt die endgültige Entscheidung den Stadtverordneten. In ihrer Sitzung am kommenden Montag entscheiden sie über die Magistratsvorlage. Sollte die Satzungsänderung wie zu erwarten beschlossen werden, tritt sie nach einer amtlichen Bekanntmachung in Kraft.

Informationen: Stadtverordnetenversammlung am Montag, 25. März, 18 Uhr im BürgerhausBischofsheim, Dörnigheimer Weg 21. Die Sitzung ist öffentlich.

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