Aufgestellt zum Gruppenbild: Im Ensemble des Hauses der Begegnung sind die Schauspieler für das Märchenstück "Frau Holle" zwischen zehn und 70 Jahren alt. Die Proben sind gerade angelaufen. Fotos: Gabriele Reinartz

Maintal

Spielgemeinschaft zeigt "Frau Holle"

Maintal. „Ihr müsst mehr nach vorn kommen, sonst nimmt man euch nicht richtig wahr“, weist Andrea Schultheis die Laienschaupieler an. Es ist Donnerstagabend, 19 Uhr. Die zweite Leseprobe für das Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ hat soeben begonnen.

Von Gabriele Reinartz

19 weitere Proben sowie die Haupt- und Generalprobe werden noch folgen, damit am Ende alles sitzt. „Ihr“ – das sind 15 Darsteller, die im Haus der Begegnung (HdB) in der Rhönstraße 13 in Bischofsheim in kleinen Gruppen abwechselnd auf die Bühne treten.

Sie alle sind noch „bewaffnet“ mit Textbüchern, aus denen sie mehr ablesen als rezitieren. Denn die Texte sitzen noch nicht, müssen erst einstudiert werden. Immerhin ist es ja erst die zweite Probe. Doch der Spaß ist ihnen anzumerken. Die Atmosphäre ist fröhlich, die Stimmung locker. Kein Hauch von Anspannung ist zu spüren, im Gegenteil. „Erst wenn die Texte einigermaßen sitzen, werden die Darsteller ihre Gesten und andere Bewegungen einstudieren“, weiß Ulla Dauborn. Sie macht für die Spielgemeinschaft die Pressearbeit und springt zusätzlich noch überall dort ein, wo Hilfe benötigt wird.

Pro Jahr führt die Spielgemeinschaft HdB zwei Stücke auf. Im Sommer eine Kommödie, im Winter ein Märchen. „Nachdem unser langjähriger Regisseur Dieter Hombach die Leitung abgegeben hat, haben meine Tochter Alicia und ich diese übernommen – zumindest für das Weihnachtsmärchen ‚Frau Holle‘, das wir in der Adventszeit aufführen werden“, sagt Schultheis. Sie ist ein „alter Theater-Hase“, fing schon mit 15 Jahren Schauspielern an; davor engagierte sie sich in der Spielgemeinschaft HdB beim Kulissenbau.

Seitdem steht Schultheis, mit lediglich acht Jahren Unterbrechung, regelmäßig auf und jetzt vor der Bühne. Auch im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit, Schultheis ist Lehrerin, absolvierte sie eine Fortbildung zum Thema „Darstellendes Spiel“. Denn dieses ist mittlerweile zu einem Schulfach geworden.

Knapp 40 Personen engagiert

„Die vielen anderen Aufgaben, die im Rahmen unserer Theaterstücke anfallen, wie beispielsweise Kostümherstellung, Maske, Bühnenbau oder auch Werbung und Spendensammeln, haben wir auf kleine Teams verteilt. Das gilt auch für die Auswahl der Stücke, die von einem der Teams festgelegt werden“, sagt sie. Ansonsten aber habe sich in der Gruppenkonstellation nichts geändert.

Apropos Gruppe: Insgesamt sind knapp 40 Personen in der Spielgemeinschaft engagiert. Bei „Frau Holle“ werden 15 von ihnen auf der Bühne stehen. „Wir haben das Stück extra adaptiert, damit jeder, der mitmachen wollte, eine Rolle bekam“, erzählt sie. Auf Wunsch spielen auch Kinder mit. So ist im Ensemble altersmäßig ein guter Querschnitt vertreten, von zehn bis 70 Jahren.

Glück bei Kostümen

Was die Kostüme betrifft, hatte die Spielgemeinschaft in diesem Jahr großes Glück: „Bei den Hanauer Märchen-Festspielen wurde ‚Frau Holle‘ aufgeführt. Daher konnten wir von dort einige Originalkostüme erwerben“, sagt Schultheis, „und was uns sonst noch fehlt, stellen wir selber her. Denn zu unserem Team gehören ja auch einige handwerklich geschickte Personen“, freut sich die frischgebackene Regisseurin. Um sich dann wieder voll und ganz auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren.

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