Unschöne Hinterlassenschaften: Am Neujahrstag 2018 fanden sich nicht nur am Dörnigheimer Mainufer einige Reste der Silvesterfeierlichkeiten. Die Böller-Reste können Tiere und Pflanzen belasten, so die Stadt. (Foto: Kalle)

Maintal

Silvester: Wenig Feuerwehreinsätze - Muslime räumen Knaller weg

Maintal. Der Jahreswechsel verlief in Maintal ruhiger als noch im Vorjahr. Dies bestätigte auch Brandinspektor Andreas Matz auf Nachfrage. Die Reste der Knallerei sind allerdings noch Tage danach sichtbar.

Von Monica Bielesch

So musste die Feuerwehr nur wenige Male zu kleineren Einsätzen ausrücken. Etwa am Samstag, 30. Dezember von 20.15 bis 21.15 Uhr: Die Stadtteilwehren Bischofsheim und Dörnigheim wurden gegen 20.15 Uhr zu einem Zimmerbrand in die Schlesische Straße gerufen. Vor Ort war ein Kühlschrank durch einen technischen Defekt in Brand geraten. Die Bewohner des Hauses konnten sich bereits vor Eintreffen der Feuerwehr ins Freie begeben.

Ein Trupp von Feuerwehrmännern unter schwerem Atemschutz kontrollierte die stark verrauchte Wohnung. Aufgrund von Sauerstoffmangel war das Feuer bereits erloschen, so dass nur noch kleinere Nachlöscharbeiten notwendig waren, so die Feuerwehr in ihrem Bericht. Bereits während der Einsatzmaßnahmen wurden sowohl der Treppenraum rauchfrei gehalten als auch die Brandwohnung mittels Druckbelüfter entraucht. Insgesamt waren 26 Einsatzkräfte im Einsatz.

Ruhige Nacht zum Jahreswechsel

Am Sonntag, 31. Dezember, gab es gegen 23.30 Uhr für die Feuerwehr einen kleinen Einsatz. Die Stadtteilwehr Bischofsheim wurde wegen eines angeblichen Kleinfeuers im Dörnigheimer Weg umsonst alarmiert. Am Montag, 1. Januar, wurde gegen 1.30 Uhr in der Goethestraße im Bereich der Hochhäuser ein Kleinfeuer gemeldet. Die Stadtteilwehr Bischofsheim fand den brennenden Inhalt eines Müllbehälters. Als die Feuerwehr eintraf, war das Feuer bereits durch Anwohner abgelöscht worden.

Stadtbrandinspektor Andreas Matz freute sich über die ruhige Nacht zum Jahreswechsel. Seine Einschätzung: Der Wind sei die Ursache. Viele Menschen hätten wohl auf ausgiebiges Feuerwehrwerk und Raketen verzichtet, so Matz.

Überreste am nächsten Tag

Wie jedes Jahr feierten viele Maintaler am Dörnigheimer Mainufer den Jahreswechsel. Davon zeugten noch am nächsten Tag die Überreste der Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien.

Mit diesen Überresten der Knallerei beschäftigen sich traditionell die Maintaler Muslime. Mit Besen, Eimern und Säcken haben sie gleich im neuen Jahr Raketenreste, Böller, Flaschen und Verpackungsabfall eingesammelt. Die muslimische Gruppe Ahmadiyya Muslim Jamaat Maintal ist dafür im Rahmen ihrer Aktion „Silvesterputz“ an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet tätig geworden.

Aufräumaktion der Muslime in Maintal

Wie die Stadt Maintal mitteilt, sammelten die Maintaler Muslime in Bischofsheim am Dörnigheimer Weg von der Feuerwehr bis zum Kreisel, sowie in Dörnigheim von der Dietrich-Bonhoefer-Schule, über die Breitscheidstraße (Gebetsstätte), den Backesweg bis zum alten Friedhof. Zusätzlich wird der Bahnhof Ost, die Umgebung des Feuerwehrgerätehauses in der Berliner Straße in Dörnigheim sowie rund um das Schützenhäuschen in Hochstadt gesäubert.

„Im Namen des Magistrates möchte ich mich sehr herzlich für das Engagement der Gruppe bedanken, die auch regelmäßig an der landesweiten Aktion „Sauberhaftes Hessen“ teilnimmt. Die Ahmaddiya Muslim Jamaat Maintal sammelt Abfälle im öffentlichen Raum bereits seit einigen Jahren und sogar mehrfach im Jahr. Am Neujahrstag entlastet die Ahmaddiya Gemeinde die Stadt, die Natur und trägt dazu bei, dass zumindest an diesen Stellen wieder alles sauber ist“, so Erster Stadtrat und Umweltdezernent Ralf Sachtleber.

Sammelaktionen kosten Zeit und Geld

Sammelaktionen in Außenbereichen kosten Zeit und Geld, Feuerwerksreste belasten Tiere, Pflanzen, das Wasser und den Boden. Das Einsammeln ist mit zeitaufwändiger Handarbeit und Kosten verbunden. Die Stadt bittet daher um etwas Geduld, bis alle Überreste im Außenbereich beseitigt werden. Wer helfen will, kann die Feuerwerksreste einfach in den nächsten öffentlichen Abfallkorb legen, teilt die städtische Abfallberatung mit.

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