1. Startseite
  2. Region
  3. Maintal

Schwerpunkt Wachenbuchen: Vandalismus trübt die Idylle

Erstellt: Aktualisiert:

Trauriger Rest: Unbekannte, die sich abends an einem Wochenende in Wachenbuchen getroffen haben, knickten einen Baum vor einer Sitzbank um. Außerdem warfen sie Müll auf das Gelände der Kita Kilianstädter Straße (links). In Sachen Müll und Vandalismus ist der kleinste Stadtteil derzeit einer der Schwerpunkte der Maintaler Ordnungsbehörde. Foto: Privat
Trauriger Rest: Unbekannte, die sich abends an einem Wochenende in Wachenbuchen getroffen haben, knickten einen Baum vor einer Sitzbank um. Außerdem warfen sie Müll auf das Gelände der Kita Kilianstädter Straße (links). In Sachen Müll und Vandalismus ist der kleinste Stadtteil derzeit einer der Schwerpunkte der Maintaler Ordnungsbehörde. Foto: Privat

Maintal. Junge Erwachsene und Jugendliche treffen sich gerade in den Sommermonaten regelmäßig abends an einem Ort draußen, um abzuhängen – völlig normal und auch überhaupt nicht zu kritisieren.

Von David Scheck

Doch wenn einige dieser Gruppen nach jeder ihrer Zusammenkünfte ihren Müll und in manchem Fall eine Spur der Verwüstung hinterlassen, ist es natürlich vorbei mit dem Verständnis. Solche neuralgischen Punkte gibt es überall in Maintal. Ein Schwerpunkt liegt in Wachenbuchen.

Karl-Heinz Kaiser wird den meisten als Stadtverordnetenvorsteher bekannt sein. Kaiser ist aber auch Privatmensch, Anwohner in Wachenbuchen. Vor Kurzem ging dem Anwohner Kaiser das nächtliche Treiben schlicht zu weit: Unbekannte hatten einen jungen Baum vor einer Sitzbank an der Weggabelung Kilianstädter Straße/Am Windecker Weg umgeknickt und darüber hinaus ihren Müll auf das Gelände der dortigen städtischen Kindertagesstätte geworfen. Und das, obwohl sich direkt neben der Bank ein Abfalleimer befindet.

Den Wachenbucher stören nicht die abendlichen Treffen an sich, die seiner Beobachtung nach auch auf dem Parkplatz des Bürgerhauses und auf dem alten Friedhof sowie den angrenzenden Gärten stattfinden. „Es wäre ja in Ordnung, wenn sie ihren Müll entsorgen oder mitnehmen würden.“ Doch bei Sachbeschädigung wie der Zerstörung des Baums ist bei Kaiser die Toleranzgrenze erreicht. Und auch seine Berichte von zerschlagenen Flaschen auf dem Windecker Weg und Nachbarn, die zurückgelassene Flaschen entsorgten, zeichnen kein besseres Bild.

Stadt Maintal setzt auf Prävention

Wer diejenigen sind, die mancher in diesem Zusammenhang als „Vandalen“ bezeichnen würde? „Nicht alle sind aus Maintal“, sagt Kaiser dazu. Aber die Anwohner der betroffenen Bereiche würden die Personen nicht mehr ansprechen, da sie Sachbeschädigungen am privaten Eigentum befürchteten.

Nun sind solche sogenannten Vandalismusschäden kein Maintaler Phänomen, es gibt sie nahezu in jeder Kommune. Verhindern lassen sie sich nirgendwo. Die Stadt Maintal setzt daher auf Prävention. „Unser Außendienst der Ordnungsbehörde ist im Rahmen der allgemeinen Kontrollen regelmäßig – auch abends und am Wochenende – im Straßengebiet unterwegs.“ Zusätzlich sei die Ordnungsbehörde stets auf die Beobachtungen aus der Bevölkerung angewiesen, die Straftaten zur Anzeige bringen oder Verdächtiges melden.

Im Stadtgebiet gebe es verschiedene Orte, die regelmäßig beobachtet würden. Wachenbuchen sei dabei zurzeit ein Schwerpunkt. Auch der Surfsee sei ein solcher Punkt. In Wachenbuchen liefen schon seit längerer Zeit verstärkte Kontrollen durch die Präventionsstreife der Ordnungspolizei.

Fall wird intern behandelt

Weder personell noch von den Dienstzeiten her kann die Maintaler Ordnungsbehörde eine Überwachung rund um die Uhr sicherstellen. Daher ist eine Zusammenarbeit mit den staatlichen Ordnungshütern umso wichtiger. Diesbezüglich seien die Polizeistation Maintal und die städtische Ordnungspolizei sehr gut vernetzt, so die Stadt. Es finde ein regelmäßiger anlassbezogener Austausch statt.

Als eine von vier Pilotkommunen von Kompass, dem Kommunalprogramm Sicherheitssiegel, steht Maintal in einem besonderen Licht. Das Hauptaugenmerk der Initiative des hessischen Innenministeriums liegt auf der Prävention. Nach dem Vorfall in Wachenbuchen seien die Kompassberater beim Polizeipräsidium Südosthessen durch den Präventionsbeauftragten der Stadt Maintal, Frank Meisinger, darüber informiert worden.

Die Themen „Vandalismus“ sowie „Graffiti, Müll und Lärm“ seien seit Beginn des Projekts Kompass wichtige Schwerpunktthemen. Insofern werde das Thema innerhalb des Projekts weiter behandelt. Der konkrete Fall im Stadtteil Wachenbuchen werde intern weiter bearbeitet werden.

Auch interessant