Die beiden langjährigen Schulleiterinnen der Erich-Kästner-Schule, Birgit Hurst (rechts) und Regina Häuser.
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Führungswechsel: Die beiden langjährigen Schulleiterinnen der Erich-Kästner-Schule, Birgit Hurst (rechts) und Regina Häuser, gehen Ende Juli gemeinsam in Rente

Verabschiedung

Schulleiterinnen der Erich-Kästner-Schule verabschieden sich

  • Carolin-Christin Czichowski
    vonCarolin-Christin Czichowski
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Lange führten Birgit Hurst und Regina Häuser die Erich-Kästner-Schule gemeinsam. Nun gehen sie in Rente.

Maintal – „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt wurden, kann man Schönes bauen“, sagt Birgit Hurst. „Und wir hoffen, in den Jahren unseres Wirkens etwas Schönes gebaut zu haben.“ Nach acht Jahren als Schulleiterin verlässt sie Ende des Monats die Erich-Kästner-Schule (EKS) – ebenso wie ihre Stellevertreterin Regina Häuser. Die beiden engagierten Mitglieder des Leitungsteams der integrierten Gesamtschule gehen in Rente. „Und zwar mit gemischten Gefühlen“, sagt Häuser. Die Mathe- und Chemielehrerin war ziemlich genau 40 Jahre an der Erich-Kästner-Schule. Entsprechend schwer fällt ihr nun auch der Abschied. „Vor allem das Kollegium wird mir sehr fehlen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es sind alle so hilfsbereit.“

Auch Birgit Hurst hat sich auf Anhieb wohlgefühlt, als sie vor acht Jahren von der Frankfurter Georg-Büchner-Schule nach Bischofsheim wechselte und hier Schulleiterin wurde. „Ich habe diese Entscheidung keine Sekunde bereut“, sagt sie. Nicht nur das Kollegium sei für Hurst ein Glücksfall gewesen, sondern auch die Schüler. „An unserer Schule gibt es so viele verschiedene Charaktere und auch sehr viele Möglichkeiten für die Schüler, sich zu entwickeln.“ Das Konzept der integrierten Gesamtschule sei für sie ein ganz besonderes, das schon längst seinem negativen Image, das die Schulform lange Zeit hatte, entwachsen sei. „Es ist ein tolles System, das den Schülerinnen und Schülern alle Möglichkeiten bietet, nicht nur fürs Leben, sondern auch voneinander zu lernen“, sagt die scheidende Schulleiterin.

Während ihres gemeinsamen Wirkens haben Hurst und Häuser einige Projekte auf die Beine gestellt: Von der Verschönerung der Mensa, des Schulhofs und des Pausenraums für die Schüler bis hin zur Gründung zahlreicher Pflicht-AGs in den Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben. „Es ist wichtig, dass die Schüler das Lernen lernen“, sagt Hurst.

Außerdem haben die beiden Schulleiterinnen den Übergang der integrierten Gesamtschule in das Ganztagsprofil zwei begleitet. Und nicht zuletzt hat die Schulgemeinde Hurst und Häuser zu verdanken, dass es mittlerweile einen Sanitätsdienst gibt. „Dabei kooperieren wir mit den Johannitern“, sagt Hurst. Besonders stolz sind sie und ihre Stellvertreterin auch auf die „PuSch-Klasse“. „Das steht für ‘Praxis und Schule’“, sagt Hurst. Immer im neunten Jahrgang gibt es eine Klasse, in der verschiedene Praktika im Vordergrund stehen. „Jeweils einmal pro Woche besuchen die Schülerinnen und Schüler einen Betrieb und eine Berufsschule.“ Dadurch hätten schon so manche Jugendliche einen Ausbildungsplatz ergattert.

Gerne blicken die beiden auf ihre Zeit an der EKS zurück. Besonders Regina Häuser, die fast ihr gesamtes Berufsleben als Lehrerin an der Bischofsheimer Schule verbracht hat. „Ich bin schon ein bisschen wehmütig“, sagt sie.

Zwar hätten sie und Hurst sich gern im großen Rahmen von „ihrer“ Schule, dem Kollegium und nicht zuletzt von den Schülern verabschiedet. Doch die Corona-Krise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. „Eigentlich war eine akademische Feier geplant“, sagen die beiden. Stattdessen fand die offizielle Verabschiedung im kleinen Kreis statt, sodass die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen eingehalten werden konnten.

Abschiedsgeschenke gab es aber trotzdem: Unter anderem haben sie von den Schülern eine selbst gestaltete Patchwork-Decke bekommen. „Jede Klasse hat ein Quadrat gestaltet“, sagt Häuser sichtlich gerührt. „Das perfekte Geschenk zum gemütlichen Lesen auf der Couch.“

Dafür haben die beiden Schulleiterinnen ab Anfang August wieder vermehrt Zeit. Beide wollen sich ihrer Familie und ihren Hobbys widmen: „Ich werde viel Malen und Fahrradfahren, habe mir extra vor Kurzem ein E-Bike zugelegt“, sagt Hurst. Regina Häuser möchte Zeit mit ihrem Patenkind verbringen. „Und reisen“, sagt sie.

Der Erich-Kästner-Schule wollen beide weiterhin eng verbunden bleiben. „Ich habe schon versprochen, mich im Förderverein zu engagieren“, sagt Häuser. Außerdem freuen sie sich darauf, regelmäßig die Schul- und Sommerfeste zu besuchen.

Wer nach den Sommerferien die Nachfolge als Leitung der EKS antreten wird, ist bislang nicht bekannt. Die Stelle der Schulleitung wird vom hessischen Kulturministerium ausgeschrieben, die der Stellvertretung vom Schulamt. „Wir sind sehr gespannt und hoffen, dass schnell eine Nachfolge gefunden wird.“

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