Auf der jüngsten Städtetour besuchten die Maintaler Senioren Schmalkalden. Foto: PM

Maintal

Schmalkalden beeindruckt bei Städtetour

Maintal. Eine Städtetour vom Fachdienst Maintal Aktiv – Freiwilligenagentur führte erstmals in eines der neuen Bundesländer. Schmalkalden sorgte bei zwei Seniorengruppen Ende Juni und Anfang Juli für Begeisterung.

Von Martina Faust

Nach zweieinhalbstündiger Busfahrt ließen sich alle Teilnehmer in Schmalkalden vom Charme der kleinen romantischen Stadt mit großer Geschichte verzaubern, die über mehrere Jahrhunderte zu Hessen gehörte.

Bei einer Stadtführung erfuhren die Maintaler Wissenswertes über den Schmalkaldischen Bund, der Mitwirkung Luthers und Melanchthons und über den späteren Krieg, den der hessische Landgraf Philipp gegen den katholischen Kaiser Karl V. verlor.Herrlicher Blick auf Fachwerk-Dächer„Auch vom florierenden Eisen verarbeitenden Handwerk war die Rede, und die Anordnung der Streifen des hessischen und des thüringischen Löwen wurde erklärt“, berichtet Traute Lackner vom freiwilligen Städtetourenteam, die beide Fahrten nach Schmalkalden mit organisiert und begleitet hat. Immer wieder kam die Gruppe an liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und Kemenaten vorbei, und nebenbei blieb auch noch genügend Zeit und Muße für einen kleinen Schaufensterbummel.

Das Mittagessen nahmen die Senioren im Restaurant „Ratskeller“ ein und erkundeten danach die Stadt auf eigene Faust. Vom Renaissance-Schloss Wilhelmsburg – einst Nebensitz der hessischen Landgrafen – bot sich ein herrlicher Blick auf die Kirche, auf Fachwerk-Dächer und die umliegenden grünen Hügel. „Viele Maintaler waren von der Stadt und deren Geschichte überrascht und begeistert zugleich“, so Traute Lackner.VIBA-Nougat im Osten und WestenAm Nachmittag stand dann noch ein Besuch der Nougat-Welt mit Führung und Verköstigung auf dem Programm. Willi Viebahn gründete mit seiner Schwester 1893 das Café Viebahn. Bald wurden hier auch Pralinen hergestellt. 1920 verließen die ersten zartschmelzenden Nougatstangen das Fließband. Die Fabrik hat die turbulenten Zeiten bis zum heutigen Tag gut überstanden. Ein ehemaliger Lehrling steht heute an der Spitze der Firmenleitung.

Zu DDR-Zeiten wurde VIBA-Nougat auch in den Westen geliefert – gegen „harte Devisen“. Mit diesen konnten die qualitativ sehr guten türkischen Haselnüsse für die Produktion eingekauft werden. Nach wie vor ist der Anteil an Haselnüssen sehr hoch, was Geschmack und Qualität der Nougatprodukte erhöht. Am späten Nachmittag traten die Teilnehmer die Heimfahrt an und behielten einen erlebnisreichen Tag im Gedächtnis.

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