In der Plattform, die an der Oberfläche schwimmt, ist die Technik verbaut. Hübsch verpackt unter einem kleinen Häuschen.
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In der Plattform, die an der Oberfläche schwimmt, ist die Technik verbaut. Hübsch verpackt unter einem kleinen Häuschen.

Von der Stadt gefördert

Sauber dank Sonnenenergie: Regenerationsanlage im See des Angelsportvereins in Bischofsheim eingesetzt

  • Michael Bellack
    VonMichael Bellack
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Der Name ist sperrig, die Funktion recht simpel: Im Gartensee des Angelsportvereins Maintal in Bischofsheim befindet sich seit Neuestem eine Solarregenerationsanlage. Diese soll den See künftig sauber halten und vor allem die Bildung von Schlamm und Algen verhindern.

Maintal – Von außen betrachtet hat die Anlage etwas von einem schwimmenden Vogelhäuschen. Auf zwei Pontons befestigt befindet sich eine Plattform mit zwei Solarmodulen, unter einem Häuschen versteckt sich die Technik. Doch das Herz der Anlage befindet sich unter Wasser. Ein mehrere Meter langer Schlauch, der bis zum Grund des Anglersees reicht und dort in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe übernimmt. Die Anlage sorgt nämlich für eine bessere Zirkulation und eine Durchmischung des Tiefenwassers und der oberen Wasserschichten.

Dabei gelangt das sauerstoffreiche Oberflächenwasser nach unten. „Dadurch werden anaerobe Zonen im Tiefenwasser beseitigt und es erfolgt ein intensiver Abbau toter Biomasse. Die Zersetzungsprodukte CO2, Nitrat- und Phosphationen werden in die Nährschicht zurückgeführt. Bestehende Faulschlammschichten werden langfristig und damit umweltschonend abgebaut“, berichtet der Vereinsvorsitzende Gerald Gruber. Der Sauerstoffaustausch steigert die Lebensqualität der Tierwelt und verhindert, dass sich weiterer Faulschlamm am Boden absetzt. Die Zirkulation sorgt zudem dafür, dass sich weniger Algen bilden.

Denn in den vergangenen Jahren hat sich am Boden des Gartensees bereits eine dicke Schlammschicht gebildet, begünstigt durch das herabfallende Laub von den umstehenden Bäumen. „Mittlerweile ist der See an seiner tiefsten Stelle nur noch drei Meter tief“, berichtet Gruber. Noch vor 20 Jahren waren es bis zu 4,50 Meter. Dem Problem mit Schnittmaßnahmen Herr zu werden, ist ähnlich wie bei den Seerosen, die den See zuhauf bevölkern, kaum möglich.

Der ASV-Vorsitzende Gerald Gruber (links) ist froh über den Zuschuss der Stadt, vertreten durch Ersten Stadtrat Karl-Heinz Kaiser und Yvonne Spiegelhalder von der Vereinsbetreuung.

Daher hat der Verein bei der Vereinsförderung der Stadt Maintal um Hilfe bei der Anschaffung des Regenerationssystems gebeten. Das kostet immerhin 24 000 Euro. Eine Summe, die der ASV alleine niemals hätte aufbringen können. „Durch Corona ist die finanzielle Lage schon angespannt. Mit dem Vatertagsfest ist unsere Haupteinnahmequelle ausgefallen“, so Gruber.

Mit 14 000 Euro hat die Stadt Maintal die Anschaffung bezuschusst. Yvonne Spiegelhalder von der Vereinsbetreuung und Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser ließen es sich daher auch nicht nehmen, bei der Installation selbst vor Ort zu sein. Denn die gestaltete sich durchaus spannend. Schließlich musste das mehrere Hundert Kilogramm schwere System mit einem Kran in den See gehievt werden, ehe es an seine vorgesehene Stelle gezogen werden konnte.

Durch einen mehrere Meter langen Schlauch wird die Zirkulation des Wassers im See gefördert.

Der Betrieb der Anlage erfolgt ganzjährig, 24 Stunden am Tag. Während der Nachtstunden übernehmen die eingebauten Akkus den Betrieb, tagsüber sollen die Solarmodule genug Energie sammeln. Den größten Nutzen hat die Anlage im Sommer, wenn durch die hohen Temperaturen die Belastung für die Tier- und Pflanzenwelt im See am höchsten ist. „Dann werden sich die ersten Erfolge zeigen“, ist sich Gruber sicher. „In anderthalb bis zwei Jahren haben wir einen schön sauberen See.“

Von Michael Bellack

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