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Gähnende Leere in der Maintalhalle: Seit Wochen finden dort keine Vereinsaktivitäten mehr statt.

Saisonabbruch und finanzielle Engpässe

Maintaler Vereine sind unterschiedlich hart von der Corona-Krise getroffen

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Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen lähmen auch in Maintal noch immer den Alltag und damit auch das sonst so vielfältige Vereinsleben. Wir haben uns bei den Maintaler Sportvereinen umgehört.

Dort haben wir festgestellt, dass in sportlicher Sicht alle Sportler gleich unter der Pandemie leiden, finanziell hingegen sind einige Vereine schwerer getroffen als andere. An gemeinschaftlichen Sport, das stellen alle Vereinsvertreter klar, sei aktuell nicht zu denken: Die Sportstätten sind geschlossen, der Spielbetrieb eingestellt, die jeweiligen Wettbewerbe entweder vorzeitig abgebrochen oder vorerst ausgesetzt. 

Für alle Vereine eine absolute Ausnahmesituation, finden doch normalerweise neben zahlreichen Trainingseinheiten auch etliche Spiele oder Turniere statt. Allen Vereinen gemein ist in dieser Situation die Ungewissheit, wann und wie sie wieder in die Normalität zurückkehren können und welche langfristigen Folgen die Corona-Pandemie für sie haben wird. Eine gewisse Sicherheit haben aktuell die Handballer der HSG Maintal zumindest im sportlichen Bereich, denn im Handball ist die Saison auf Hessenebene schon frühzeitig abgebrochen worden. 

Finanzielle Auswirkungen auf den 1. BV Maintal

Die HSG kann dabei auf eine erfreuliche Bilanz zurückblicken, denn die Männermannschaft landete in der Bezirksoberliga auf einem starken zweiten Platz, die Frauenmannschaft konnte in der Bezirksliga A sogar den Aufstieg feiern. Allerdings hat der vorzeitige Saisonabbruch auch seine Schattenseiten, denn die eigentlich noch anstehenden Heimspiele fielen damit ins Wasser – und damit auch einkalkulierte Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten und der Bewirtung in der Halle. Doch die Handballer reagierten kreativ und versorgten ihre Fans gegen Spenden kurzerhand mit Schutzmasken mit dem HSG-Logo, womit die finanziellen Folgen der Corona-Krise zumindest abgefedert werden können. 

In finanzieller Hinsicht weniger Auswirkungen hat Corona auf die Maintaler Badmintonspieler des 1. BV Maintal. „Uns fehlen zwar dadurch Einnahmen, da wir keine Turniere veranstalten können“, erklärt Karlheinz Fix, der Vereinsvorsitzende, „aber bei uns fallen aktuell auch keine Kosten an.“ Bei Bundesliga-Vereinen, die ihre Spieler bezahlen, sähe das möglicherweise anders aus, „aber wir können das finanziell verkraften“. Wie bei den Handballern auch ist im Badminton die Saison abgebrochen worden, die erste Männermannschaft des BVM stand zu diesem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz. Allerdings hat der Verband bereits entschieden, dass es in dieser Saison keine Absteiger gibt, daher kommt der Verein auch hier glimpflich davon. Unter der Absage von Veranstaltungen wie Grillfesten und dem nicht stattfindenden Training leidet der BVM hingegen genau wie andere Vereine und hofft in nächster Zeit „auf ein Signal von den Behörden, wie wir unter den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zumindest wieder trainieren können“. 

Andere Situation beim FSV Bischofsheim

Völlig anders gestaltet sich die Situation beim Fußball, wo noch keine Entscheidung darüber getroffen ist, ob die Saison nun fortgesetzt wird oder nicht. Vereine wie der FSV Bischofsheim hängen momentan also ziemlich in der Luft. Momentan gebe es einen „kompletten Stillstand“ im Spiel- und Trainingsbetrieb, wie der erste Vorsitzende Michael Büthe betont. Noch gravierender als die Ungewissheit im sportlichen Bereich seien allerdings die finanziellen Folgen: „Wir haben Fixkosten, die weiterlaufen, aber die Gaststätte ist zu, Veranstaltungen sind abgesagt, uns fehlen also die üblichen Einnahmen. Das ist eine sehr schwierige Situation für uns und sicher auch für andere Vereine“, so Büthe, der auch fürchtet, dass dem Klub Sponsoren wegbrechen oder Mitglieder austreten. Der Verein hat deshalb einen Antrag auf finanzielle Soforthilfe gestellt und hofft auf eine positive Antwort, aber Büthe rechnet auch damit, dass einige der ‧aktuellen Einschränkungen „noch Monate oder bis ins nächste Jahr andauern können“. 

Nicht ganz so arg gebeutelt von der Corona-Pandemie ist Yellow Dot Maintal – zumindest auf den ersten Blick. Zwar seien die Anlagen momentan geschlossen und Spielbetrieb nicht möglich, doch sportlich hatten die Squashspieler schon früh Gewissheit, denn die erste Männermannschaft konnte bereits frühzeitig die Meisterschaft in der Hessenliga feiern und hatte auf den Aufstieg verzichtet. Da der Verein die Courts immer anmieten muss, gibt es auch keine finanziellen Einbußen. „Da wir nicht trainieren und spielen können, haben wir keine Kosten“, meint Andreas Omlor, der erste Vorsitzende, weshalb die Mitgliedsbeiträge aktuell sogar ruhen würden. Auf lange Sicht könnten sich jedoch für den gesamten Squash-Sport in Deutschland große Probleme ergeben, schließlich seien die allermeisten Anlagen kommerziell betrieben und in den vergangenen Wochen ohne Einnahmen geblieben – und würden die Anlagen ihren Betrieb einstellen müssen, stünde Squash womöglich generell auf der Kippe. Omlor, dessen Verein die Jahreshauptversammlung und andere Veranstaltungen verschieben oder absagen musste, hofft deshalb, dass die Anlagen zeitnah wieder öffnen können, weiß aber auch, „dass man sich auf den 64 Quadratmetern nunmal nur schlecht aus dem Weg gehen kann.“

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