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Reinhard Schellmann sammelt Historisches über Hochstadt

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Dr. Reinhard Schellmann hat ein Faible für Fotografien, insbesondere für historische über Hochstadt, die er seit Jahrzehnten sammelt. Aber auch er selbst ist leidenschaftlich gerne mit der Kamera unterwegs. Foto: Kalle
Dr. Reinhard Schellmann hat ein Faible für Fotografien, insbesondere für historische über Hochstadt, die er seit Jahrzehnten sammelt. Aber auch er selbst ist leidenschaftlich gerne mit der Kamera unterwegs. Foto: Kalle

Maintal. Bembel, Ofenkacheln, Glasscherben und vieles mehr: Der Hochstädter Dr. Reinhard Schellmann sammelt seit 1974 historische Objekte, die einen Bezug zu dem Stadtteil haben. Dabei ist so viel zusammen gekommen, dass Teile seines Fundus jetzt ausgestellt werden.

Von Martina Faust

Hauptsache alt. Sobald dieses Kriterium erfüllt ist, ist die Sammelleidenschaft von Dr. Reinhard Schellmann geweckt. Ob alte Ofenkacheln, ein hölzerner Ofenkacheln, die Glasscherbe einer Butzenscheibe, ein steinzeitliches Beil oder unzählige historische Fotos – das Archiv des Hochstädters ist vielfältig.

Seit er 1974 nach Hochstadt zog, sammelte Dr. Reinhard Schellmann Objekte, die einen Bezug zur Vergangenheit seiner neuen Heimat haben. „Ich hatte einfach Interesse an der Geschichte des Ortes, in dem ich lebe“, sagt er. Dafür las er sich nicht nur intensiv ein, sondern betrieb auch ein Quellenstudium in den Archiven der Region, wo historische Dokumente über Hochstadt lagern.Sonderausstellung „Bembel und Stöffche“ in SteinheimLängst kann er nicht mehr beziffern, wie viele Objekte und vor allem Fotos er sein Eigen nennt. Aber es ist eine beträchtliche Auswahl, immerhin so vielseitig, dass sich das Museum Schloss Steinheim kürzlich gerne aus seinem Fundus bediente, um eine Sonderausstellung zum Thema „Bembel und Stöffche“ zu bestücken.Dort sind in den Vitrinen verschiedene Bembel, Gerippte – darunter ein seltenes mundgeblasenes Exemplar – und vor allem zahlreiche Fotos zu sehen, die Dr. Reinhard Schellmann zur Illustration der Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Auch das Faltblatt zur Ausstellung ziert ein historisches Bild aus Wachenbuchen.Fotos faszinieren Schellmann Es sind vor allem Fotos, die Schellmann faszinieren. Er selbst ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Gerne streift er durch die Straßen und Natur. Im Laufe der Jahre hat er alle historisch bedeutsamen Gebäude und ihre baulichen Veränderungen im Wandel der Zeit mit seiner Kamera dokumentiert. In den beiden Bildbänden über Hochstadt konnte er so alte und neue Bilder gegenüberstellen.Mit Bedauern registriert der Hochstädter, dass historische Funde immer seltener werden. „Es gibt nicht mehr viel. Das liegt auch daran, dass während des Dritten Reichs die Dachböden wegen der erhöhten Brandgefahr leer geräumt werden mussten“, erklärt er. Wo es aber noch interessante Schätze zu bergen gibt, ist Schellmann hartnäckig. „Bei einem Hochstädter habe ich fast 20 Jahre lang immer wieder nachgebohrt“, erinnert er sich.Alt eingesessene Hochstädter sind behilflich Das Wissen um die Orte, an denen das eine oder andere interessante Objekt lagerte, verdankt er seinem Beruf. Er ist Allgemeinarzt und mittlerweile im Ruhestand. „Durch meine Hausbesuche kam ich ja in die Häuser rein und hatte engen Kontakt mit den Menschen“, sagt er.Daher verdankt sich der Umfang seiner Sammlung vor allem vielen ehemaligen Patienten. Und auch bei der Identifizierung der abgebildeten Personen kennt Schellmann einige alt eingesessene Hochstädter, die ihm gerne behilflich sind.Tausende Fotos auf FestplattenWenngleich mittlerweile tausende Fotos auf Festplatten gespeichert sind, trägt der Arzt im Ruhestand weiterhin alles zusammen, was er über Hochstadt finden kann. Bild für Bild scannt er vorsichtig ein, um die freundlichen Leihgaben zeitnah ihren Besitzern zurückgeben zu können.Wer dazu beitragen möchte, das Schellmann'sche Archiv über Maintal zu erweitern, kann sich unter der Telefonnummer 0 61 81/49 82 98 oder per E-Mail an schellmann-hochstadt@t-online.de mit Reinhard Schellmann in Verbindung setzen.

Die Ausstellung „Bembel und Stöffche – Der Apfelwein einst und heute“ im Marstall von Schloss Steinheim ist noch bis 16. Oktober zu sehen und kann samstags und sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr besucht werden.

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