Maintal

Ralf Sachtleber will über 2019 hinweg Erster Stadtrat bleiben

Maintal. Am 31. Dezember dieses Jahres endet die zweite Amtszeit von Ralf Sachtleber als Erster Stadtrat der Stadt Maintal. Wird der 57-Jährige dann sein Büro im Rathaus an der Klosterhofstraße räumen müssen oder am 1. Januar 2020 voll motiviert in seine dritte Amtszeit gehen?

Von David Scheck

Geht es nach ihm, ist die Antwort eindeutig: „Ich bewerbe mich um eine weitere Amtszeit“, kündigt Sachtleber im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Zwei Wahlgänge stehen in diesem Jahr in Maintal an: Zunächst werden alle Wahlberechtigten am 26. Mai an die Urnen gebeten, wenn es um die Zusammensetzung des Europaparlaments geht. Erfahrungsgemäß lockt die Europawahl eine eher geringe Anzahl wahlberechtigter Bürger zur Stimmabgabe (bei der jüngsten Europawahl 2014 lag die Wahlbeteiligung in Maintal bei 40,3 Prozent). Das wird bei der anderen für Maintal wichtigen Abstimmung sicher anders sein. Mutmaßlich wird dann die Wahlbeteiligung bei 100 Prozent liegen – wahlberechtigt sind allerdings auch nur die 45 Stadtverordneten.

Grünen brachten Sachtleber 2007 ins Spiel

Denn um in eine weitere Amtszeit als zweiter hauptamtlicher Dezernent neben Bürgermeisterin Monika Böttcher gehen zu können, muss Sachtleber in der zweiten Jahreshälfte von der Stadtverordnetenversammlung gewählt werden.

Werden die Parlamentarier den Amtsinhaber unterstützen oder möglicherweise einen oder mehrere Gegenkandidaten ins Rennen schicken? Bei dieser Frage lassen sich die meisten Fraktionen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in die Karten schauen. Lediglich die Grünen und die CDU sprechen sich bei unserer Abfrage zum Ausblick auf das Jahr 2019 klar für Sachtleber aus. Die Grünen waren es auch, die Sachtleber 2007 für den Posten des Ersten Stadtrats vorgeschlagen hatten. Die SPD gehört seit Beginn seiner Zeit als Erster Stadtrat nicht gerade zu den Fans Sachtlebers. Die Sozialdemokraten stimmten 2013 daher auch nicht für eine Wiederwahl des Amtsinhabers. Und auch beim Ausblick auf die Stadtratswahl 2019 fällt die Antwort der SPD eher wortkarg aus.

Ein enges Ergebnis ist zu erwarten

Die FDP, deren Fraktionsvertreter 2007 und 2013 für Sachtleber votierten, lässt ihre Entscheidung ebenso offen wie die WAM. Die Wahlalternative hatte zu Zeiten von Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) mehrfach die Abschaffung des Stadtratspostens gefordert, ist seit dem Amtsantritt Böttchers allerdings ein wenig von dieser Haltung abgerückt.

Eines lässt sich somit bereits jetzt aus den Antworten der Fraktionsvorsitzenden herauslesen: Auch wenn Sachtleber wiedergewählt werden sollte, wird es voraussichtlich ein enges Ergebnis. Denn der Erste Stadtrat wird zwar von fast allen Seiten für seine Arbeit als Dezernent und für seine fachliche Kompetenz öffentlich gelobt, eine breite Mehrheit im Stadtparlament hatte er in der Vergangenheit dennoch nicht hinter sich.

Sachtleber hätte bei einer Wiederwahl die längste Amtszeit

Sachtlebers Wiederwahl 2013 ging denkbar knapp aus. Mit 23:21 Stimmen votierte das Stadtparlament für eine zweite Amtszeit. Einen Gegenkandidaten gab es vor sechs Jahren nicht. Das war 2007, bei seiner ersten und letztlich erfolgreichen Bewerbung um das Amt des Ersten Stadtrats, noch anders: Die SPD hatte Günther Wassermann, seinerzeit zweiter hauptamtlicher Stadtrat, ins Rennen geschickt, um Nachfolger des damaligen Ersten Stadtrats Erik Schächer (CDU) zu werden. Sachtleber konnte sich jedoch gegen Wassermann mit 23:18 Stimmen durchsetzen.

Im Falle einer Wiederwahl wäre Ralf Sachtleber Maintals Erster Stadtrat mit der längsten Amtszeit. Diesen „Rekord“ hält bislang Karl-Heinz Schreiber, der zwölf Jahre in dieser Position tätig war.

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