Auf bereits vorhandenen Feld- und Wirtschaftswegen soll der neue Radweg nördlich der Querspange zwischen der Bischofsheimer Straße in Hochstadt und der Straße nach Niederdorfelden gebaut werden. Dort gibt es Anschluss an den Fernradweg R4. Grafik: openstreetmap/Bearbeitung: MTA

Maintal

Radweg nördlich der Maintaler Querspange in Planung

Maintal. Will man als Pedaleur von der Bischofsheimer Straße in Hochstadt auf direktem Weg zum Fernradweg R4 im Norden Bischofsheims kommen, muss man zwangsläufig über die Querspange. Doch das soll sich ändern: Parallel zur Querspange, auf nördlicher Seite, soll in den kommenden Jahren ein Radweg entstehen.

Von David Scheck

Genau genommen wird es kein gänzlich neuer, sondern ein sogenannter Herstellungsradweg, also ein Radweg auf bestehenden Feld- und Wirtschaftswegen.

Bei der Investition in das Maintaler Radwegenetz ist es der mit Abstand größte Batzen: Auf 1,04 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten für das rund drei Kilometer lange Stück. Das Bauvorhaben schultert die Stadt Maintal gemeinsam mit Hessen Mobil. Am Ende soll laut getroffener Vereinbarung die Stadt Maintal lediglich die Kosten für die Planung in Höhe von rund 80 000 Euro – neben der Bereitstellung der Grundstücke (sprich, der vorhandenen Wege) – übernehmen. Die Baukosten von rund 960 000 Euro übernimmt am Ende Hessen Mobil, allerdings tritt die Stadt zunächst in Vorleistung.

Begehung als erster SchrittZusätzlich soll zur Verbesserung der Wegefläche eine Parzelle mit rund 300 Quadratmetern erworben werden. Hierfür sind im Haushaltsplan 1000 Euro für den Grunderwerb, Steuer und Notarkosten angesetzt. Ende dieses Monats soll mit den Vorarbeiten begonnen werden, wie eine Anfrage des TAGESANZEIGER bei Hessen Mobil ergab. Dabei handelt es sich um Vorbereitungen der Planung. Erster Schritt: Bis Ende Oktober erfolgt die Begehung verschiedener Grundstücke zur Bestandserfassung der Fauna und Flora. Denn die Daten über Pflanzen- und Tierbestände seien wichtige Grundlagen für ökologische Planungen. Dementsprechend werde eine Kartierung für Flora und Fauna im Rahmen der Voruntersuchung durchgeführt.

Die Vermessungsarbeiten seien bereits erfolgt, Baugrunduntersuchungen stünden noch an, so Hessen Mobil. Der Neubau entlang der Querspange entsteht als Teil der Sanierungsoffensive 2016 bis 2022 des Landes Hessen. In deren Rahmen soll das Radwegenetz an den Landesstraßen – welches das Land Hessen bei der Vorstellung des Investitionsprogramms selbst als „unterdurchschnittlich“ bezeichnete – erweitert werden. Wann es konkret losgeht, können auch die Planer von Hessen Mobil derzeit noch nicht absehen. Denn für den geplanten Bau des Radwegs ist die Durchführung eines Baurechtsverfahrens notwendig.

Art der Baurechtsschaffung bestimmt BaubeginnDieses erfolge in der Regel entweder in Form eines vereinfachten Verfahrens, dem sogenannten Entfallen der Planfeststellung und Plangenehmigung – sofern Einvernehmen mit allen vom Bauvorhaben Betroffenen erzielt werden kann – oder es wird ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Im Zuge beider Verfahren werden die Planunterlagen zur Einsichtnahme und mit der Möglichkeit zur Stellungnahme in den betroffenen Kommunen und beim Vorhabenträger ausgelegt. Hierbei können Betroffene Einwendungen einreichen. „Der Baubeginn ist somit abhängig von der Art der Baurechtschaffung, da bei dem aufwändigeren Planfeststellungsverfahren deutlich mehr Verfahrensschritte durchlaufen werden müssen als im vereinfachten Verfahren, was sich negativ auf die Verfahrensdauer auswirkt“, erläutert Hessen Mobil.

Auf die Dauer dieses Verfahrens habe die Verkehrsbehörde keinen Einfluss, da das Anhörungsverfahren durch das Regierungspräsidium erfolge und das hessische Verkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss verfasse. Erst wenn das Verkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss erlassen habe, könne danach mit der Bauvorbereitung begonnen werden und die Vergabe des Bauprojekts erfolgen.

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