Der Applaus des Publikums bei den Aufführungen ihres Weihnachtsmärchens „Der Zauberer von Oz“ sind kaum verhallt, da hat die Theaterspielgemeinschaft HdB schon für ihr nächstes Stück ins Visier genommen: Seit vergangener Woche probt das Ensemble für seine Sommerkomödie. Fotos: Kalle

Maintal

Proben für Sommerkomödie "Otello darf nicht platzen" begonnen

Maintal. Wer denkt im Januar schon an den Sommer? Die Mitglieder der Theaterspielgemeinschaft HdB tun es: Sie proben bereits für ihre Sommerkomödie, die traditionell im Juni auf die Bühne gebracht wird. Diesmal geht es um Otello, jedoch wird es keine shakespearesche Schwerkost, sondern wie immer lustig.

Von David Scheck

So ist das eben im Theaterleben: Die letzten Plätzchen sind gerade erst verdaut, der Applaus für ihr Weihnachtsmärchen „Zauberer von Oz“ kaum verhallt, da sind die Hobbyschauspieler um Regisseur Dieter Hombach auch schon bei ihrem nächsten Projekt, das sie auf die Bühne bringen wollen.

„Otello darf nicht platzen“ heißt die Komödie, mit der die Spielgemeinschaft im Juni wieder für viele Lacher bei ihrem Publikum sorgen will. Das Stück stammt aus der Feder von Ken Ludwig und spielt im Cleveland der 1930er-Jahre.

Es ist nicht das klassische Shakespear-StückZum Inhalt schreibt der Verlag: Die Kleinstadt ist im Tito-Merelli-Fieber. Der weltberühmte Opernstar hat ein Gastspiel als Otello zugesagt. Max, Assistent der Theaterleitung und leidenschaftlicher Amateursänger, wartet mit seiner Freundin Maggie seit Stunden in der Hotelsuite auf den Tenor. Der Operndirektor befürchtet das Schlimmste. Endlich erscheint Merelli mit seiner Frau, und Maggie versteckt sich im Badezimmer. Merelli weigert sich, an der Generalprobe teilzunehmen. Er fühlt sich unwohl, weil er zu viel gegessen und getrunken hat. Da Maggies Versteck zum häufig frequentierten Ort wird, flüchtet sie in den Wandschrank. Dort wird sie von Merellis eifersüchtiger Gattin entdeckt, die tobend abrauscht, nicht ohne einen dramatischen Abschiedsbrief zu hinterlassen.

Im Auftrag des Operndirektors soll Max auf den Star aufpassen. Die beiden Männer freunden sich an, trinken ein bisschen zusammen, und Tito gibt Max eine Gesangstunde. Als Tito entdeckt, dass ihn seine Frau verlassen hat, will er sich aus Verzweiflung umbringen. Vollgepumpt mit Medikamenten sinkt der Weltklassetenor in einen Tiefschlaf. Vergeblich versucht Max, ihn vor der Vorstellung zu wecken. Da entdeckt er den Abschiedsbrief und ein leeres Pillenröhrchen auf dem Nachttisch. Max glaubt, dass der Brief von Tito sei und vermutet einen Selbstmordversuch. Aber Otello darf nicht platzen und so überredet der verzweifelte Intendant des Theaters Max, die Rolle zu übernehmen.

Kaum ist der falsche Otello in Kostüm und Maske in Richtung Bühne unterwegs, erweist sich auch der Heldentenor wieder als quicklebendig und möchte partout seinen Part singen . . .

Authentische Kostüme sind für Hombach sehr wichtigHombach, der sein Engagement als Regisseur der Hobbytruppe verlängert hat, nachdem er eigentlich schon aufhören wollte, wird auch wieder auf den Brettern stehen – als Tito Merelli. Wer Hombach und seine Truppe kennt, weiß, welchen Wert der Regisseur auf authentische Kostüme legt. Daher geht seine Tendenz dahin, das Stück wie im Original in den 1930er-Jahren spielen zu lassen. So wird unter anderem das Kostüm für die Titelfigur von einer Gewandmeisterin angefertigt, außerdem sind wieder eine professionelle Maskenbildnerin sowie die Dörnigheimer Firma Bright für die Beleuchtung mit an Bord.

In der vergangenen Woche fand im Haus der Begegnung, der traditionellen Spielstätte des Ensembles, die erste, die sogenannte Konzeptionsprobe statt. Im Gespräch mit dem TAGESANZEIGER gerät Hombach ins Schwärmen – über seine Schauspieler. „Die sind wie Profis. Die fangen beim ersten Lesen des Stücks schon an zu spielen.“ Die Rollen sind verteilt, über das Stück und darüber, wer wen spielen könnte, hat sich der Regisseur schon im Herbst Gedanken gemacht, als die Truppe noch mitten in den Proben für das Weihnachtsstück steckte.

"Stücke, die flach sind, fallen raus"Bevor die Spielgemeinschaft im HdB für Lacher sorgen kann, steht erst einmal ein langer Weg der Vorbereitung an. Und das beinhaltet nicht nur die vielen Proben im Vorfeld. Es beginnt schon damit, den richtigen Stoff herauszusuchen. „Stücke, die flach sind, fallen gleich raus“, weist Hombach auf das Niveau hin, das er für seine Schauspieler stets hochhalten will. Ist das richtige Stück gefunden, muss zunächst die Erlaubnis eingeholt werden, Skripte gekauft werden. „Da sind wir manchmal bis zu 1000 Euro für Tantiemen los, bevor es überhaupt losgeht“, verdeutlicht Hombach.

Doch die finanzielle Vorleistung holt die Spielgemeinschaft regelmäßig wieder rein. Denn längst hat sich die Gruppe weit über die Grenzen von Bischofsheim hinaus einen Ruf erspielt. „Zu uns kommen sogar Leute aus Kaiserslautern“, so der Bischofsheimer. Viele Zuschauer kämen auch aus Frankfurt. Und die öffentlichen Generalproben seien mittlerweile ein regelrechter Geheimtipp. „Die Zuschauer, die zu uns kommen, empfehlen uns weiter“, so Hombach, Karten für ihre Aufführungen würden auch gerne verschenkt. „Ein besseres Lob gibt es gar nicht.“

An diesen Terminen wird die Theaterspielgemeinschaft das Stück „Otello darf nicht platzen“ aufführen: Donnerstag, 7. Juni, 19.30 Uhr, Freitag, 8. Juni, 19.30 Uhr, Samstag, 9. Juni, 19.30 Uhr, und Sonntag, 10. Juni, 16.30 Uhr. Infos zum Kartenvorverkauf sind auf der Homepage der Spielgemeinschaft zu finden sobald dieser gestartet ist.www.shdb.de

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