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Preisverdächtig digital: Albert-Einstein-Schule nutzt die Pandemie als Chance für neue Unterrichtsformen

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Von: Michael Bellack

Tablets ermöglichen den Schülern einen einfachen Zugang zum Unterricht, von wo auch immer sie wollen.
Tablets ermöglichen den Schülern einen einfachen Zugang zum Unterricht, von wo auch immer sie wollen. © PM

Distanzunterricht, Homeschooling, Wechselunterricht – der Schulalltag hat sich seit der Corona-Pandemie extrem verändert. Die Albert-Einstein-Schule hat die Krise als Chance wahrgenommen und den Umgang mit neuen Unterrichtsmethoden selbstverständlich gemacht. Im deutschlandweit ausgeschriebenem „Schulpreis digitaler Unterricht“ steht das Maintaler Gymnasium schon jetzt unter den besten zehn.

Maintal – Schon vor der Corona-Pandemie hat sich die Einstein-Schule stark um die Digitalisierung gekümmert. „Wir hatten früh interaktive Tafeln und vollständiges Wlan in der gesamten Schule. Dadurch sind wir in einen Pilotstatus gerückt“, sagt Schulleiter Claus Wörn. Als die Pandemie im März 2020 viele Schulen vor plötzliche Herausforderungen stellte, war die Einstein-Schule schon einen Schritt weiter.

„Der Unterricht lief von Anfang an nach Stundenplan. Die Schüler hingen nicht in der Luft und wussten, der Unterricht findet statt. Entweder hier oder digital“, sagt Bernhard Siever, Leiter des Fachbereichs II. Möglich macht das an der Einstein-Schule zum einen natürlich die technische Ausstattung. Interaktive Tafeln, Tablets für die Lehrer und bei Bedarf auch für die Schüler, die selbst keins besitzen. Das Gymnasium ist gut aufgestellt, der Standard im Main-Kinzig-Kreis ist generell hoch.

„Die Ausstattung der Schulen, in der der Kreis Schulträger ist, ist generell sehr gut. Vor allem im Vergleich zu anderen Kreisen“, erklärt Stefan Jäger vom Kreiselternbeirat, der regelmäßig im Austausch mit anderen Elternvertretern ist. „Da erlebe ich manchmal nur Staunen, wenn ich erzähle, was hier alles möglich ist“, sagt Jäger. Doch auch er weiß: „Vieles hängt an den Lehrkräften, da nützt die Technik allein auch nichts.“

An der Einstein-Schule habe das Kollegium viel Interesse an den neuen Medien gezeigt und diese auch größtenteils problemlos in den Unterricht mit eingebunden. Dafür hat die Schulleitung Fortbildungen angeboten, zudem tauschten sich die Kollegen untereinander aus und gaben sich Hilfestellung. Zugute kommt der Schule, dass das Kollegium aus vielen jüngeren Lehrkräften besteht, die wenig Berührungsängste mit der Technik haben. „Wir hatten in den Jahren 2011 bis 2013 einen größeren personellen Umbruch, als einige Kollegen in Pension gegangen sind. Dafür wurden dann jüngere eingestellt, das macht sich schon bemerkbar“, so Schulleiter Wörn. Dass die Belastung für die Lehrkräfte immens zugenommen hat und Dinge wie das tägliche Testen ihre Spuren bei allen Beteiligten hinterlassen, dürfe man aber nicht vergessen.

Paradebeispiel: Der Vorlesewettbewerb an der Einstein-Schule wurde per Stream in alle Klassenräume gebracht.
Paradebeispiel: Der Vorlesewettbewerb an der Einstein-Schule wurde per Stream in alle Klassenräume gebracht. © PM

Um einen guten Unterricht auch in Pandemie-Zeiten zu garantieren, müssen natürlich auch die Schüler mitziehen. Das klappt vor allem in den älteren Jahrgängen am besten. „Die Schüler sind dankbar und profitieren davon, dass wir sie vergleichsweise gut aufs Abitur vorbereiten können. Auch wenn das den Präsenzunterricht nicht ersetzt, können zumindest die Lerninhalte mitgenommen werden“, sagt Oberstufenleiter Jons Bauer. Für die jüngeren Jahrgänge werden Trainingstage angeboten, zudem steht Medienkompetenz auf dem Stundenplan. „Es gibt viele Kinder, die sehr selbstständig sind und von der Situation sogar profitieren.

Bei manchen wünscht man sich aber eine größere Motivation und dass die vielen Angebote auch wahrgenommen werden“, so Wörn. Distanzunterricht und Homeschooling haben ihre Vor- und auch Nachteile. Während die Schüler im ersten Pandemiejahr auf sämtliche Veranstaltungen verzichten mussten, fanden 2021 Vorträge, Lesungen und Wettbewerbe statt. Je nach Corona-Lage wurde dann ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Wenn im Artrium nur 25 Schüler sein durften, wurde die Veranstaltung per Stream in alle Klassenzimmer gebracht.

Mit dem digitalen Konzept hat sich die Schule erfolgreich beim „Schulpreis digitaler Unterricht beworben“, der deutschlandweit ausgeschrieben wird. Nachdem das Konzept eingereicht wurde, kam ein Jurymitglied nach Maintal, schaute sich die Schule an, sprach mit Schülern und nahm am Distanzunterricht teil. Die Eindrücke scheinen überzeugt zu haben. Die AES hat es unter die besten zehn Schulen geschafft. Die Entscheidung für die endgültige Platzierung fällt Ende Januar.

Von Michael Bellack

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