Ursprünglich kommt Pfarrerin Ines Fetzer aus Nordhessen. Aber aus privaten Gründen wollte sie nach Südhessen, kam, ging wieder zurück, kam wieder und blieb schließlich: Seit 23 Jahren ist sie nun im Dienst der Evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim. Foto: Gepperth

Maintal

Pfarrerin Ines Fetzer feiert Jubiläum

Maintal. 25 Jahre ist Ines Fetzer nun schon Pfarrerin, davon 23 Jahre in Dörnigheim. Nun, anlässlich ihres Ordinationsjubiläums, welches vergangenen Freitag im Zuge eines Festgottesdienstes in der Stadtkirche Bad Hersfeld gefeiert wurde, gibt die 52-Jährige Einblicke in ihren Lebensweg und ihre Arbeit.

Von Jan Max Gepperth

Ursprünglich kommt Fetzer aus Korbach in Nordhessen. Dort wurde sie getauft, konfirmiert und legte im Jahr 1984 ihr Abitur ab. Bereits nach der Konfirmation engagierte sich Fetzer in ihrer Gemeinde im Zuge des Kindergottesdienstes. Ein Engagement, das nicht nur den Weg für ihr Theologiestudium, sondern auch für ihre spätere Schwerpunktarbeit ebnen sollte.

Ihr Theologiestudium absolvierte die gebürtige Nordhessin in Marburg und Heidelberg, ehe sie 1991 ihr Vikariat in Hanau begann. „Es war mein ausdrücklicher Wunsch, nach Südhessen zu gehen, vor allem aus privaten Gründen“, gibt Fetzer zu. Ihr damaliger Lebensgefährte und heutiger Ehemann lebte in Heidelberg, weshalb sie nach Süden wollte. „Am besten so weit südlich in unserer Landeskirche wie möglich“, lacht sie.

Sie fühlte sich sofort sehr wohl in dieser Umgebung, musste die Gegend nach Ende ihres Vikariats jedoch wieder verlassen. Für zwei Jahre ließ sie sich in Laudenbach in Nordhessen für ihre erste Pfarrstelle nieder. Da sie jedoch das Gebiet um Hanau so zu schätzen gelernt hatte, nutzte sie die Gelegenheit und trat am 1. Juni 1995 ihre Pfarrstelle in Dörnigheim an, die sie bis heute inne hat. Jedoch hat sich während ihrer Arbeit in Dörnigheim einiges verändert. Im Jahr 2001 entschied sich Fetzer dazu, ihre Stelle zu reduzieren. „Mein zweiter Sohn war gerade geboren, da wollte ich das etwas zurückschrauben“, räumt die zweifache Mutter ein. Auch ihr Schwerpunkt innerhalb der Arbeit habe sich verschoben. „Zu Beginn habe ich sehr viel administrative und finanzielle Aufgaben wahrgenommen. Später habe ich dann sehr viel mit Kindern gearbeitet.“

Vor allem Letzteres hat Fetzer, die seit 2006 auch stellvertretende Dekanin des Kirchenkreises ist, in Dörnigheim nachhaltig geprägt. Neben dem Mitaufbau der Betreuung „Arche“ an der Wilhelm-Busch-Schule hat sie auch geholfen, den evangelischen Kindergarten neu aufzubauen. Die Leute hätten das Bedürfnis nach Betreuungsplätzen gehabt, wohingegen sie den Wunsch hatte, sich zu engagieren und die christliche Botschaft zu vermitteln. „Da haben die Bedürfnisse wie Zahnräder ineinandergegriffen“, sagt Fetzer. „Was ich gern habe, ist, wenn Leute mit Anliegen auf mich zukommen und wir etwas gemeinsam daraus machen können.“

Im Jahr 2014 wollte sich die zweifache Mutter wieder stärker einbringen, weshalb sie, entsprechend ihrem Arbeitsschwerpunkt, die Stelle der Studienleiterin für Kirche mit Familien und Kindern übernahm. Dort ist sie verantwortlich für Fortbildungen der Kinderkirche-Mitarbeiter, Beratungen und die Erstellung von Konzepten rund um dieses Thema. „Diese Arbeit hat mir geholfen, die verschiedenen Arten von Gottesdiensten neu zu erfahren.“ Generell sei die Dörnigheimer Gemeinde sehr offen und experimentierfreudig, was Fetzer selbst sehr freue. So war es ihr möglich, dort verschiedene Gottesdienstformen zu etablieren und auszuprobieren, wie Freiluftgottesdienste oder unter Einbindung des Bibliologs.

Für ihre Zukunft hat Fetzer noch keine wirklichen Vorstellungen. Die seit diesem Jahr für die Diakonie und Jugendarbeit im Kirchenkreis Hanau zuständige Fetzer lässt sich einfach überraschen. „Ich bin mit großer Freude Pfarrerin und hoffe einfach, dass das so bleibt.“

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