Karl-Heinz Kaiser (rechts) ist derzeit im Gespräch als möglicher Kandidat für den Stadtratsposten. Als Stadtverordnetenvorsteher könnte ihm CDU-Chef Martin Fischer nachfolgen. Archivfoto: Kalle Meyer

Maintal

Personalkarussell im Maintaler Rathaus: So geht es jetzt weiter

Maintal. Nicht erst seit der gescheiterten Wiederwahl Ralf Sachtlebers wird die Personalie des Ersten Stadtrats mal mehr, mal weniger seriös diskutiert. Aber seit Montagabend gewinnt das Thema an Relevanz. Denn fest steht: Es wird eine Neubesetzung geben.

Von Martina Faust

Nicht erst seit der gescheiterten Wiederwahl Ralf Sachtlebers wird die Personalie des Ersten Stadtrats mal mehr, mal weniger seriös diskutiert. Aber seit Montagabend gewinnt das Thema an Relevanz. Denn fest steht: Es wird eine Neubesetzung geben. Durch wen, das ist derzeit offen. Hier die Weichen zu stellen, ist Aufgabe des Wahlvorbereitungsausschusses, der am Montag, 30. September erstmals in nicht-öffentlicher Sitzung zusammenkommen wird.

Ungeachtet dessen steht ein Name bereits im Raum: Karl-Heinz Kaiser. Der Sozialdemokrat ist seit 2011 Stadtverordnetenvorsteher. Aus dem Ersten Bürger der Stadt könnte also der Erste Stadtrat werden. Und auch für die dadurch frei werdende Position des Stadtverordnetenvorstehers wird schon ein Name gehandelt: Martin Fischer, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU.

„Es werden sicher noch mehrere Personalien ins Kraut schießen“

Es sind Personalien, die Karl-Heinz Kaiser auf Nachfrage unserer Zeitung als „interessant“ bezeichnet, aber zurückweist: „Stand heute ist daran nichts Wahres. Ich denke, es gibt noch keine Partei, die schon Kandidaten benannt hat. Schließlich fangen die Fraktionen jetzt erst an, parallel zu den Haushaltsgesprächen miteinander zu plaudern“, erklärt er.

In der zweiten großen Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, der CDU, hat man indes wohl schon ein wenig geplaudert. Martin Fischer möchte „weder bestätigen noch dementieren“, dass Kaiser als Stadtrat und er selbst als Stadtverordnetenvorsteher im Gespräch sind. Er räumt allerdings ein, „dass es diese Überlegung gibt“, aber es nicht das einzige Modell sei. „Es werden sicher noch mehrere Personalien ins Kraut schießen“, ist er überzeugt.

Es braucht Partner für eine Mehrheit bei der Stadtratswahl

Schließlich stehen die Stadtverordneten seit Montag erst am Anfang des Weges, wenn es um die Besetzung der Stelle des hauptamtlichen Beigeordneten geht. So kommen die Christdemokraten am Wochenende zur Klausurtagung zusammen. „Dann werden wir uns natürlich über mögliche Besetzungen unterhalten“, kündigt Fischer an.

Der christdemokratische Partei- und Fraktionschef macht aber ebenfalls deutlich, dass keine Fraktion diesen Weg allein gehen kann. Es braucht Partner für eine Mehrheit bei der Stadtratswahl. „Wenn man solche Verbindungen knüpfen möchte, dann muss man erst über Inhalte und danach über Personen sprechen“, erklärt er.

Gespräche können sich hinziehen

Kaiser geht davon aus, dass sich diese Gespräche hinziehen könnten. Denn der Bericht, den der Wahlvorbereitungsausschuss den Stadtverordneten vorlegen muss, wird voraussichtlich frühestens im Dezember auf der Tagesordnung des Stadtparlaments stehen. „Wir müssen abwarten, wie das Thema weitergeht und gehandelt wird“, so Kaiser.

Namen, die vermutlich nicht gehandelt werden, sind die der Mitglieder des Wahlvorbereitungsausschusses. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass aus diesem Gremium ein Kandidat seinen Hut in den Ring wirft, aber es hätteein gewisses Geschmäckle. Schließlich legt der Ausschuss unter anderem die Kriterien für die Stellenausschreibung fest und führt Bewerbungsgespräche, an denen Bewerber aus den eigenen Reihen dann nicht mehr teilnehmen dürften.

Mitglied im Wahlvorbereitungsausschuss sind Jennifer Gutberlet, Jochen Spaeth und Tobias Lehnert (alle SPD), Werner Borger und Erik Schächer (beide CDU), Thomas Wörner und Christian Wolf (beide WAM), Klaus Gerhard (FDP) und Friedhelm Duch (Grüne). Kaiser und Fischer gehören ihm nicht an.

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