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Parksünder: Stadt rüstet nach

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Ärgerlich, wenn Autofahrer ihren Pkw länger als die erlaubten 30 Minuten auf den eingezeichneten Flächen parken. Bei Ladeninhaber Gerhard Clade rief das eine ganz besondere Form des Protests hervor: Er schloss seinen Zeitungs- und Lottoladen am Fechenheimer Weg in Bischofsheim für den Rest des Tages und hängte ein Schild in die Tür, auf dem er auf die Dauerparker aufmerksam machte. (Archivfoto: Scheck)
Ärgerlich, wenn Autofahrer ihren Pkw länger als die erlaubten 30 Minuten auf den eingezeichneten Flächen parken. Bei Ladeninhaber Gerhard Clade rief das eine ganz besondere Form des Protests hervor: Er schloss seinen Zeitungs- und Lottoladen am Fechenheimer Weg in Bischofsheim für den Rest des Tages und hängte ein Schild in die Tür, auf dem er auf die Dauerparker aufmerksam machte. (Archivfoto: Scheck)

Maintal. Dauerparker, Falschparker, Temposünder oder andere Ordnungswidrigkeiten: Dass bislang zahlreiche Vergehen nicht verfolgt und geahndet werden konnten, lag unter anderem in der Personalsituation der Ordnungsbehörde begründet.

Von David Scheck

Doch die Stadt Maintal rüstet nun nach: Drei neue Mitarbeiter sollen den Fachbereich Sicherheit und Ordnung verstärken. Damit werde sich auch die Kontrolldichte erhöhen, sagt die Stadt.

Die personelle Verstärkung hatte das Stadtparlament im Rahmen seiner Haushaltsverabschiedung für das Jahr 2018 beschlossen. Dafür wurden 135 000 Euro in den Etat eingestellt. Offenbar hatte unter anderem ein Bericht des Fachbereichs in einer Sitzung des Hauptausschusses für Finanzen und Stadtentwicklung im vergangenen Juni Eindruck bei den Stadtverordneten hinterlassen.

Ordnungsbehörde im Grunde unterbesetzt

In dem Bericht wurden die vielfältigen Aufgaben des Fachdiensts allgemeine Ordnungsaufgaben, Wahlen und Kommunalstatistiken vorgestellt. Neben diesem gibt es im Fachbereich Sicherheit und Ordnung noch die Fachdienste Ordnungsbehörde sowie Stadtladen und Standesamt. Schnell wurde deutlich, dass die Ordnungsbehörde im Grunde unterbesetzt ist, um die Aufgaben gänzlich erfüllen zu können.

Nun also mit Verstärkung von drei Mitarbeitern zu den fünf bei der Ordnungspolizei vorhandenen an die Arbeit. Und die gibt es genug, wie der Fall eines Ladenbesitzers am Fechenheimer Weg in Bischofsheim zeigt: Gerhard Clade, Inhaber eines Zeitungs- und Lottogeschäfts, hatte in dieser Woche seinem Ärger über Dauerparker vor seinem Laden im Gespräch mit dem TAGESANZEIGER Luft gemacht (wir berichteten). Die geparkten Pkw würden den Publikumsverkehr erschweren, teils sogar unmöglich machen, hatte der 65-Jährige gegenüber unserer Zeitung gesagt.

Kein Personal für Vorort-Kontrollen

Natürlich, so Clade in diesem Gespräch, habe er sich deswegen auch schon bereits mehrfach bei der Stadt Maintal beziehungsweise der Ordnungsbehörde telefonisch gemeldet und darum gebeten, die „Parksünder“ zu verwarnen. Doch man habe ihm gesagt, so Clade, es sei kein Personal da, um vor Ort zu kontrollieren. Stattdessen habe man ihn darauf hingewiesen, dass Bürger selbst aktiv werden und Ordnungswidrigleiten anzeigen können: indem sie eine E-Mail, auch mit einem Beweisfoto, sowie ihre Kontaktdaten an die Adresse vow@maintal.de senden. „Wir werden den Fall dann entsprechend verfolgen“, teilt man uns aus dem Rathaus auf eine Anfrage mit. Zweifellos ein hilfreiches Instrument, allerdings hakt es in Clades Fall entscheidend: Denn der Geschäftsinhaber verfügt nach eigenen Angaben weder über einen PC noch eine Fotokamera.

Probleme sind der Stadt bekannt

Das Problem, dass es Personen gibt, die trotz Parkscheibenpflicht und einer Begrenzung der Parkdauer ihre Autos dauerhaft abstellen – sowohl im Fechenheimer Weg als auch an anderen Stellen im Stadtgebiet –, ist bei der Stadt bekannt, teilt man uns weiter mit. Dies sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Verwarnungsgeld zwischen zehn und 30 Euro geahndet werden könne.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich unterwegs und kontrollieren den ruhenden sowie den fließenden Verkehr. Auch der Fechenheimer Weg wird regelmäßig kontrolliert. Allerdings können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht täglich und rund um die Uhr im gesamten Stadtgebiet präsent sein“, so die Stellungnahme der Stadt. Und auch mit der personellen Verstärkung des Außendiensts der Ordnungsbehörde im nächsten Jahr gelte: „Wir können nicht immer überall sein.“

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