Maintal/Hammersbach

"Otze Racing Team" geht mit dem Mofa "Hope II" an den Start

Maintal/Hammersbach. In einem idyllischen Hof in Hammersbach treffen sich jeden zweiten Mittwoch fünf begeisterte Motorsportfans, um an ihrem Mofa zu schrauben, Rennen zu planen und über ‧alles zu fachsimpeln, was PS hat. Markus Straußfeld, Jan Fahl, Boris Krause, Joachim Buss und Anna van Elkan sind das „Otze Racing Team“.

Von Michael BellackIm Innenhof sieht man auf den ersten Blick, dass man es mit PS-Begeisterten zu tun hat. Gleich mehrere Motorräder, Roller und Cross-Maschinen stehen auf dem Grundstück, das Boris Krause für das Team zur Verfügung stellt. Da passt es natürlich ins Bild, dass Krauses Vater in der Garage an mehreren VW-Käfern rumschraubt.

Fast schon klein und putzig wirkt dagegen die Peugeot Fox 50. Das Mofa, um das sich beim Racing-Team alles dreht. 2015 hat der Maintaler Straußfeld es für 250 Euro gekauft, um damit bei Rennen anzutreten. Das damals gegründete Maintaler Racing-Team hat sich mittlerweile aufgelöst, auch bedingt durch einen Bruch der Achse beim Mofa.

Es geht um den Spaß am Motorsport und um gemeinsame Zeit

Eher durch Zufall fanden die fünf Motorsportfans zusammen, Straußfeld, Fahl und Buss sind Arbeitskollegen. Anfang des Jahres wurde ein erstes Treffen ausgemacht. „Wir wollten das zusammen machen, aber nur wenn es zwischen uns allen klappt“, sagt der Maintaler Straußfeld. „Wir haben uns gleich verliebt“, scherzt van Elkan, die einzige Frau in der Gruppe. Schon war das „Otze Racing Team“ wiedergeboren.

Seitdem treffen sich die fünf mindestens alle zwei Wochen jeweils mittwochs, um zu schrauben und zu tüfteln und bei Bier und Bratwurst über alles zu fachsimpeln, was mit Motoren zu tun hat.

Am liebsten natürlich über die kleine Peugeot, in die Straußfeld und seine Teamkollegen mittlerweile 2800 Euro investiert haben. Das für Rennen optimierte Zweirad hört auf den Namen „Hope II“. „Weil wir immer die Hoffnung haben, ins Ziel zu kommen“, erklärt Straußfeld lachend. Denn um Pokale, Titel und Medaillen geht es dem Team nicht. Vielmehr um den Spaß am Sport und die gemeinsame Zeit.

"Hope II" dreht langsamer, dafür zuverlässig ihre Runden

„Streng genommen ist unser Mofa nicht konkurrenzfähig“, weiß Straußfeld. Sechs bis sieben PS hat die „Hope II“, so genau wurde das nicht gemessen. Im Vergleich zu anderen Maschinen, die an den Rennen teilnehmen, ist das kleine Mofa absolut chancenlos. „Wir machen Motorsport für jedermann. Für kleines Geld haben wir eine Menge Spaß“, erklärt „Papa Straußfeld“, wie er von den anderen gerne genannt wird. Mit 52 Jahren ist er der älteste. „Wir geben nicht einen Haufen Geld aus, um zwei Plätze weiter vorne zu stehen“, sagt er.

Stattdessen setzt man auf Beständigkeit. Die „Hope II“ ist zwar nicht die schnellste, dafür aber robust. Und das kann auch ein Vorteil sein. „Wir setzen darauf, immer ins Ziel zu kommen, anstatt schnelle Runden zu fahren“, erklärt Straußfeld. Bei den Rennen, die bis zu vier Stunden dauern, werden nämlich die absolvierten Runden gezählt.

Und während manche Maschinen zwar schnelle Runden fahren, aber später aufgrund von technischen Problemen aufhören müssen, dreht die „Hope II“ langsamer, aber zuverlässig ihre Runden. So kommt es, dass das „Otze Racing Team“ zuletzt auf dem sechsten Rang landete – eine mehr als beachtliche Platzierung. Einen Pokal gab es trotzdem: Anna van Elkan wurde als einzige teilnehmende Frau ausgezeichnet.

Wie in Sprintstaffeln wechseln sich die Teammitglieder beim Rennen ab

Beim Fahren wechseln sich immer vier Teammitglieder ab. „Nach 20 Minuten auf der Strecke ist man fix und fertig“, sind sich die Fahrer einig. Dann wird, wie bei Sprintstaffeln in der Leichtathletik, getauscht und der nächste dreht für eine gewisse Zeit seine Runden. An den Rennterminen ist das Team meist das ganze Wochenende auf den Beinen. Entlohnt werden sie dafür mit Spaß. Geld verdienen kann man mit den Mofarennen nicht, für „Otze Racing“ ist das aber auch nicht der Anspruch.

Bleibt noch zu klären, was es mit dem Namen des Teams auf sich hat. „Otze“ hat keinerlei tiefere Bedeutung, wie Straußfeld erklärt. Vielmehr sei er eine Anlehnung an einen hier nicht zitierfähigen Witz aus der Michael Bully Herbig-Show. „Einfach aus Spaß“, sagt Straußfeld. Den haben die fünf sowieso zur Genüge.

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