Vorerst werden im Rumpenheimer Weg nur optische Änderungen vorgenommen. Eine Verkehrsmessung soll die Notwendigkeit einer 30er-Zone aufzeigen.
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Vorerst werden im Rumpenheimer Weg nur optische Änderungen vorgenommen. Eine Verkehrsmessung soll die Notwendigkeit einer 30er-Zone aufzeigen.

Für Radfahrer und Fußgänger

Optische Umgestaltung beschlossen: Weitere Maßnahmen im Rumpenheimer Weg werden geprüft

  • VonBettina Merkelbach
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Maintal – Nach zwei Online-Umfragen und vielen politischen Diskussionen steht nun die Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs fest: Die Kreuzungen und Einmündungen werden optisch hervorgehoben. Ansonsten bleibt der Status quo der Ost-West-Verbindung durch den Stadtteil Bischofsheim zunächst erhalten – das war der in der Bürgerbefragung am häufigsten geäußerte Wunsch.

Vorschläge wie ein einseitiger oder beidseitiger Fahrradschutzstreifen, dem Pflanzinseln und Parkplätze zum Opfer gefallen wären, sind damit vom Tisch. Die Online-Umfrage, in deren Rahmen alle Maintaler Themen unterschiedlich stark gewichten konnten, war bereits die zweite Bürgerbefragung zum Rumpenheimer Weg. Die erste Umfrage musste allerdings gestoppt werden, unter anderem weil auch Internetnutzer außerhalb Maintals daran teilnehmen konnten (wir berichteten).

Bei der zweiten Auflage konnten die Teilnehmenden insgesamt drei Punkte für eines der folgenden Themen vergeben, das ihnen bei der Umgestaltung besonders wichtig ist: Fuß-, Rad- und motorisierter Individualverkehr (MIV), Parkplätze, Straßenbegrünung und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Insgesamt haben fast 350 Bürger ein gültiges Votum abgegeben. Die meisten Punkte erhielten Parkplätze, Verkehrsberuhigung und MIV. Der Radverkehr wurde am seltensten als wichtig bewertet.

In den Anmerkungen, die die Teilnehmenden frei eingeben konnten, war der meistgenannte Wunsch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Fast ebenso viele sprachen sich für den Status quo und hier vor allem für der Erhalt der verkehrsberuhigenden Pflanzinseln und Parkplätze aus. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit der ersten Umfrage: Hier hatten sich mit 39 Prozent die meisten Teilnehmer für keine Umgestaltung ausgesprochen.

Tempo 30 wurde bislang von der Stadt allerdings abgelehnt. Der Grund: Es fehle die rechtliche Grundlage dafür. Um hierfür Tatsachen zu schaffen, haben die Grünen eine Messung der Feinstaub-, Abgas- und Lärmbelastung im Rumpenheimer Weg in den aktuellen Beschluss eingebracht. „Dabei ist uns wichtig, dass es eine Messung ist und keine Simulation oder statistische Hochrechnung der Verkehrsbewegungen“, erklärt Hartmut König, Fraktionsmitglied der Grünen. „Denn für ein Tempolimit muss es einen konkreten Grund geben, zum Beispiel eine gesundheitliche Gefährdung.“ Um für eine solche Regelung einen größeren Spielraum zu haben, soll Maintal der „Städteinitiative Tempo 30“ beitreten, einem Zusammenschluss von Kommunen, die sich dafür einsetzen, Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit innerorts dort anordnen zu können, wo sie es für notwendig halten. Zusätzlich prüft die Stadt, ob im Rumpenheimer Weg zwischen Kirchweg und Mainkurstraße ein weiterer Fußgängerüberweg eingeführt werden kann. Außerdem soll geprüft werden, ob sich die parallel verlaufende Zwingerstraße als Fahrradstraße oder Fahrradzone eignet.

Für Verwunderung sorgte allerdings der in der Magistratsvorlage vorgesehene nördliche Fahrrad-Schutzstreifen. Diesen Punkt strich der federführende Ausschuss für Mobilität und Digitalisierung aus der Vorlage, die in der Blockabstimmung beschlossen wurde. „Durch die Online-Umfrage ist klar geworden, dass die Bürger im Großen und Ganzen mit dem Status quo zufrieden sind“, sagt Ausschussvorsitzender Leo Hoffmann (FDP).

„Die Mehrheit der Teilnehmenden will keine Fahrradschutzstreifen, unter anderem, damit keine Parkplätze wegfallen.“ Eine Notwendigkeit für ein Tempolimit sieht seine Fraktion allerdings nicht. Er verweist auf eine Geschwindigkeitsmessung der Stadt im Jahr 2019, die Durchschnittsgeschwindigkeiten von 30,8 km/h in Richtung Fechenheimer Weg und 32,8 km/h in Richtung Am Kreuzstein erfasst hat. Der Anteil der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitungen lag in beiden Richtungen unter einem Prozent.

Die Bürgerinitiative Rumpenheimer Weg begrüßt den aktuellen Beschluss. „Die optische Kennzeichnung der Einmündungs- und Kreuzungsbereiche und der Erhalt der Pflanzinseln erhöhen die Sicherheit und war daher von Anfang an eine unserer Forderungen“, sagt Roland Hahn, Sprecher der Anwohnerinitiative. Er zeigt sich außerdem erfreut darüber, dass die Messung von Feinstaub, Abgasen und Lärm „endlich beschlossene Sache“ ist. „Wir hatten selbst vor einiger Zeit eine Zählung durchgeführt und die erfassten Fahrzeugbewegungen auf rund 7000 pro Tag hochgerechnet“, erklärt Roland Hahn. Er geht daher davon aus, dass die Messung bestätigt, dass Tempo 30 aus gesundheitlichen und Lärmschutzgründen in der Straße sinnvoll wäre. „Insofern ist der Beschluss ein Schritt in die richtige Richtung“, resümiert er.

Von Bettina Merkelbach

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