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Offizielle Stellungnahmen: Insektenplage um Kompostierungsanlage

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An der Kompostierungsanlage in der Otto-Hahn-Straße hat der Zweckverband Bioabfallentsorgung Maintal/Bad Vilbel als Betreiber neue Fenster angebracht, um der von Anwohnern beklagten Fliegenplage entgegen zu wirken. Foto: Bielesch
An der Kompostierungsanlage in der Otto-Hahn-Straße hat der Zweckverband Bioabfallentsorgung Maintal/Bad Vilbel als Betreiber neue Fenster angebracht, um der von Anwohnern beklagten Fliegenplage entgegen zu wirken. Foto: Bielesch

Maintal. Wenn der gemütliche Aufenthalt im Garten oder auf der eigenen Terrasse vor lauter Fliegen nicht mehr möglich ist, dann machen viele Anwohner die Kompostierungsanlage in Dörnigheim dafür verantwortlich.

Von Monica Bielesch

Nicht nur ungewöhnlich viele Mücken und Schnaken sind ein Ärgernis und machen den Feierabend auf dem Balkon, im Garten oder auf der Terrasse unmöglich. Auch massenhaft auftretende Fliegen können eine Belästigung sein. Bereits im vergangenen Sommer gab es Beschwerden von Maintalern in Dörnigheim über eine solche Fliegenplage. Viele machten die Kompostierungsanlage in der Otto-Hahn-Straße 7 dafür verantwortlich.

Die damals noch kaputten Fenster der Anlage, die vom Zweckverband der Städte Maintal und Bad Vilbel betrieben wird, sind mittlerweile repariert oder erneuert. Allerdings hat der Austausch der Fenster nach Informationen unserer Zeitung länger gedauert als geplant. Es hätte Nachforderungen der Feuerwehr und damit einhergehend eine Überprüfung der Statik bedurft.

Auf Nachfrage informiert die Pressestelle der Stadt, das der Betrieb der Kompostierungsanlage im Hinblick auf mögliche Belästigungen durch Geruch oder auch Fliegen regelmäßig, sorgfältig und kritisch überprüft werde – sowohl durch den Zweckverband als Betreiberin und die Stadt Maintal als auch durch die für die Überwachung zuständige Behörde, in diesem Fall das Regierungspräsidium Darmstadt (RP).

„Wir werden dies aber selbstverständlich weiterhin kritisch beobachten.“Der Bioabfall wird laut Stadt in der geschlossenen Produktionshalle angeliefert und unmittelbar verarbeitet. Durch die Heißrotte würden alle Fliegenlarven zerstört werden. Zur Sicherheit seien noch giftfreie Lockstofffallen aufgehängt worden. Bislang konnten keine erheblichen Belästigungen festgestellt werden, die auf den Betrieb der Anlage zurückzuführen seien, heißt es weiter in der Stellungnahme der Stadt. „Wir werden dies aber selbstverständlich weiterhin kritisch beobachten.“

Das Regierungspräsidium (RP) äußert sich auf Nachfrage ebenfalls. Die Gründe für das verstärkte Auftreten der störenden Insekten seien bislang nicht kausal auf den Betrieb der Anlage zurückzuführen, so RP-Pressesprecher Christoph Süss. Er betont, dass diese Anlage nach wie vor nach dem Stand der Technik betrieben werde und sich an der Fahrweise, den Abfallarten und Abfallmengen nichts wesentlich geändert habe.

RP fordert weitere RecherchenDas RP hat nach eigenen Worten den Zweckverband aufgefordert, zunächst weitere Recherchen zur Ursachenforschung und einem möglichen Zusammenhang mit dem Anlagenbetrieb anzustellen. Dafür seien Kontaktdaten eines Biologen und von zwei biologischen Fakultäten der Uni Frankfurt beziehungsweise der Uni Freiburg an den Zweckverband übermittelt worden.

Zusätzlich müsse der Zweckverband den Pestizideinsatz auf der Anlage systematisch betreiben und protokollieren, um mögliche Veränderungen in der Nachbarschaft damit in Abgleich bringen zu können. Dieser Einsatz von Pestiziden ist jedoch laut RP hinsichtlich des Gesundheitsschutzes und der Qualitätsanforderungen an den Kompost limitiert.

Derweil reißen die Beschwerden aus der Bevölkerung nicht ab. Das bestätigt auch das RP Darmstadt. Mit diesen Beschwerdeführern und mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreis stehe das RP jedoch in regelmäßigem Kontakt.

Zweckverband Bioabfallentsorgung Maintal/Bad Vilbel, Kompostierungsanlage Dörnigheim, Otto-Hahn-Straße 7.

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