+
Ralf Sachtleber

Kein Stadtrat mehr

Notparlament schafft Stadtratsposten ab - Ralf Sachtleber noch bis Ende Juni im Amt

Ab Juli wird der hauptamtliche Magistrat nur noch aus einer statt wie bisher aus zwei Personen bestehen. Das beschlossen am Sonntagvormittag die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stellvertretend für die Stadtverordnetenversammlung.

Demnach soll der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) über den April hinaus drei weitere Monate im Amt bleiben. Zuvor hatte er zugesagt, bis längstens 30. Juni zur Verfügung zu stehen. Danach soll der Posten ganz gestrichen wird. Stattdessen will eine Mehrheit der Ausschussmitglieder den ehrenamtlichen Magistrat, dem derzeit acht Personen angehören, auf insgesamt 13 erhöhen. Über diesen Punkt werden die Parlamentarier aber in der nächsten Sitzung entscheiden.

Darüber werden die Parlamentarier aber in der nächsten Sitzung endgültig entscheid. Dieser Entscheidung, die gestern eine Mehrheit aus SPD, CDU und Grünen fällte, waren zunächst zwei geplatzte Stadtratwahlen vorangegangen. 

Keine Einigung für einen Nachfolger

Mit dem Beschluss, die Stelle abzuschaffen und stattdessen den ehrenamtlichen Magistrat zu stärken, würde man der Tatsache Rechnung tragen, dass sich die Fraktionen bislang nicht auf einen Nachfolger von Sachtleber hätten einigen können, hieß am Sonntag von den Befürwortern des Beschlusses. „Es ist abzusehen, dass wir in dieser Legislaturperiode keinen Kandidaten finden werden, der eine breite Mehrheit der Stadtverordneten hinter sich versammeln kann“, so SPD-Fraktionschef Sebastian Maier. 

Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) zeigte sich überrascht über den Beschluss. „Die Anzahl der Dezernate und die Vielzahl der Aufgaben in einer Stadt der Größe Maintals verlangen, dass die Verwaltungsspitze aus zwei Köpfen und nicht nur aus einem besteht“, appellierte sie an die Parlamentarier. Aber ohne Erfolg: Mit fünf zu vier Stimmen beschlossen diese die Abschaffung des Stadtratspostens. Die nächste Sitzung des Hauptausschusses findet voraussichtlich in einer Woche statt.

Das könnte Sie auch interessieren