Stellenabbau

Norma baut Stellen ab: Vor allem die Verwaltung und die Logistik sind Betroffen

  • Carolin-Christin Czichowski
    vonCarolin-Christin Czichowski
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Die Norma Group hat angekündigt am Standort Maintal zahlreiche Stellen abzubauen. In Thüringen wird sogar ein ganzen Werk geschlossen. 

  • Die Norma Group baut Stellen ab
  • In Maintal sind vor allem die Verwaltung und die Logistik betroffen
  • In Thüringen wird ein komplettes Werk geschlossen

Bereits im Herbst kündigte die Norma Group mit Sitz in Maintal an, aufgrund der anhaltenden Krise in der Automobilindustrie betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen zu können. Am Dienstag gab das börsennotierte Unternehmen bekannt, 159 Stellen in Maintal abzubauen. Das Werk im thüringischen Gerbershausen soll sogar komplett geschlossen werden. 

In Maintal sollen bei Norma vor allem in der Verwaltung sowie im Bereich Logistik Stellen abgebaut werden. Als Grund nennt das Unternehmen „ungenügende Wettbewerbsfähigkeit aufgrund dreier Standorte mit ähnlichem Produktspektrum sowie ähnlichem Produktionsprofil in Mitteleuropa“. Neben Maintal zählen zu den genannten Standorten auch Gerbershausen sowie Hustopece in Tschechien. Teile der Produktion in Thüringen will der Konzern nun nach Tschechien verlagern. Offen sei noch, ob der andere Teil der Herstellung künftig nach Maintal verlagert werden soll. „Darüber steht die Entscheidung noch aus“, teilte ein Sprecher des Konzerns gestern mit.

Norma baut Stellen aufgrund eines Transformationsprogramms um 

Der radikale Stellenabbau an den deutschen Standorten ist das vorläufige Ergebnis des so genannten Transformationsprogramms „Get on track“, das der Automobilzulieferer vor gut einem halben Jahr gestartet hatte. „Durch ‚Get on track’ soll die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe wiederhergestellt und langfristig gesichert werden“, heißt es in einer Mitteilung.

Norma streicht Stellen in Maintal.

Wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage erklärte, hat die Norma Group seit Jahren mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr hätten die Einbrüche im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ gelegen. Doch in diesem Jahr hätte sich dieser Trend noch einmal beschleunigt - nicht zuletzt durch die anhaltende Corona-Krise, durch die der Fahrzeugabsatz weltweit eingebrochen ist. 

Abbau von Stellen ist für Norma eine Maßnahme um jährlich 40 bis 45 Millionen einsparen 

Wie der Sprecher erklärte, lagen die Umsatzeinbrüche im ersten Quartal 2020 „im höheren einstelligen Bereich“. Bereits Anfang April hatte das UnternehmenKurzarbeit angemeldet und das Produktionsvolumen heruntergefahren. Diese Maßnahmen haben nach Angaben des Sprechers nach wie vor Bestand. Das Transformationsprogramm „Get on track“ läuft noch bis 2023 und soll dauerhaft jährlich 40 bis 45 Millionen Euro einsparen. Ob noch weitere Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig sein werden, steht noch nicht fest. „Die Verlagerung der Produktion und weitere geplante Maßnahmen sind Gegenstand von Beratungen zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretern“, heißt es von der Norma Group. 

Insgesamt beschäftigt die Norma Group weltweit rund 8500 Mitarbeiter an 29 Produktionsstandorten. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 980 Mitarbeiter, 700 davon am Stammsitz in Maintal. Das Unternehmen stellt unter anderem Steckverbindungen für Motoren sowie so genannte Fluidsysteme her, mit deren Hilfe Dieselabgabe per Harnstoff gereinigt werden.

Rubriklistenbild: © Jan Max Gepperth

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