Der Firmensitz in der Hochstädter Edisonstraße ist europaweit der größte und einzige Standort der Norma Group, an dem beide Produktionsbereiche verankert sind. Foto: Jan Max Gepperth

Maintal

Norma Group: Neues Geschäftsfeld E-Autos

Maintal. Mit rund 6500 Einwohnern der drittgrößte Stadtteil Maintals – und Hauptsitz eines weltweit agierenden Konzerns mit 30 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten. Der größte davon in Hochstadt.

Von Martina Faust

Das ist eine Seltenheit. Vor allem in Zeiten, in denen Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern, um dort günstiger zu produzieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Anders bei Norma.

„Wir haben hier in Maintal den größten unserer Produktionsstandorte und wollen diesen auch halten“, betont Werksleiterin Grit Schieborowsky. Für diese Zukunftssicherung ist es erforderlich, kontinuierlich Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren. „Effizienzsteigerung“, sagt Schieborowsky. Das bedeutet mitunter auch den Abbau von Stellen. 49 muss Norma streichen, in verschiedenen Bereichen. Sozialverträglich, mit einem Freiwilligenprogramm. Ein Großteil davon sei bereits abgebaut.

Forschung und Entwicklung

Im Gegenzug unterzeichnete die Geschäftsführung ‧eine mit Betriebsrat und ‧Gewerkschaft ausgehandelte Zukunftssicherungsvereinbarung bis 2023. Für mindestens weitere vier Jahre sollen damit die Kernbereiche von Norma in Hochstadt erhalten bleiben. Dies sind die Herstellung von Klemm- und Schlauchschellen aus Metall sowie die Fertigung von Fluidsystemen aus Kunststoff. Hochstadt ist übrigens der größte und einzige Standort in Europa, an dem beide Produktionsbereiche verankert sind. Auch Forschung und Entwicklung sind auf dem Areal an der Edisonstraße untergebracht.

Innovation und Know-How kommen bei Norma aus den eigenen Reihen. „Wenn es um Innovation geht, zählt Schnelligkeit“, sagt Pressesprecherin Daphne Recker. Dabei konzentrieren sich die Entwickler nicht nur auf das Produkt selbst, sondern beziehen den gesamten Produktionsprozess mit ein „und blicken dabei noch mehr als zehn Jahre voraus“, ergänzt Recker lachend. Denn: „Es geht darum, Trends und Entwicklungen vorwegzunehmen, um sie frühzeitig dem Kunden vorzustellen“, erläutert die Werksleiterin. Dabei fertigt Norma sowohl für den weltweiten Markt als auch kundenspezifisch.

Neuen Marktsegmenten anpassen

Längst wird nicht nur die Automobilbranche beliefert, wobei neben dem klassischen Verbrennungsmotor auch Hybrid- und Elektroantriebe verstärkt in den Fokus rücken. Hier hat Norma kürzlich den Auftrag eines führenden Batterieherstellers über die Entwicklung und Fertigung von Leitungssystemen für das Batterie-Thermomanagement in Hybridfahrzeugen erhalten.

„Das Thermomanagement leistet einen wichtigen Beitrag zum Energiemanagement und hat damit auch Einfluss auf die Reichweite der Hybridfahrzeuge“, erklärt Schieborowsky. Auch einen neuen Steckverbinder speziell für den Einsatz in Elektro- und Hybridfahrzeugen hat der internationale Marktführer für hochentwickelte Verbindungstechnologie konzipiert und kann dabei auf vorhandene Produkte aufbauen: Die klassische Anwendungstechnik wird quasi transformiert, um sich neuen Marktsegmenten anzupassen.

Dadurch gibt es mittlerweile kaum ein Anwendungsgebiet, in dem sich nicht Verbindungstechnik von Norma findet – ob im Automobilbereich, im Wassermanagement, in der Luftfahrt, im Schiffbau, in der Landwirtschaft, im Pharmabereich, im Baugewerbe oder im Bergbau. „Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten für die Zukunft“, sagen beide. Und schon heute kann Grit Schieborowsky stolz ergänzen: „Es gibt fast keinen Flecken auf der Welt, den wir nicht mit unseren Produkten beliefern.“

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