Das Team des Stadtteilzentrums: Christiane Betz und Michael Scharping
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Das Team des Stadtteilzentrums: Christiane Betz und Michael Scharping

Gesellschaft

„Nicht noch eine Videokonferenz“: Stadtteilzentrum Bischofsheim setzt auf corona-sichere Begegnungsformate

  • vonBettina Merkelbach
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Corona hat Menschen, die ohnehin wenig soziale Kontakte haben, isoliert und in die Einsamkeit getrieben. In dieser schwierigen Zeit bieten die Angebote und Veranstaltungen des Stadtteilzentrums Bischofsheim Struktur, Halt und Entlastung.

Maintal – Das Team um Leiterin Christiane Betz versucht daher, alternative Formate zu entwickeln, um Begegnung unter sicheren Bedingungen zu ermöglichen. Gegründet wurde das Stadtteilzentrum 2001 im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Die Soziale Stadt“. Mit der Leitung des Stadtteilzentrums ist die Welle gGmbH beauftragt, Auftraggeber ist die Stadt. Hauptaufgaben des offenen Begegnungshauses sind Nachbarschaftshilfe und Vernetzung, Integration, sozialer Zusammenhalt und Beteiligung. Dabei steht der Stadtteil Bischofsheim im Fokus, aber die Veranstaltungen stehen allen Interessierten offen. Denn das Stadtteilzentrum lebt vom Engagement seiner Besucher. „Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es, das Ohr an der Bevölkerung zu haben und bei der Entwicklung von Ideen, was die Bürgerinnen und Bürger sich für ihren Stadtteil wünschen, zu unterstützen“, sagt Christiane Betz. „Im Moment ist das wichtigste Bedürfnis, mit anderen in Kontakt zu bleiben.“

Auf der anderen Seite gibt es auch einige kreative Formate, die ohne Corona so nicht entstanden wären. Etwa die Sommergespräche auf der Terrasse, die so gut angenommen wurden, dass sie als Terrassengespräche wöchentlich donnerstags von 15 bis 18 Uhr fortgesetzt werden. „Zu diesem freien Gespräch kommen viele vor allem ältere Menschen, um loszuwerden, was ihnen auf der Seele brennt, und um unter Leute zu kommen“, beschreibt Christiane Betz das Angebot, das auf der Terrasse des Stadtteilzentrums stattfindet. Auch Fahrradtouren und Outdoor-Aktivitäten stehen derzeit viele auf dem Programm. „Der internationale Gemeinschaftsgarten und generell das Thema Nachhaltigkeit sind gerade große Anziehungspunkte“, erklärt Martin Scharping.

Aktionen während des Lockdowns:„Wir wollten zeigen, dass wir trotzdem da sind“

Während des Lockdowns blieb das Zentrum mit einer Steine-Aktion und Regenbögen am Fenster sichtbar, setzte Zeichen der Gemeinschaft und Verbundenheit trotz Social Distancing. „Wir wollten zeigen, dass wir trotzdem da sind“, erinnert sich Christiane Betz. Einige Frauen trafen sich, um Masken zu nähen und so die Zeit sinnvoll zu füllen. „Das hat sie gerettet.“ Zudem gibt es einige Gruppen, die sich selbst gut organisieren und sich wie die Gartengruppe ohnehin draußen treffen.

Das reguläre Angebot wird von 25 bis 30 Gruppen gestaltet, die sich - entweder in Eigenregie oder unter Anleitung durch das Stadtteilzentrum oder Fachkräfte anderer Einrichtungen - wöchentlich, 14-tägig oder monatlich zusammenfinden. Dazu zählen eine Männergruppe, ein Frauentreffen, ein spanisches und ein italienisches Sprachcafé und eine Arabische Frauengruppe. Mittlerweile sind Treffen im Stadtteilzentrum unter Einhaltung des Hygienekonzepts mit maximal acht Personen wieder möglich. Das Angebot wird derzeit von rund 15 Gruppen genutzt.

Weitere Informationen

Das Team des Stadtteilzentrums ist dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Dörnigheimer Weg 25, unter 06109 698280 und per E-Mail an stz@welle.website erreichbar.

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