Hohe Polit-Promidichte, wie man sie von Neujahrsempfängen kennt (von links): Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser, CDU-Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert, Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeisterin Monika Böttcher. Auch Maintals ‧neuer Polizeidienststellenleiter Stefan Petersein schaute beim Empfang vorbei. Foto: Habermann

Maintal

Neujahrsempfang der Stadt Maintal stand im Zeichen des Blaulichts

Maintal. Der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Maintal am Donnerstag im Foyer der Bischofsheimer Albert-Einstein-Schule (AES) stand ganz im Zeichen der freiwilligen Feuerwehren.

Von Rainer Habermann

Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) machte in Optimismus für das Jahr 2018, Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) würdigte das freiwillige und ehrenamtliche Engagement der mehr als 170 „Blauröcke“ für die Stadtgesellschaft.

Die Kameradinnen und Kameraden der Maintaler Feuerwehr, die 2017 in über 400 Fällen Dienst taten, waren denn auch schon vor dem Gebäude präsent, demonstrierten draußen mit Geräte- und ausgefahrenem Leiterwagen ihre Einsatzbereitschaft. Drinnen war der Job wesentlich schweißtreibender. In knallroten Chemikalien-Schutzanzügen (CSA), voller Atemschutzmontur oder sogar im Neopren-Taucheranzug waren die Feuerwehrleute zwischen den rund 150 Gästen unterwegs, Auf der Bühne stellten Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Unterschiede zwischen verschiedenen Wehren in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern klar.

AnerkennungBöttcher sprach in ihrer Neujahrsrede von „über 100 Nationen, die in Maintal friedlich zusammenleben“. Das spiegelt sich auch in den jugendlichen Brandschützern wider. Einige kommen aus Polen, Kroatien, sogar aus Kolumbien oder von den Philippinen. Jugendfeuerwehren wie in Deutschland, wo rund 250 000 Jugendliche ihren Dienst an der Allgemeinheit leisten, gibt es im Ausland aber kaum. Für die Jungs in den blauen Uniformen gab es einen Scheck über 300 Euro, als kleine Anerkennung, von Kaiser.

Der Stadtverordnetenvorsteher bezeichnete in seiner Neujahrsansprache das aktuelle Jahr als „eines der großen und kleinen Herausforderungen“. Im Großen: Da spielte er auf den amerikanischen Präsidenten an, der „mit größtem Klamauk und der größten Zahl an Twitter-Nachrichten“ aufwarte. „Wegweisend für eine große Nation ist das nicht mehr“, meinte Kaiser.

Zeichen setzenIm Kleinen: Da bezog er sich auf den grassierenden rechten Populismus in Deutschland. „Es ist Zeit, Zeichen zu setzen, den Trend umzukehren und klare Kante zu zeigen“, sagte er. In Sachen Stadtpolitik hob er den verabschiedeten Haushalt 2018 hervor als „einen der frühesten in der Stadtgeschichte“ und sprach von einem „intensiven Diskurs“, der in der Stadt geführt werde in Fragen der Sicherheit und der Verkehrspolitik.

Der neue Dienststellenleiter der Polizeistation Maintal, Stefan Petersein, der mit mehreren Kollegen ebenfalls unter den Gästen weilte, ebenso wie der Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz (SPD) und weitere Politiker aus Land, Kreis und Stadt, mag es wohl gerne gehört haben.

ZieleDie Bürgermeisterin mahnte in ihrer Rede „Menschlichkeit, gegenseitige Wertschätzung und Respekt sowie ein klares Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat“ von den Bürgern an. Maintal sei „ein lebenswerter Wohnort mit viel Natur mitten in der Metropolregion Rhein-Main“, auch wenn es eine eigentliche Stadtmitte wegen der Verkehrsadern, welche die vier Stadtteile voneinander trennten, nicht gebe.

„Die finanzielle Basis stimmt in Maintal, wir haben einen Haushaltsüberschuss“, lautete Böttchers Credo, der auch vielfältige Investitionen erlaube. Die Entwicklung eines neuen Gewerbegebiets in Bischofsheim, „das erste seit 15 Jahren“, sieht die Bürgermeisterin „neben der Weiterentwicklung als familienfreundliche Stadt“ als zukünftige Ziele.

Jugendpreis der Stadt MaintalAuf offener Bühne übergab Böttcher den Jugendpreis der Stadt Maintal, dotiert mit 600 Euro, an Ardijana Ramic (SC Budokan), Jennifer Hassenpflug (Turnerschaft Bischofsheim) und Marcel See (Posaunenchor Hochstadt) in gleichen Teilen.

Stadtbrandinspektor Andreas Matz und Hauptfeuerwehrmann Frank Robanus standen mit dem Filmemacher Boris Kreuter ebenfalls auf der Bühne. Sie hatten einen Imagefilm über die Feuerwehr gedreht, von dem aus technischen Gründen allerdings lediglich der Trailer gezeigt werden konnte. Die Musik lieferte das Jazzquartett Guardians of Jazz.

Das könnte Sie auch interessieren