Maintal

Neues Bürgerhaus für Bischofsheim

Maintal. Die Grundsatzentscheidung ist getroffen: Bischofsheim soll ein neues Bürgerhaus erhalten. CDU, SPD, Grüne und WAM sprachen sich mehrheitlich dafür aus, auf dem Grundstück der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim zwischen Dörnigheimer und Bertha-von-Suttner-Weg einen Neubau zu errichten.

Von Martina FaustDas sanierungsbedürftige Bestandsgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll bis zur Fertigstellung des neuen Objekts weiter betrieben werden.

Ursprünglich war eine energetische Sanierung des Bürgerhauses für rund zwei Millionen Euro geplant. Doch vor einem Jahr kam der Paukenschlag: Eine fachplanerische Voruntersuchung ergab, dass eine grundlegende Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1974 notwendig ist. Die Kosten explodierten auf geschätzte 7,5 Millionen Euro. Doch im Vergleich zu einem Neubau für rund 16 Millionen Euro oder der unrentablen Minimallösung mit einer brandschutztechnischen Ertüchtigung für 500 000 Euro schien diese Grundsanierung die sinnvollste Option.

Eine weitere Variante

Zwischenzeitlich ergab sich eine weitere Variante: die Errichtung eines Neubaus auf dem benachbarten Grundstück der Kirchengemeinde. „Wir würden dadurch ein neues, zeitgemäßes Bürgerhaus erhalten und hätten keine Ausfallzeiten, weil wir das Bestandsgebäude weiterhin nutzen können. Gleichzeitig erhalten wir die Möglichkeit, durch den späteren Abriss des alten Bürgerhauses die Quartiersmitte neu zu entwickeln“, warb Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) für diese Option. Angedacht ist, auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück rund 70 Wohneinheiten und einen Versorgermarkt zu realisieren.

Auch die Mehrheit der Stadtverordneten sah die Vorteile dieser Variante und stimmte daher für den Bau eines zweigeschossigen Bürgerhauses auf dem Kirchen-Areal. In dem neuen Gebäude könnten ein Saal mit 600 Sitzplätzen und ein zusätzliches Kolleg mit 200 Sitzplätzen untergebracht werden, außerdem Funktionsräume, ein Restaurant und und multifunktionale Mehrzweckräume für die Vereine. „Ein Schießstand und eine Kegelbahn könnten allerdings nicht realisiert werden“, räumte Sachtleber ein. Entsprechende Einrichtungen gibt es aber in Dörnigheim, sodass der Stadtrat hier auf entsprechende Absprachen der Vereine setzt.

Nachteile für Nutzer befürchtet

Für Friedhelm Duch (Grüne) hat der Vorschlag ebenfalls „großen Charme, weil das Bürgerhaus weiter betrieben werden kann“. Thomas Schäfer, Fraktionsvorsitzender der FDP, die weiterhin eine Sanierung als tragfähigste Lösung anstrebt und gegen den Neubau stimmte, sah das anders. Er befürchtet Nachteile für die Schützen, Kegler und das Musik-Corps. Außerdem prognostizierte er wesentlich höhere Kosten als die veranschlagten knapp neun Millionen Euro – den Erlös aus dem Verkauf des jetzigen Bürgerhaus-Grundstücks eingerechnet. „Dieses Konstrukt wird teurer ausfallen und zehn bis 13 Millionen Euro kosten“, ist Schäfer überzeugt.

Doch die FDP blieb mit ihren Einwänden allein. Die übrigen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung stimmten für das Projekt. Damit werden aber noch nicht Bagger rollen. Denn aktuell steht die finale Zustimmung der Kirchengemeinde aus, und auch ein Erbbaurechtsvertrag muss zunächst ausgehandelt werden.

Daher ist es nun am Magistrat, in einem nächsten Schritt Verhandlungen aufzunehmen. „Es wird nicht einfach. Aber die Vorteile dieser Variante sind es wert, diesen Weg zu gehen“, so der Erste Stadtrat.

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