Im rot eingefassten Bereich möchte Vodafone eine Mobilfunkbasisstation errichten. Im Rahmen dieser Suchkreisanfrage schlägt die Stadt den Festplatz als möglichen Standort vor. Foto: PM

Maintal

Neuer Handy-Mast - Möglicher Standort auf Hochstädter Festplatz

Maintal. Vodafone möchte einen neuen Mobilfunkmast in Hochstadt errichten. Offen ist bislang, wo diese Station gebaut werden wird. In der Sitzung des Bauausschusses am kommenden Dienstag könnte eine Vorentscheidung fallen, und zwar zugunsten des Festplatzes. Allerdings handelt es sich bei dem Votum um eine reine Formalie.

Von Martina Faust

Fakt ist, dass der Stadt Maintal die Hände gebunden sind, wenn es um die Errichtung von Mobilfunkstationen geht. Denn Kommunen haben nicht die Befugnis, in die Planung neuer Standorte und deren Genehmigung einzugreifen. So will es der Bundesgesetzgeber. Einzig durch eigene Standortvorschläge können Städte und Gemeinde aktiv die Planungen begleiten. Allerdings liegt es letztlich am Mobilfunkanbieter, ob er diese Vorschläge aufgreift oder nicht. Denn alle Vorschläge und Vereinbarungen erfolgen auf freiwilliger Basis.

„Unsere Standortvorschläge werden eher weniger berücksichtigt, weil die Mobilfunkanbieter in der Regel Standorte in der Bebauung suchen, die wir nicht anbieten können und wollen“, teilt Maintals Pressesprecherin Nicole Bilz auf Anfrage mit.

Stadt möchte verhindern, dass der Mast ins Wohngeiet kommt

Dennoch nutzt Maintal diese Option, indem es mögliche Standorte vorschlägt, wenn sich Mobilfunkbetreiber mit einer sogenannten Suchkreisanfrage melden – wie aktuell Vodafone. Schließlich lässt sich so möglicherweise das größere Übel verhindern, dass nämlich Verträge mit Privatpersonen geschlossen werden und die Sendestationen schließlich dort entstehen, wo keiner sie möchte: im Wohngebiet oder in der Nähe Schulen, Kitas oder Seniorenheimen. Denn für städtische Standorte gilt, dass diese mindestens 120 Meter vom nächstgelegenen Wohngebiet entfernt sein müssen.

Der Vorschlag der Stadt Maintal, einen Sendemast mit einer voraussichtlichen Höhe von 40 bis 50 Metern an der nordöstlichen Ecke des Hochstädter Festplatzes zu errichten, resultiert daraus, dass alternative Flächen sich gar nicht oder nur bedingt als geeignet erweisen.

Andere Optionen wurden bereits ausgeschlossen

Ursprünglich war der alte Wasserhochbehälter nahe des Schützenhäuschens im Gespräch. Dieser ist in der Mobilfunk-Netzplanung, die 2003 beschlossen wurde, festgeschrieben. Der städtische Fachdienst Umwelt gibt jedoch zu bedenken, dass es sich bei diesem Gebiet um einen „beliebten Naherholungsbereich (...) mit einem besonders schönen und daher schützenswerten Landschaftsbild“ handelt, mit dem denkmalgeschützten Schützenhäuschen in unmittelbarer Nachbarschaft.

Der neue Trinkwasserhochbehälter sei ebenfalls ungeeignet, „da die Gebäudestatik keine Aufbauten ermöglicht. Zudem ist der vorhandene Blitzschutz unzureichend“, heißt es in der Vorlage. Hinzukomme die Geländetopografie mit einer Neigung von 30 bis 45 Grad.

Bäume am Kerbplatz bieten einen Sichtschutz

Denkbar wäre die Errichtung eines Sendemasts etwa 50 Meter unterhalb des Trinkwasserhochbehälters auf einem Grundstück der Stadt. „An dieser Stelle müsste der Sendemast eine Höhe von 50 Metern aufweisen und mit stärkerer Leistung senden, um die Funkabdeckung zu erreichen“, lautet die Einschätzung.

Demgegenüber hätte der Standort in der Ecke des Kerbplatzes den Vorteil, dass dort eine geringere Sendeleistung ausreichend wäre, der Mast zudem aufgrund von Bäumen recht sichtgeschützt wäre. Hinzu kommt, dass „der Abstand dieses Standorts zur nächstgelegenen Wohnbebauung größer ist als beim bisherigen Standort Alter Wasserhochbehälter“.

Eine Zustimmung zu diesem Standort gilt in Ermangelung geeigneter Alternativen daher als wahrscheinlich. Die Mitglieder des zuständigen Ausschusses für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Klimaschutz kommen am Dienstag, 28. Mai, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Hochstadt zu ihrer öffentlichen Sitzung zusammen. Ob Vodafone dann tatsächlich an dieser Stelle einen Mobilfunkmast errichtet, ist damit nicht entschieden.

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