Durch Zufall hätten sie von der Situation der Volksbühne erfahren, so Katharina und Ulrich Lüer gegenüber dem TAGESANZEIGER. Nach einer Bedenkzeit hätten sie sich dann entschieden, den Vorsitz zu übernehmen. Foto: PM

Maintal

Neuen Volksbühne-Vorstand gewählt

Maintal. Die positive Nachricht kam Mittwochmorgen, wenige Stunden nach der Entscheidung am Abend zuvor: Die Volksbühne Maintal startet mit einem neuen Vorstand in das Jahr 2019.

Von David Scheck

Einstimmig hätten die Mitglieder des Vereins Katharina und Ulrich Lüer in den Vorstand und zum Nachfolger von Thomas Wanka gewählt. Damit ist das lange Zeit befürchtete Aus der Volksbühne abgewendet.

Das Ehepaar ist in der Maintaler Theaterwelt gut bekannt, sind sie doch seit 25 Jahren beim Amateurtheater Wachenbücher Weltbühnchen federführend aktiv. Entsprechend erfreut zeigt sich auch Maintals Kulturbeauftragter Jochen Spaeth.

Durch Zufall erfahren

Als erster Vorstand wird sich Katharina Lüer um die Bereiche Organisation, Kommunikation und Mitgliederbetreuung kümmern. Ulrich Lüer ist zum zweiten Vorstand gewählt. Er sieht seine Aufgaben bei der Werbung und der technischen Betreuung des Internetauftritts und der Mitgliederorganisation. Beide setzen auf die bereits gute Zusammenarbeit mit der Stadt Maintal und wollen sich hier besonders engagieren. Bei der Arbeit kann der neue Vorstand auf die tatkräftige Unterstützung eines bewährten Teams zählen.

Von der prekären Situation der Maintaler Kulturinstitution, deren Fortbestand gefährdet war, weil sich kein neuer Vorstand fand, erfuhren die Lüers eher zufällig durch eine Bekannte, die Abonnentin der Volksbühne ist. Nach einer Bedenkzeit hätten sie sich dann entschieden, sich zur Wahl zu stellen. „Wir gehen beide demnächst in den Ruhestand, das gibt uns einen zeitlichen Spielraum“, erläutert Ulrich Lüer im Gespräch mit dem TAGESANZEIGER. Und auch ihr Engagement beim Weltbühnchen soll durch ihren Einstieg bei der Volksbühne nicht leiden: „Wir kriegen das unter einen Hut“, so Lüer.

Die beiden neuen Vorstände sehen ihre wichtigste Aufgabe darin, die Bedeutung der Volksbühne Maintal in der Kulturlandschaft der Stadt Maintal zu stärken. Dazu stellt Katharina Lüer fest: „Die Volksbühne Maintal hat seit ihrem Bestehen viele Menschen für das Theater begeistert. Mit den modernen Medien ist jedoch ein Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Zuschauer entstanden. Darum müssen wir daran arbeiten, dass auch die jüngeren erleben, wie lebendig Theater sein kann.“

Als Vertreter der Stadt Maintal waren Florian Grünert, Fachdienstleiter Kultur, und Jochen Spaeth, Kulturbeauftragter, bei der Wahl anwesend. Grünert zeigte sich erleichtert: „Für den Kulturbetrieb der Stadt Maintal leistet die Volksbühne Maintal einen wichtigen Beitrag, den die Stadt finanziell und organisatorisch nach Kräften unterstützen wird“, wird der Fachdienstleiter in der Mitteilung zitiert. Und auch Spaeth ist optimistisch, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung zu verstehen gibt: „Ich habe das Gefühl, das wird gut“, sagt er bezüglich des Engagements der Lüers. Ist die eine Baustelle – die ungeklärte Nachfolgefrage bei der Volksbühne – nun geschlossen, bleibe allerdings noch die andere: das Bürgerhaus Bischofsheim.

"Werden Alternativpläne entwickeln"

Bei der Frage Sanierung oder Neubau hat der Kulturbeauftragte nun mit der gesicherten Zukunft der Volksbühne ein gutes Argument in der Hand. Spaeth plädiert bekanntlich für einen Neubau, da er bei einer rund zweijährigen Schließzeit des Bürgerhauses im Fall einer Sanierung negative Folgen für Maintals Kulturlandschaft, vor allem aber für die Volksbühne, befürchtet. Doch welche Entscheidung das Stadtparlament letztlich auch fällt: „Ich habe keine Angst, dass wir das nicht hinkriegen“, so Spaeth.

Um die Situation des Bürgerhauses weiß natürlich auch der neue Volksbühne-Vorstand. „Die Entscheidung müssen wir genauso abwarten wie alle anderen“, so Ulrich Lüer. Zur Sicherung der Aufführungen „werden wir Alternativpläne entwickeln“. In den kommenden Wochen beginnt für den neuen Vorstand die Planung für die Spielzeit 2019/20.

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