Die Albert-Einstein-Schule ist das einzige Gymnasium in Maintal. Um höheren Schülerzahlen gerecht zu werden, fordert die WAM einen Ausbau – oder den Bau einer weiteren Schule. 
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Die Albert-Einstein-Schule ist das einzige Gymnasium in Maintal. Um höheren Schülerzahlen gerecht zu werden, fordert die WAM einen Ausbau – oder den Bau einer weiteren Schule. Archiv

WAM und Grüne äußern sich

Neubau oder Ausbau? Diskussion um neues Gymnasium im Westkreis erreicht Maintal

Die Diskussion um ein neues Gymnasium im Westkreis hat auch Maintal erreicht. Wie berichtet, hat die Stadt Hanau angekündigt, die Kooperationsvereinbarung mit dem Kreis nicht über das Schuljahr 2024/2025 hinaus anbieten zu können.

Maintal – Die Wahlalternative Maintal (WAM) hat daraufhin in einer Mitteilung gefordert, „den Bildungsstandort Maintal zu stärken“. Konkret fordert die WAM, das bestehende Gymnasium zu erweitern oder ein neues Gymnasium zu errichten. Nach Ansicht der WAM müsse sich Maintal frühzeitig positionieren. Mit Blick auf die Dauer von den Planungen und möglichen Bau eines Gymnasiums müsse der Maintaler Magistrat nun so schnell wie möglich aktiv werden.

WAM sieht Standortvorteil für Maintal

Nach der von Hanau angestrebten Kreisfreiheit wäre Maintal mit knapp 40 000 Einwohnern die größte Stadt im Kreis. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung sei Maintal „ein idealer Standort für eine Alternative zu den Hanauer Schulen“, so die WAM.

Den in Maintal lebenden Schülern müsse nach Ansicht der WAM in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden, nach der Grundschule auch in Maintal eine weiterführende Schule besuchen zu können. „Dies ist ein Vorteil für die Maintaler Bevölkerung und ein Standortvorteil für die Stadt Maintal, der nicht leichtfertig vergeben werden sollte“, so die Mitteilung.

Grüne treten auf die Bremse

Nun haben die Maintaler Grünen auf die Forderung der WAM reagiert und den zeitnahen Bau eines weiteren Gymnasiums im Westkreis als unrealistisch bezeichnet. In einer Mitteilung fordern die Grünen eine sachbezogene Diskussion, wie mit den steigenden Schülerzahlen umgegangen werden kann.

„Zunächst wurde vom Kreistag des Main-Kinzig-Kreises der vorgelegte Schulentwicklungsplan in den zuständigen Ausschuss zurückverwiesen. Mit einem Beschluss in der Kreistagssitzung am 5. Februar ist nach Lage der Dinge kaum zur rechnen. Damit wird sich seine Verabschiedung mindestens bis in den Juni hinein verzögern“, stellen die Grünen fest. „Der Bau einer neuen Schule ist aber nur möglich, wenn ein Schulentwicklungsplan mit entsprechender Planung und Genehmigungserlass des Kultusministeriums vorliegt. Damit ist erfahrungsgemäß aber nicht vor Mitte des Jahres 2022 zu rechnen.“ Der Bau einer Schule durch den Schulträger MKK sei damit nicht bis zum Beginn des Schuljahres 2024/25 möglich, heißt es in der Mitteilung.

Hanauer Kreisfreiheit für Grüne nicht entscheidend

Sehr viel realistischer dagegen ist nach Ansicht der Maintaler Grünen der Bau einer kooperativen Gesamtschule, wie sie nach dem bereits verabschiedeten Schulentwicklungsplan der Stadt Hanau vorgesehen sei. Dieser berücksichtige darüber hinaus auch die Bedarfe aus den umliegenden Kommunen, so die Grünen mit Bezug auf eine Beschlussvorlage des Hanauer Magistrats.

Die seitens der Stadt Hanau angestrebte Kreisfreiheit ist für den möglichen Besuch der Hanauer Gymnasien durch Schüler aus dem Kommunen im Umland nach Ansicht der Grünen nicht von Bedeutung, da Hanau als Sonderstatusstadt schon in der Vergangenheit selbstständiger Schulträger war. „Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem MKK und der Stadt Hanau existiert aus eben diesem Grund und wäre ohne diesen Sachverhalt überflüssig“, betonen die Maintaler Grünen. „Die im Hessischen Schulgesetz verankerte Wahlfreiheit der Eltern garantiert allen Kindern, deren Eltern dies wünschen, einen Platz an einer Schule mit gymnasialem Bildungsgang, unabhängig vom Standort und der Schulträgerschaft. Keineswegs wird mit einem Ende der Vereinbarung der Besuch der Hanauer Schulen für Maintaler Kinder unmöglich.“

Konkurrenz durch weiteres Gymnasium befürchtet

Der Bau eines Gymnasiums im Westkreis wäre aus Sicht der Grünen kontraproduktiv, weil so die Angebote der bestehenden weiterführenden Schulen im Westkreis gefährdet wären. Der Verbund aus integrierten Gesamtschulen und des Oberstufengymnasiums in Bruchköbel sei nur möglich, wenn dort eine Jahrgangsbreite erreicht werde, die ein attraktives Angebot ermögliche. Gleiches gelte aber auch für die Hanauer Gymnasien und das Albert-Einstein-Gymnasium in Maintal, wenn sie in Konkurrenz mit einem weiteren Gymnasium im Westkreis treten müssten.  bel

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