Der Stecker wurde nicht gezogen: Nach wie vor läuft das Projekt mobiliteet, das Unternehmer Ahmet Cetiner nun auch in anderen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises vorstellt. Archivfotos: Kalle

Maintal

Nach Stopp des Stadtparlaments: Was das E-Mobilitätsprojekt macht

Maintal. In den zurückliegenden Wochen und Monaten ist es still geworden um das so euphorisch gestartete Projekt namens mobiliteet. Dann zog das Stadtparlament im Herbst die Handbremse. Aber der Stecker wurde deswegen nicht gezogen: Unternehmer Ahmet Cetiner ist fleißig dabei, in anderen MKK-Kommunen die Werbetrommel zu rühren.

Von David Scheck

„E-Mobilität vorerst ausgebremst“ titelte Anfang November des vergangenen Jahres der TAGESANZEIGER nach dem Votum des Verkehrsausschusses. Dieser hatte beschlossen, dass der Magistrat dem Parlament ein Konzept, ein Regelwerk zur Ausschreibung sowie eine Übersicht über mögliche öffentliche Standorte für E-Ladestationen vorlegen soll. Dabei war das Projekt längst angelaufen. Entsprechend angesäuert reagierte Cetiner, der Geschäftsführer der Firma 4xpress, bei der das Projekt mobiliteet angesiedelt ist, auf den Beschluss des Verkehrsausschusses, der anschließend auch vom Maintaler Stadtparlament bestätigt wurde.

Der Bischofsheimer prognostizierte bereits die Insolvenz seines Unternehmens. Jetzt, rund dreieinhalb Monate später und nachdem auch vielleicht der Ärger ein wenig verraucht ist, spricht Cetiner nicht mehr vom Ende seiner Firma. Ein paar Kündigungen habe er allerdings aussprechen müssen. Und nach wie vor liegen zwölf bestellte und gelieferte Ladesäulen in den Büros. Denn ursprünglich hatte Cetiner geplant, das Maintaler E-Ladenetz bis Ende des Jahres 2017 auf 20 zu erhöhen. Die ersten acht waren wie berichtet im Frühjahr des selben Jahres aufgestellt und in Betrieb genommen worden. Von zehn weiteren E-Autos, welche die seit Sommer des vergangenen Jahres bestehende Flotte verstärken sollten, konnte der Unternehmer acht zurückstellen lassen.

Projekt ist noch nicht totDennoch: Das Projekt soll weitergehen. Und so führt Cetiner Gespräche mit Eigentümern von privaten Flächen, wo Ladestationen aufgestellt werden können. Einen Imbissbetreiber im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim habe er überzeugen können. Auch mit einem Hotel sei er nach wie vor im Austausch. Darüber hinaus hat Cetiner den Blick auch über den Maintaler Tellerrand hinaus geworfen: Der Bischofsheimer ist derzeit dabei, jede Menge Klinken im Main-Kinzig-Kreis zu putzen – in diesem Fall die Klinken von Rathäusern.

Mit einigen Bürgermeistern des Landkreises hat er schon Gespräche geführt, weitere sollen folgen. Im Gepäck hat der Unternehmer ein konkretes Angebot für Rathauschefs: Ein E-Auto der Marke BMW i3 sowie eine Ladesäule für 599 Euro monatlich. Rund zwei Stunden tägliche Nutzung sind laut Datenblatt inklusive, hinzu kommen noch einmalige Installationskosten für die Ladesäule, deren Höhe sich nach dem Aufwand der nötigen Arbeiten richten. Der Betrag von 599 Euro kann zu 100 Prozent zum Fahren genutzt werden, sowohl von den Mitarbeitern der jeweiligen Verwaltung als auch von Bürgern.

Stetig neue RegistrierungenTäglich, so sagt Cetiner gegenüber unserer Zeitung, gebe es neue Registrierungen, sodass die Auslastung derzeit bei rund 25 Prozent liege. Mit diesem Wert liege das Projekt in den schwarzen Zahlen. Damit der Wert weiter steigt, will Cetiner auch in Maintal verstärkt Werbung für das E-Mobilitätsprojekt machen. An den Ladestationen am Bahnhof Maintal-Ost weist ein Plakat darauf hin, ab März soll großflächige Werbung folgen.

Wer sich über das Projekt mobiliteet schlau machen will, findet alle Informationen dazu auf der Internetseite www.mobiliteet.de

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