Die beschädigte Skulptur wurde umgehend wieder in Stand gesetzt. Jürgen Graschtat, der die Nachbildung gefertigt hatte, war am Montag schnell zur Stelle. Foto: Privat

Maintal

Nach erneuter Attacke auf Skulptur: Mehr Sicherheit gefordert

Maintal. Der Außerirdische K 718 hat auf der Erde offensichtlich kein Glück. Nachdem die gleichnamige Holz-Skulptur am Dörnigheimer Mainufer kurz vor Silvester von unbekannten Tätern abgesägt und in den nahen Main geworfen wurde, wurde nun auch die Nachbildung aus Metall schwer beschädigt.

Von Martina Faust

Um das Kunstobjekt, das Teil eines Ensembles in einer von der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ konzipierten Galerie auf den Mainwiesen unterhalb der August-Roth-Halle ist, künftig besser vor Vandalismus zu schützen, fertigte der Hanauer Werbetechniker Jürgen Graschtat eine Nachbildung aus Metall mit dem Foto der Original-Skulptur von Bianca Tather an. Zusätzlich wurde die Rekonstruktion durch Stahlseile gesichert.Doch nicht einmal die waren stark genug, um zu verhindern, dass unbekannte Täter am vergangenen Wochenende die Figur verbogen.

„Es braucht schon viel Gewalt, um die Skulptur zu verbiegen“, sagt Hayriye Rupin von der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“. Deshalb vermutet sie, dass hier gezielt Täter am Werk waren, die darauf aus sind, die Stadtleitbildgruppe zu treffen. „Das ist ein Kräftemessen“, ist die Dörnigheimerin überzeugt. „Irgendjemand hat uns auf dem Kieker.“

Kunstfreunde kämpferisch

Doch einschüchtern lässt sich die ehrenamtlich tätige Gruppe nicht. „So viele Menschen haben Freude an den Skulpturen. Wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen. Wir werden jetzt nicht vor einer kleinen Minderheit in die Knie gehen“, stellt Rupin klar.

Daher wurde die beschädigte Skulptur auch umgehend wieder in Stand gesetzt. Jürgen Graschtat, der die Nachbildung gefertigt hatte, war am Montag schnell zur Stelle. „K 718 wurde zunächst mit Warmluft behandelt und anschließend in ein warmes Vollbad getaucht, damit er wieder gerade gebogen werden konnte.

Anschließend wurde die Skulptur in Tücher gehüllt und mit Holzlatten massiert“, teilt der Maintaler Präventionsbeauftragte Frank Meisinger mit, der unter der E-Mail-Adresse praevention.kompass@maintal.de auf Hinweise zu dem Vorfall vom vergangenen Wochenende hofft.

Schienen zur Sicherheit

Um weiteren Beschädigungen vorzubeugen, hat K 718 nun zusätzliche Schienen erhalten. Doch das allein reicht aus Sicht von Hayriye Rupin nicht aus. „Es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen in Politik und den Aufsichtsbehörden für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum sorgen“, sagt sie.

Sie und ihre Mitstreiter in der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ wollen sich jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, die Aufenthaltsqualität am Mainufer zu steigern. Etwa durch das Rosengärtchen, das derzeit zwischen Karl-Leis-Straße und Ufergasse angelegt wird. „Wir lassen uns in unseren Zielen nicht einschränken“, stellt sie klar. Auf den Außerirdischen wird sie trotzdem weiterhin ein wachsames Auge haben.

Hinweise an die Polizei

Auch die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft einen möglichen Zusammenhang zu früheren Taten. Die Beamten bitten um Zeugenhinweise, die unter der Nummer 0 61 81/4 30 20 angenommen werden.

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