„Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, machen sie super mit“, lautet die Einschätzung der fünfköpfigen Pantomimengruppe „Mime Art for life“, die am Mittwoch im Rahmen eines Mutmachnachmittags zu Gast im Stadtteilzentrum Bischofsheim gewesen ist. Foto: Gepperth

Maintal

„Mime Art for Life“ zu Gast im Stadtteilzentrum Bischofsheim

Maintal. Am Mittwoch waren die Pantomimen- und Clownakteure von „Mime Art for Life“ im Rahmen eines Mutmachnachmittags zu Gast im Stadtteilzentrum Bischofsheim. Eingeladen wurde die Gruppe vom Stadtteilzentrum, dem Nepalesischen Kulturverein Nepali Samaj und der Integrationsbeauftragten der Stadt Maintal, Verena Strub.

Von Jan Max Gepperth

Gut 20 Leute versammelten sich am Mittwochnachmittag in der Räumlichkeit des Stadtteilzentrums Bischofsheim um Rynold „Ray“, Rulph, Siyabonga, Magraet und Angelinah live zu erleben. Die fünf Künstler aus Südafrika sind Mitglieder von „Mime Art for Life“ und traten bereits zum zweiten Mal in Bischofsheim auf.

Während der Aufführung wurden die Gäste immer wieder angehalten, mitzumachen. Mal mehr, mal weniger. Gerade zu Beginn war das Publikum sehr involviert. Abwechselnd stellten sich die fünf Pantomimen vor die Zuschauer und machten Bewegungen vor, die nachgeahmt werden sollten. Bei den Bewegungen handelte es sich jedoch nicht um irgendwelche Regungen. Jeder einzelne der Künstler erzählte seine eigene, kleine Geschichte mit seiner Darbietung. Sei es Siyabonga, der sich schminkte, oder Magaret, die versuchte ihr Essen mit scharfer Soße genießbarer zu machen. Alles hatte seine Geschichte.

Geschichten mit Körpersprache erzählenAuch Musik und Gesang spielte bei den Südafrikanern eine große Rolle. So untermalten sie ihre Vorstellung regelmäßig mit Musik, wobei sie ihre Geschichten trotzdem erfolgreich mit der Körpersprache erzählten.

So auch die Geschichte von drei Männern, die um zwei Frauen werben. Der Erste will stark, der zweite Mann lustig sein. Beide scheitern. Erst der dritte Mann, der ganz er selbst ist, hat Erfolg. Diese Botschaft wird nur durch Mimik und Gestik transportiert, während die fünf immer die selben Worte vor sich hinsingen. Nach der ersten Präsentation dieser Szene muss das Publikum jedoch wieder aktiv werden. Die Pantomimen holen sich einige Gäste nach vorne und spielen die Szene gemeinsam noch einmal nach. Dies und die Polonäse zum Abschluss, sollen zeigen, wie wichtig das Miteinander ist.

„Das ist dann immer ein Ansporn.“Rynold, einer der Künstler, erzählt, dass das für ihn das Wichtigste sei. „Ich liebe es, wenn die Leute miteinander Spaß haben. Wenn ich eine Diversität beim Publikum sehe, das seine Grenzen überwindet“, versucht er seine Gefühle in Worte zu fassen. In Deutschland sei es anfangs sehr schwer gewesen, das zu erreichen, muss er eingestehen. „Die Deutschen denken sehr viel. Doch wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, machen sie super mit. Dann macht das richtig Spaß.“ Dem stimmt auch die Pantomimin Magaret zu: „Ich bin gerne hier in Maintal. Die Menschen geben einfach so viel positives Feedback. Das ist dann immer ein Ansporn.“ Auch Christiane Betz, Leiterin des Stadtteilzentrums, zieht ein positives Fazit. Sie ist begeistert davon, wie die Menschen bei dieser Veranstaltung immer ins Gespräch kommen. Das sei das, was ihr so gut gefalle.

„Mime Art for Life“ traten bereits zum zweiten Mal in Bischofsheim auf. Der Kontakt entstand durch den Nepalesischen Kulturverein Nepali Samaj, welcher in Verbindung mit dem bekannten Pantomimen Wolfgang Neuhaus (Künstlername Nemo) stand. Dieser bildete die Künstler aus und tourt seit 2011 durch Deutschland. Auf Anregung von Nepali Samaj kamen die Südafrikaner nach Hessen. Wenn es nach Rynold geht, so würde er gern wieder nach Maintal kommen: „Wenn wir wieder gefragt werden, sage ich sofort zu.“

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