Jetzt auch in der Politik: Ahmet Cetiner wurde bei der Kommunalwahl ins Maintaler Stadtparlament gewählt. Archiv
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Jetzt auch in der Politik: Ahmet Cetiner wurde bei der Kommunalwahl ins Maintaler Stadtparlament gewählt. Archiv

Kommunalwahl

Meinungsstarker Politik-Neuling: Der Unternehmer Ahmet Cetiner mischt künftig im Maintaler Parlament mit

  • Michael Bellack
    vonMichael Bellack
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Ahmet Cetiner ist einer der großen Gewinner der Kommunalwahl. Der Maintaler Unternehmer, der für die Grünen kandidiert hat, hat es in das künftige Parlament geschafft. Dort trifft er auf einige Lokalpolitiker, die er in der Vergangenheit mehrfach harsch kritisiert hatte.

Maintal – Dass die Grünen bei der Wahl stark abschneiden würden, damit hatte Cetiner gerechnet. Dass er aber auch selbst ins Parlament einzieht, kam für ihn überraschend. „Da habe ich bis zum letzten Zeitpunkt nicht wirklich dran gedacht“, erzählt er einige Tage nach der Wahl. Zehn Plätze stehen den Grünen zu, Cetiner war auf Platz zwölf gelistet.

Doch dank der Möglichkeit der Wähler, Stimmen gezielt an einzelne Kandidaten zu verteilen, sprang der 42-Jährige auf den fünften Platz – und damit ins künftige Parlament. „Das hätte ich mir nicht ausgemalt. Zwischenzeitlich hatte ich mich gefragt, ob das alles so richtig war. Die Bestätigung kam dann mit dem Wahlergebnis“, freut sich Cetiner.

Cetiner profitiert von hohem Bekanntheitsgrad

Eine mögliche Erklärung für sein starkes persönliches Abschneiden hat er auch: „Ich habe eine andere Ausgangsposition als die anderen Politiker. Die Menschen bringen mich mit anderen Sachen in Verbindung. Mit der Gastronomie und weiteren Projekten. Dadurch steigt der Bekanntheitsgrad und das alles ist auch positiver besetzt“, erklärt er.

Die Menschen würden sich mit Taten überzeugen lassen. Und dafür stehe der Unternehmer Cetiner. In den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Projekt ein und um Maintal realisiert. Manche Ideen waren mehr, manche weniger erfolgreich, wie er selbst sagt. Aber Cetiner wird als jemand wahrgenommen, der Ideen hat und sich nicht davor fürchtet, diese auch umzusetzen.

Maintal: Cetiner wünscht sich einfache Lösungen

Seine Erfahrungen als Unternehmer will er jetzt auch in die Maintaler Politik einbringen, denn: „Dass ich mich habe aufstellen lassen, war kein Spaß. Ich habe mir vorgenommen, Dinge zu verändern.“ Dass das in der Politik manchmal nicht so einfach ist und oft Zeit und Geduld gefordert sind, ist Cetiner bewusst. Er wünscht sich aber öfter pragmatische, einfachere Lösungen.

Politische Entscheidungen könnten in den kommenden Jahren auch Einfluss auf Cetiners unternehmerischen Ziele haben werden. Beispielsweise wird die Mainkultur, die auf Cetiners Initiative entstanden ist, neu ausgeschrieben. Aus diesen Fragen will er sich aber gänzlich heraushalten. An entsprechenden Sitzungen werde er nicht teilnehmen und auch keinen Einfluss auf die anderen Mitglieder der Grünen-Fraktion nehmen, kündigt er an. „Ich habe kein Interesse daran, die Politik da in meine Richtung zu lenken“, sagt Cetiner.

„Da werde ich mich komplett raushalten.“ Er werde sich aber in wirtschaftlichen Fragen engagieren, sich für das Kleingewerbe in Maintal einsetzen und sieht sich dort auch als Ansprechpartner. „Darauf habe ich die beste Perspektive“, sagt er.

Unternehmer aus Maintal sparte nicht mit Kritik an der Politik

In der älteren und jüngeren Vergangenheit war Cetiner immer wieder mit der Lokalpolitik aneinandergeraten. Zuletzt ging es zwischen ihm und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Maier wegen der Ausschreibung der Mainkultur hoch her. Den Eindruck, dass er es sich mit vielen in der Politik bereits verscherzt hat, teilt er nicht. Vieles davon falle unter die Kategorie Wahlkampf, findet er.

Cetiner selbst fordert ein, fair behandelt zu werden. „Es spielt keine Rolle, mit wem ich Freund oder Feind bin. Wenn jemand aber meine Ideen doof findet, nur weil es meine Ideen sind, dann werde auch sagen, was ich dazu denke“, stellt er klar. Wichtig sei, dass man bei der Sache bleibe und persönliche Befindlichkeiten hinten anstelle. Nur dann könne man auch gute Lösungen finden. „Wenn die Mehrheit gegen meine Ideen ist, dann akzeptiere ich das. Ich bestehe aber darauf, dass ich zu jedem Zeitpunkt gehört werde“, sagt Cetiner.

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