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Marionettenstück soll Kindern Martin Luther näher bringen

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Ines Fetzer hat das Textbuch für das Luther-Stück verfasst, das am Samstag von Roland Richter, dem Leiter des Hanauer Marionettentheaters, uraufgeführt wird. Die 75 Zentimeter große Luther-Figur steht dabei im Mittelpunkt. Foto: Kalle
Ines Fetzer hat das Textbuch für das Luther-Stück verfasst, das am Samstag von Roland Richter, dem Leiter des Hanauer Marionettentheaters, uraufgeführt wird. Die 75 Zentimeter große Luther-Figur steht dabei im Mittelpunkt. Foto: Kalle

Maintal. Wie kann man Kindern das Leben und Wirken des Reformators Martin Luther am besten vermitteln? Der bekannte Marionettenspieler Roland Richter versucht das in dem Stück  „Luther – aus besonderem Holz geschnitzt“.  Die Dörnigheimer Pfarrerin Ines Fetzer hat dafür die Texte geschrieben.

Von Lars-Erik Gerth

Zentrale Szenen aus dem Leben des Reformators Martin Luther hat die Dörnigheimer Pfarrerin Ines Fetzer in ihrem Textbuch für das Marionettentheaterstück „Luther – aus besonderem Holz geschnitzt“ verarbeitet. Die Premiere mit dem bekannten Marionettenspieler Roland Richter findet am kommenden Samstag, 28. Januar, um 19 Uhr in der Hanauer Marienkirche statt.

Die Idee für das Luther-Marionettentheater entstand im vergangenen Sommer bei einem Treffen der Träger der kirchlichen Kindertagesstätten im Sprengel Hanau, bei dem Ines Fetzer die Evangelische Kirchengemeinde Dörnigheim vertrat. Dabei ging es auch um die Frage, wie man im Jahr des Reformationsjubiläums Leben und Wirken Martin Luthers kindgerecht aufbereiten kann, um es dem Nachwuchs näher zu bringen.Richter spricht mit Luther„Christel Sippel, die die Tageseinrichtung für Kinder an der Hanauer Marienkirche leitet, kam dabei auf die Idee, Luther in den Mittelpunkt eines Marionettentheaterstücks zu stellen. Sie nahm Kontakt zu Roland Richter vom Hanauer Marionettentheater auf. Und dieser zeigte gleich sein Interesse, ein solches Stück aufzuführen. Ich erklärte mich bereit, das Textbuch zu verfassen“, berichtet Pfarrerin Fetzer im Gespräch mit unserer Zeitung über die Anfänge des Projekts „Luther – aus besonderem Holz geschnitzt“.Ihr Textbuch hat Fetzer in Dialogform angelegt. So wird nun bei der Premiere am Samstag Roland Richter mit Martin Luther sprechen, wobei Richter auch den Textpart des Reformators übernehmen wird. Dieser Luther ist eine 75 Zentimeter große Marionette, die eigens für diese Produktion – wie bereits berichtet – in der Berliner Werkstatt von Barbara und Gunther Weinhold nach dem Bild von Lucas Cranach dem Älteren angefertigt wurde und unverkennbar die Gesichtszüge des Reformators trägt.

Was soll aufgegriffen werden? Für Ines Fetzer stellte sich beim Schreiben des Textbuchs die Frage, welche Begebenheiten aus dem Leben Luthers sie aufgreifen sollte, um dessen Wirken gerade auch kleineren Zuschauern zu verdeutlichen. Dabei kam ihr zupass, dass sie vor einigen Jahren eine Ausbildung zur Bibelerzählerin gemacht und dabei auch gelernt hat, wie man Geschichten aus der Bibel so textlich aufbereitet, dass man sie dann lebendig und durchaus spannend vor Kindern, aber ebenso vor Erwachsenen vortragen kann.„Ich griff vier zentrale Szenen aus Luthers Leben auf und verarbeitete sie in den Dialogen zwischen Marionettenspieler und Luther-Figur. Da ist zum einen die Gewitter-Szene, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Blitz einschlug und er zu der Erkenntnis kam, Mönch werden zu wollen. Ich habe auch den Anschlag der 95 Thesen an die Wittenberger Kirche ausgewählt, auch wenn bis heute nicht geklärt ist, ob er wirklich stattgefunden hat. Diese Geschichte steht aber exemplarisch für Luthers Kampf gegen den Ablasshandel und ist vielen Menschen bekannt. Deshalb gehört sie in unser Luther-Stück“, erläutert die Dörnigheimer Pfarrerin eine der zentralen Szenen, die sie für ihr Textbuch ausgewählt hat, das sie im vergangenen November fertig stellen konnte.Reichstag von Worms ist ThemaAußerdem thematisiert sie in einer Gesprächsszene zwischen Marionette und Marionettenspieler den Reichstag von Worms, bei dem sich Luther weigerte, seine Kritik an der Kirche und seinen Ansichten zur Religion zu widerrufen. Und schließlich geht es um die „Entführung“ Luthers im Jahr 1521, als ihn der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise nach einem fingierten Überfall auf die Wartburg bringen ließ, um ihn vor dem Zugriff durch den Kaiser zu schützen.Pfarrerin Fetzer ist nun selbst sehr gespannt, wie und auch mit welchen Kulissen Roland Richter diese zentralen Ereignisse aus dem Leben des Reformators am Samstag in der Marienkirche in Szene setzen wird. „Ich habe keine Proben gesehen und bin sicher genauso gespannt wie die hoffentlich vielen Zuschauer, die zur Premiere kommen werden“, freut sich die Dörnigheimerin auf die Erstaufführung von „Luther – aus besonderem Holz geschnitzt“.

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