Zum Verwechseln ähnlich: Werbetechniker Jürgen Graschtat hat eine Rekonstruktion der Skulptur hergestellt (rechtes Foto). Der Außerirdische "K 718" wurde im Februar abgesägt und entfernt. Fotos: Carolin-Christin Czichowski/PM

Maintal

"Mainufer" stellt Nachbildung von Skulptur K 718 auf

Maintal. Er ist wieder da. Der Außerirdische „K 718“, die Skulptur, die am zweiten Februarwochenende von Unbekannten abgesägt und verschleppt worden war, steht wieder an ihrem alten Platz in der Galerie am Mainufer.

Von Carolin-Christin Czichowski

Das könnte man zumindest meinen, wenn man nicht direkt davorsteht oder nicht ganz so genau hinschaut. Denn die Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ rund um Hayriye Rupin, auf deren Initiative die sechs Holzskulpturen im September 2018 am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt wurden, hat einen Nachbau des Außerirdischen anfertigen lassen.

„Er sieht dem Original wirklich verblüffend ähnlich“, sagte Rupin am Mittwoch beim Ortstermin, als Werbetechniker Jürgen Graschtat den neuen „K 718“ probehalber aufgestellt hat. Graschtat wurde im Februar mit der Nachbildung des Kunstwerks beauftragt – und hat keine Sekunde gezögert, den Auftrag anzunehmen. „Obwohl das schon eine sehr außergewöhnliche Geschichte ist“, sagt der Hanauer Unternehmer.

Original mutwillig zerstört

Der originale „K 718“ war aus Massivholz, seinen Nachfolger hat Graschtat aus einem Aluverbundstoff hergestellt, auf das er ein vergrößertes Foto des ursprünglichen Kunstwerks auf Folie beklebt hat. Doch ganz so einfach wie das klingt, war es nicht: „Ich musste erst mal ein Foto finden, auf dem der Außerirdische gut getroffen war und das ich als Vorlage verwenden konnte“, erklärt der Werbetechniker. Von 20 Fotografien sei nur eine halbwegs geeignet gewesen. „Dieses Foto habe ich dann auf die Originalgröße der Skulptur gebracht, dann eine Fräsdatei erstellt.“ Den Aluverbundstoff hat eine Leipziger Firma schließlich in die richtige Form gefräst, ehe Graschtat die matt laminierte Folie auftragen konnte.

Am Mittwoch war es schließlich so weit: Hayriye Rupin, Ulrike Bienau und Roland Hahn von der Stadtleitbildgruppe konnten den neuen „K 718“ zum ersten Mal sehen. „Wir sind wirklich begeistert“, sagte Rupin sichtlich bewegt. Dass das Original mutwillig zerstört und weggeschafft wurde, hatte den Mitgliedern der Stadtleitbildgruppe ordentlich zugesetzt.

Stahlseile für mehr Halt

Tagelang hatten sie nach der Skulptur gesucht, eine Staffel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) suchte sogar vom Wasser aus das Mainufer ab. Doch die Skulptur ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Auch die Ermittlungen der Polizei haben keine Ergebnisse gebracht. „Bei uns ist innerhalb von fast drei Monaten nicht ein einziger Hinweis eingegangen“, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Mittlerweile ist das Verfahren eingestellt.

„Aber wir lassen uns von Vandalismus nicht unterkriegen“, sagt Rupin. Als Zeuge dessen wird nun auch der neue „K 718“ am Mainufer aufgestellt. Neben Werbetechniker Graschtat waren am Mittwochauch die Garten- und Forstarbeiter Andreas Baumann und Joshua Jakob am Mainufer. Sie haben in die originalen Füße von „K 718“ – die Unbekannten haben den Außerirdischen an den Knöcheln abgesägt – Schlitze gesägt, in die nun die Rekonstruktion gesteckt wird. Damit dem neuen „K 718“ nicht das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger widerfährt, sollen Stahlseile für den nötigen Halt sorgen.

Einweihung am 14. Juni

Die Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ präsentiert am Freitag, 14. Juni, ab 15 Uhr unterhalb vom östlichen Ende der Uferstraße die Rekonstruktion von „K 718“, die insgesamt rund 2000 Euro gekostet hat. Bis dahin verwahrt Werbetechniker Graschtat ihn bei sich in Hanau. Parallel zur Einweihung wollen Bürgermeisterin Monika Böttcher sowie Vertreter der Ordnungsbehörde und Polizei vor Ort mit Interessierten zu den Themen Vandalismus, Müll und illegale Graffiti ins Gespräch kommen. Die Idee zu diesem Dialog vor Ort geht auf die letzte Sitzung des Präventionsrats zurück, heißt es.

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