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Maintaler nimmt an Castingshow "The Voice Kids" teil

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Team Bosshoss: Joshua Olbrich hat sich in den Blind Auditions dafür entschieden, dass er das Country-Duo als Coaches haben möchte. Fotos: Sat.1/André Kowalski
Team Bosshoss: Joshua Olbrich hat sich in den Blind Auditions dafür entschieden, dass er das Country-Duo als Coaches haben möchte. Fotos: Sat.1/André Kowalski

Maintal. Noch immer hat Joshua Olbrich ein breites Grinsen im Gesicht, wenn er an den letzten Herbst zurückdenkt. An das, was er alles erlebt hat. Denn da hat der Dörnigheimer an der Castingshow „The Voice Kids“ teilgenommen – und ist zumindest unter die besten 60 gekommen.

Von Carolin-Christin Czichowski

„Mehr darf ich erst mal nicht verraten“, sagt der Zwölfjährige.

Denn erst seit Ende Februar wird die aktuelle Staffel der Show ausgestrahlt, am Sonntag war Joshuas Auftritt bei den sogenannten „Blind Auditions“ auf Sat1 zu sehen. Mit Udo Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“ konnte der Dörnigheimer die Jury begeistern, gleich drei Teams wollten ihn für sich gewinnen: Lena Meyer-Landrut, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß und das Country-Duo Bosshoss. Am Ende hörte Joshua auf sein Bauchgefühl und entschied sich für Bosshoss. „Ich dachte, dass meine Mutter sich darüber bestimmt freuen würde“, sagt er.

Schon immer singt Joshua, hat das musikalische Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen. „Mein Vater ist Berufsmusiker, also bin ich mit Musik aufgewachsen“, sagt er. Seit einigen Jahren wollte er an dem Castingformat teilnehmen. Doch seine Mutter Kerstin Olbrich hatte zunächst Bedenken. „Ich dachte, er würde auf der Bühne gar nicht den Mund aufbekommen“, sagt sie und lacht. „Denn sonst ist Joshua immer so schüchtern. Wenn auf einer Feier bei uns gesungen wird, geht er lieber weg.“

Doch auf der großen Bühne bei „The Voice Kids“ hat alles super geklappt. Auch die Aufregung hielt sich in Grenzen – zumindest während des Auftritts. „Die Leute im Publikum sehe ich ja nie wieder“, sagt Joshua. „Vor Leuten zu singen, die mich kennen, macht mich immer nervöser.“ Doch unmittelbar vor seinem Auftritt bei den „Blind Auditions“, der ersten Runde des Formats, schlotterten ihm schon ordentlich die Knie. „Als die Tür aufging und ich auf der Bühne die Sessel der Jury gesehen habe, wäre ich am liebsten weggerannt“, sagt er. „Aber als ich angefangen habe zu singen, war alles wieder gut.“

Ein halbes Jahr ist es her, dass Joshua, seine Mutter, sein Stiefvater und zwei Freundinnen der Mutter nach Berlin zu den „Blind Auditions“ gefahren sind. Doch eigentlich startete seine Reise bei „The Voice Kids“ schon viel früher: „Im Fernsehen sieht man gar nicht, dass es vor den 'Blind Auditions' auch schon Castings gibt“, sagt Mutter Kerstin Olbrich. Zweimal musste Joshua sein Können erst in Frankfurt unter Beweis stellen, ehe klar war, dass er in der Hauptstadt vor die Jury treten darf. Insgesamt haben sich 60 000 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren beworben.

Ins Disneyland eingeladen

Nach den „Blind Auditions“ ging es dann so richtig los: Es folgten zwei Wochen intensives Gesangstraining, in denen er mit den anderen Nachwuchstalenten in einem Hotel übernachtete. Für Joshua eine ganz neue Erfahrung. „Es war schon witzig, was wir beim Gesangsunterricht für Übungen machen sollten“, sagt er und schmunzelt. „Wir mussten zum Beispiel gähnen, damit wir beim Singen den Mund weiter aufbekommen.

Oder unser Lied erst mal mit einem Korken im Mund singen und dann noch mal ohne.“ Tagsüber war der Zwölfjährige mit Üben und Proben beschäftigt, bis am Abend dann immer die ganze Gruppe zusammenkam. „In der Hotel-Lobby haben wir jeden Abend zusammen gesungen“, erinnert er sich. Am kommenden Wochenende gibt es für Joshua ein Wiedersehen mit den anderen Kandidaten: „Wir wurden ins Disneyland nach Paris eingeladen. Da werden wir auch wieder jeden Abend singen“, freut er sich.

Umfeld positiv reagiert

Seit seiner Teilnahme an dem Castingformat hieß es für ihn und seine Familie ruhig sein. „Wir durften erst mal niemandem davon erzählen.“ Das sei aber gar nicht so einfach gewesen. „Denn ich war in einer Vorschau zu sehen und da haben mich meine Mitschüler erkannt.“ Sein Umfeld habe durchweg positiv auf seine Teilnahme reagiert. „Obwohl ich erst schon Angst hatte, dass die meinen Gesang nicht gut finden“, gibt er zu.

Doch das Gegenteil war der Fall: Seine Mitschüler aus der siebten Klasse der Otto-Hahn-Schule waren neugierig und haben ihm gratuliert. „Und mein Deutschlehrer hat meinen Auftritt sogar im Unterricht gezeigt.“

Am Sonntag auf Sat1

Joshua selbst und seine Familie haben die Ausstrahlung am Sonntagabend in größerer Runde geschaut. „Es war schon komisch, mich im Fernsehen zu sehen“, sagt er. „Da kamen noch mal die ganzen Erinnerungen hoch.“ Die Erinnerungen an die Zeit bei „The Voice Kids“ schmücken auch die Wohnzimmerwände der Familie. Dort hängen Fotos und Autogrammkarten der Jurymitglieder. Und ein ganz besonderes Andenken: „Den Sheriffstern hier habe ich von Bosshoss nach meinem Auftritt geschenkt bekommen“, sagt Joshua.

Am kommenden Sonntag ist er wieder zu sehen ab 20.15 Uhr auf Sat1. Dann tritt er bei den „Battles“ gegen zwei andere Teilnehmer an. Wie weit er in dem Castingformat gekommen ist, darf er noch nicht sagen. Nur so viel: „Es hat viel Spaß gemacht.“ Und überhaupt die „Blind Auditions“ erreicht zu haben, macht ihn und seine Mutter sehr stolz. „Jetzt muss sich nur noch ein Traum erfüllen“, sagt Joshua: „Dass ich einmal mit Udo Lindenberg auf der Bühne stehe.“

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